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„Eh da“: Konzept für mehr Artenvielfalt in Kommunen

Die Artenvielfalt in Kommunen zu erhöhen: Das ist Ziel des „Eh da“-Projektes, das in der Kreisverwaltung kommunalen Vertretern vorgestellt wurde. „Eh da“-Flächen sind Flächen, die, wie der saloppe Name sagt, „sowieso vorhanden“ sind. „Es sind unter anderem Flächen in Siedlungsbereichen, die weder einer wirtschaftlichen Nutzung noch einer gezielten naturschutzfachlichen Pflege unterliegen“, so Mark Deubert von der landeseigenen RLP AgroScience, der mit Professor Christoph Künast (E–Sycon)  Bürgermeistern, Räten und Gemeindemitarbeitern das Konzept vorstellte. „Beispiele sind wegbegleitende Flächen: Straßenböschungen, Wegränder, Verkehrsinseln oder Gemeindegrün. Diese Flächen bieten Raum für eine ökologische Aufwertung.“

Das Konzept zielt nicht auf Einzelmaßnahmen, sondern auf eine spezifische und vernetzende Aufwertung von Flächen. Sie sind nach einer ersten Analyse in Absprache mit Flächeneignern und zuständigen Institutionen festzulegen, bevor es an die Umsetzung geht.

Derzeit ist der Arbeitsschwerpunkt „Bienen“. Dabei ist ein Projekt aber nicht nur auf die Förderung von „Trachtquellen“ (Nahrungsquellen) für die Honigbiene ausgerichtet. Künast erläuterte, dass es in Deutschland 560 Wildbienen-Arten gibt, die die Verwandten der Honigbiene sind. Die Wildbienen finden in Eh da-Flächen neben Tracht- auch Brutbiotope. Wildbienen stehen aber auch stellvertretend für viele andere Lebewesen, die ihren Lebensraum auf Eh-da Flächen finden.

Brutbiotope von Wildbienen sind vor allem vegetationsarme oder -freie Flächen, aber auch Alt- und Totholz,  Trockenmauern, Lesesteinhaufen. „Diese Flächen sehen häufig nicht schön aus“, so Künast und hier bedarf es gezielter Kommunikation, um Bürger vom Sinn der Maßnahme zu überzeugen.

Blütenreiche Flächen für Honigbienen und Wildbienen können auf unterschiedliche Weise gefördert werden. Die gezielte Mahd ist hierbei eine wichtige Methode. Eine weitere Methode kann die Aussaat von regionaltypischer Vegetation sein, wenn die Fläche arm an blühenden Pflanzen ist.

Und die Kosten? Mark Deuberts Antwort: „Es kommt darauf an. Es gibt Gemeinden, deren Bürgermeister die Erfahrung gemacht haben, dass ihr Projekt gar nichts gekostet hat. Die Pflege der Flächen durch den Bauhof war ohnehin nötig, Information und Planung waren wichtiger als finanzielle Mittel. Auf der anderen Seite kann ein Projekt auch nennenswerte Beträge kosten, wenn Planungsbüros beauftragt werden oder Maßnahmen wie die Aufbereitung eines Saatbettes für Saatgut vorgesehen sind.“

Dagmar Menges, Abteilungsleiterin Bauen und Umwelt, will Kommunen im Landkreis Mayen-Koblenz ermutigen, sich in das Projekt einzubringen: „Der Klimawandel und der Verlust an der biologischen Vielfalt sind zwei riesige Herausforderungen, die nicht nur auf globaler Ebene ein Handeln erfordern. Auch in Deutschland sind viele Arten in ihrem Bestand bedroht. Hier gilt es die Möglichkeiten zu nutzen, die auf der kommunale Ebene bestehen.“ In diesem Zusammenhang führt die Integrierte Umweltberatung Veranstaltungen durch, die Kommunen zeigen, wie die Artenvielfalt auf kommunalen Flächen erhöht werden kann.

Weitere Informationen zum „Eh da“-Projekt gibt es auf der Homepage: www.ehda.agroscience.de