Hans-Peter Röhrig (3.v.r.) und Museumsleiter Winfried Henrichs (5.v.r.) nahmen die Auszeichnungen aus der Hand von Landrat Dr. Alexander Saftig (4.v.r.) entgegen. Damit verbunden ist ein Preisgeld von je 1500 Euro, das Karl Josef Esch (r.) von der Kreissparkasse Mayen überreichte.

Hans-Peter Röhrig und Stadtmuseum Mülheim-Kärlich erhalten Kulturförderpreis

Der eine fördert die Kultur, die anderen bewahren die Erinnerung an frühere Zeiten, sie haben aber eines gemeinsam: Hans-Peter Röhrig und das Stadtmuseum Mülheim-Kärlich sind die Ausgezeichneten beim „Kulturförderpreis 2017“ des Landkreises Mayen-Koblenz.

Annähernd 100 Gäste waren ins Kreishaus gekommen. Ehemalige Preisträger, Vertreter aus politischen Gremien und Gemeinden,  Freunde und Angehörige der Geehrten. Denn schließlich feierte der Kreis auch ein kleines Jubiläum: „Vor 20 Jahren wurde die Idee geboren, dass der Landkreis einen eigenen Preis verleiht, der Menschen oder Institutionen ehrt, die sich stark für die Kultur in Mayen-Koblenz einsetzen“, erklärte Landrat Dr. Alexander Saftig. Seit 1997 verleiht der Kreis den Kulturförderpreis „forum artium plaudit“ – frei übersetzt: „Die Öffentlichkeit ehrt die Kunst.“ Kultur brauche „Überzeugungstäter“, die mit Herzblut für ihre Arbeit stehen.

Einer dieser „Überzeugungstäter“ ist Hans-Peter Röhrig. „Was nützt die schönste Kultur, wenn keiner davon etwas mitbekommt? Genau das ist es, was Hans-Peter Röhrig mit seinem Röhrig-Forum seit rund zwei Jahrzehnten hervorragend übernimmt“, betonte der Landrat in seiner Laudatio. Schon 1976 führte Röhrig sehr erfolgreiche verkaufsoffene Sonntage mit großem Rahmenprogramm durch. So entstand der Kontakt zu vielen Künstlern. Nach einem Umbau im Betrieb gab er ihnen eine richtige Bühne und begann vor 17 Jahren, Kulturevents in seinem Baumarkt zu veranstalten. „Hans-Peter Röhrig ist ein ´Kulturverrückter´, wie er selbst von sich sagt. Ich kann das im positiven Sinne bestätigen. Die private Kleinkunstbühne ist schon lange nicht mehr nur ein Geheimtipp, denn sie erfreut sich auch überregional großer Beliebtheit. Die Künstler, die bei ihm auftreten sind allesamt Meister ihres Fachs. Ob Kabarett, Comedy oder Musik, das Kulturprogramm bietet für jeden etwas an.“

Der Wirkungsbereich des Röhrig-Kulturforums umfasse weite Teile des Kreisgebiets. Inzwischen arbeitet Röhrig mit über 100 Kulturveranstaltern der Region zusammen. Sehr viele davon in Mayen-Koblenz. Auch viele der Künstler, die in den ersten Jahren erfolgreich im Röhrig-Forum auftraten, kommen aus dem Kreis. Hieraus entwickelte sich dann auch die Idee, im Kreis Mayen-Koblenz kulturelle Veranstaltungen zu unterstützen oder auch selbst durchzuführen – besonders gerne natürlich Benefiz-Veranstaltungen.

Der Geehrte selbst mahnte, Kultur dürfe auch in Zeiten klammer öffentlicher Kassen nicht auf der Strecke bleiben: „Wichtig ist insbesondere auch, dass wir nicht nur die Konzerte mit Künstlern besuchen, die einen klangvollen Namen tragen. Auch der Nachwuchs und junge Talente brauchen Möglichkeiten, sich vor Publikum zu präsentieren.“

Hohe Anerkennung zollte der Landrat auch dem Stadtmuseum Mülheim-Kärlich mit seinem Museumsleiter Winfried Henrichs. „Die Geschichte unserer Region ist umfangreich und spannend. Wir müssen nicht in ferne Länder reisen, um vergangene Kulturen zu erforschen. Wir haben sie direkt vor der Tür. Menschen, Tiere, Pflanzen, die früher in unserer Heimat lebten, haben Spuren hinterlassen. Von menschlichen Gerätschaften aus der frühen Altsteinzeit, Fossilien aus der jüngeren Steinzeit über Karten und Bilder aus der Zeit des Barock und der Aufklärung bis zu einer original alten Schulklasse gibt das Stadtmuseum von Mülheim-Kärlich einen breiten Einblick in die Vergangenheit. Für jedes Interessensgebiet ist etwas dabei“, sagte Saftig.

Geschichte sei wichtig für die Menschen, wichtig für den Landkreis Mayen-Koblenz. Sie lehre, Schlechtes in der Zukunft besser zu machen und erinnere daran, Gutes zu wiederholen: „Um die Geschichte nicht zu vergessen, brauchen wir Museen. Das Stadtmuseum zeigt uns unsere Heimat, wer unsere Vorfahren waren, wie unsere Eltern und Großeltern gelebt haben.“

Das Museum sei ein Lernort für neugierige Menschen und für alle Altersklassen einen Besuch wert, „auch wenn vielleicht jede Altersgruppe die Eindrücke anders empfindet. Zum Beispiel beim Klassenzimmer: Für die Jüngeren ist es eine völlig neue und kuriose Erfahrung, zu sehen wie es früher in der Dorfschule aussah. Für die Älteren ist es eine schöne Erinnerung an ein damals ganz normales Klassenzimmer.“

Unterstützung erhält der Museumsleiter vom Förderverein und dem Eigentümer, nämlich der Stadt Mülheim-Kärlich. Nur zusammen ist man stark. Gemeinsam kümmert man sich um die Unterhaltung und Betreuung der Einrichtung. Darüber hinaus stellt der Verein Mittel für den Erhalt von Kulturgegenständen zur Verfügung, gibt eigene Publikationen heraus, führt Veranstaltungen durch und vieles mehr. Winfried Henrichs betonte in seinen Dankesworten die Gemeinschaftsleistung, die die ehrenamtlich Tätigen des Museums mit ihrem Förderverein, aber auch gemeinsam mit Stadt und Verbandsgemeinde erbringen. Man wolle die Vergangenheit des heimatlichen Umfelds für junge Generationen wachhalten. Zugleich werbe man mit dem Museum, wissend, sachlich und emotional die Zukunft zu gestalten.