Sauberer Biomüll wird abgefahren – verunreinigter bleibt stehen

Anfang März wird es ernst: Wer seinen Biomüll nicht sauber trennt, läuft Gefahr, dass seine Tonne nicht abgefahren wird. Mit dieser drastischen Maßnahme soll erreicht werden, dass die Verunreinigungen im Biomüll zurückgehen. In den vergangenen Wochen hat der vom Landkreis Mayen-Koblenz mit der Müllabfuhr beauftragte Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel (AZV) die Biotonnen bei der Abfuhr auf Sauberkeit kontrolliert. Insbesondere richteten die Müllmänner ihr Augenmerk auf Plastiktüten und die in Mayen-Koblenz genau wie in vielen anderen Landkreisen nicht zugelassenen Maisstärkebeutel. Mit roten Aufklebern wurde auf Verunreinigungen hingewiesen, die Tonnen wurden aber trotzdem geleert. Das ändert sich jetzt.

Allein in der ersten Aktionswoche wurden bei den Kontrollen ca. 12.300 Aufkleber geklebt. Das entspricht 250 – 300 Aufklebern pro Müllauto und Abfuhrtag. Durch die auf den Aufklebern angegebene Telefonnummer des AZV konnte bei vielen Telefonaten intensive Aufklärungsarbeit betrieben werden.

Nachdem jetzt die Biogefäße in allen Abfuhrrevieren im Landkreis kontrolliert und die Bürger auf Verunreinigungen hingewiesen wurden, werden im nächsten Schritt ab 6. März verunreinigte Biotonnen nicht mehr geleert. Die Bürger haben dann zwei Alternativen: Sie können stehengebliebene Biotonnen nachsortieren und bei der nächsten Bioabfuhr kostenfrei wieder rausstellen. Oder sie lassen die Biotonne ohne Nachsortieren bei der darauffolgenden Restmüllabfuhr gegen Gebühr mit abfahren. Hierfür muss der rote Aufkleber an der Tonne bleiben. Stehen gelassen werden Biobehälter nur in den Orten, wo in der darauffolgenden Woche Restabfallabfuhr ist.

Die jetzige Aktion hat ihren Grund: Über 23.000 Tonnen Bioabfall hat der AZV im vergangenen Jahr im Landkreis Mayen-Koblenz eingesammelt. Das sind 75 Gewichtsprozent mehr als im Vorjahr. Also eigentlich ein Grund zur Freude, aber obwohl in den vergangenen Monaten intensive Aufklärungsarbeit geleistet und für ein sauberes Trennen geworben wurde, finden sich noch immer viel zu viele Rest- und Kunststoffabfälle im Biomüll. Durch solche Verunreinigungen fallen beim AZV höhere Entsorgungskosten an, die letztendlich auf alle Gebührenzahler im Kreisgebiet umgelegt werden müssen, also auch auf die Haushalte, die ihren Abfall sauber trennen. Besonders bitter: Viele Mayen-Koblenzer trennen in der Küche fein säuberlich ihren Biomüll, werfen ihn dann aber in einer zugeknoteten Plastik- oder Maisstärketüte in die Tonne. Da die Plastiktüten gar nicht verrotten und die Maisstärketüten beim Aussieben auf der Deponie noch nicht verrottet sind, ist die logische Folge, dass die Tüte samt wertvollem Inhalt als Störstoff ausgesiebt wird. Kommen Teile der Maisstärketüten trotzdem durch, verhindern sie die schnelle Verrottung und Vergärung. Die Kreislaufwirtschaft rät daher zur Nutzung von kompostierbaren Bioabfalltüten aus Papier.

In welchen Gemeinden falsch befüllte Biotonnen stehen bleiben, wird tagesaktuell auf der Internetseite der Kreislaufwirtschaft bekannt geben: www.kreislaufwirtschaft-myk.de.

Weitere Infos rund um die Biotonne gibt es beim AZV unter Telefon 02625/9696-61 oder bei der Umweltberatung der Kreislaufwirtschaft unter 0261/108-317, -441 oder -257, per E-Mail an oder im Internet unter www.kreislaufwirtschaft-myk.de.