Begeistert von der Resonanz der rund 400 Besucher auf das Theaterstück „Hey, das geht gut rein“ zeigten sich Verantwortliche und Beteiligte und nicht zuletzt der Künstler selbst: v.l.n.r. Gerd Klasen, Bürgermeister der Stadt Polch, Bürgermeister Maximillian Mumm von der Verbandsgemeinde Maifeld, Claudia Blotzki, Filialleiterin der Kreissparkasse Mayen in Polch und Erste Beigeordnete der Stadt, Künstler Jemas Solo und Erster Kreisbeigeordneter Burkhard Nauroth.

Theater begeistert und klärt auf im Umgang mit Alkohol

Arbeitskreis und Kreisjugendamt setzen auf Prävention  -  Er schlüpft in die Rolle eines angetrunkenen Halbstarken, er spielt einen mit Pillen zugedröhnten Discobesucher, er ist ein sich schämendes Muttersöhnchen oder ein großmäuliger Wortführer einer  Clique – Jemas Solo ist ein Meister seines Fachs. Der Künstler und Schauspieler gastierte auf Einladung des Arbeitskreises Prävention unter Federführung des Jugendamtes der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz mit seinem Stück „Hey, das geht gut rein“ im Forum Polch. 400 Schüler der 9. und 10. Klassen, Lehrer, Schulsozialarbeiter und Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit aus dem gesamten Kreisgebiet stellten sich dem Thema Alkohol.

„Komasaufen“ und „Vorglühen“ sind für Jugendliche leider keine Fremdworte. Für viele junge Menschen gehört es beispielsweise am Wochenende zum Start in den Abend einfach dazu, vor dem Discobesuch zusammen mit Freunden möglichst schnell und möglichst viel Alkohol zu konsumieren. Nicht selten mit fatalen Folgen. Grund genug also für den Arbeitskreis Prävention und das Kreisjugendamt, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wie Jugendliche für das Thema Alkohol und dessen Missbrauch sensibilisiert werden können. Aber kann man auch ein ernstes Thema in ungewohnt lockerer Art präsentieren? Man kann, wie Jemas Solo bewies. Mit seiner humorvollen und glaubwürdigen Darstellung der Suchtproblematik gelang es ihm, die verschiedenen Ursachen legaler und illegaler Drogen lebendig werden zu lassen. Mit seinen Spontanimprovisationen und seinen Verwandlungskünsten begeisterte Solo sein überwiegend junges Publikum. Und nicht wenige der Anwesenden wurden nachdenklich, wenn der Künstler offen und ironisch den alkoholischen Alltag, seine Widersprüche und den Gruppenzwang, dem oft gerade junge Menschen ausgesetzt sind, aufgriff.

Burkhard Nauroth, zuständiger Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises, war vom Künstler und seiner Methodik begeistert: „Jemas Solo ist in viele Rollen geschlüpft. Er hat Probleme angesprochen, ohne den Zeigefinger zu erheben. Die jungen Menschen sind mit ihm auf eine Reise mitten ins pralle Leben gegangen. Das war großartig.“ Für Nauroth ist Aufklärung die beste Prävention. Und genau diesem Prinzip folgte die Veranstaltung. „Aufklärung ist kein Wunder- oder Allheilmittel, aber durch präventives Arbeiten, Beratung und gezielte Angebote und Projekte im schulischen und außerschulischen Bereich kann Alkoholmissbrauch entgegengewirkt werden. Hier setzen wir mit unserem Kreisjugendamt an. Wir suchen darüber hinaus das Zusammenwirken von Eltern, Schule und Pädagogen.“ Nicht zu Letzt betont Nauroth die Bedeutung der Vorbildfunktion, die Erwachsene im vernünftigen Umgang mit Alkohol haben.

Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Mainz sowie von der „Stiftung für unsere Jugend“ der Kreissparkasse Mayen. Sie fand im Rahmen des Bundesmodellprojekts HaLT- „Hart am Limit“ zur Alkoholprävention und innerhalb der   Aktionswoche Alkohol 2017 statt. Das Theaterstück „Hey, das geht gut rein“ wurde mehrmals in die Auswahl der geförderten Stücke im Rahmen der Förderung durch das Ministerium für Bildung aufgenommen.