© Fotolia Zecke in Haut

Vorsicht bei Zecken: Kleiner Biss mit großer Wirkung

Kreisgesundheitsamt rät: Mit Kleidung vorbeugen und bei Verdacht auf Borreliose rasch zum Arzt - Sie sind so klein und unauffällig und können doch für den Menschen gefährlich sein: Zecken, die wieder in Wald und Flur ihr Unwesen treiben. Wer von den kleinen blutgierigen Parasiten gebissen wurde, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dr. Wolfgang Dötsch, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Mayen-Koblenz: „Zecken können durch ihre meist harmlosen Bisse gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehören vor allem die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.“ Das FSME-Virus löst nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome aus wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen. Nach vier bis 14 Tagen kann es zu Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarksentzündungen kommen. Lähmungserscheinungen sind möglich. „Gegen die Frühsommer-Meningitis gibt es eine vorbeugende Impfung. Die sollten vor allem diejenigen nutzen, die sich viel in der Natur aufhalten.“ Allerdings weist Dötsch darauf hin, dass die gefährliche FSME in unserer Region nur vereinzelt auftritt, während Bayern, Baden-Württemberg und Österreich zu sogenannten Endemiegebieten gehören. Die häufigste von Zecken übertragene Krankheit in unseren Breitengraden ist die Borreliose. Sie wird meist nicht sofort erkannt, hat aber nur im Anfangsstadium Aussicht auf rasche Heilung. Der Zeckenbiss hinterlässt in der Regel eine kleine gerötete Einstichstelle, die nach kurzer Zeit wieder verblasst. Bildet sich dort in den Tagen bis Wochen danach eine kreisrunde Rötung (sog. Wanderröte) kann eine Borrelliose- Infektion vorliegen. Das Anfangsstadium geht über in wechselnde Gelenkschmerzen, insbesondere nächtliche Ruheschmerzen, die in Entzündungen der Hirnhaut oder des Herzmuskels ausarten können. Auch ständige Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und starker Nachschweiß gehören zu den Symptomen der Borreliose. „Wichtig bei der Borreliose ist eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika.“, erläutert Dötsch. Deshalb rät der Amtsarzt bei jedem Zeckenbiss, der auf eine Infektion hindeutet, den Hausarzt aufzusuchen. „Wer sich unsicher ist, sollte auf jeden Fall ärztlichen Rat konsultieren.“

Auch das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz steht für Fragen zu Zeckenbissen zur Verfügung. Wer Informationen benötigt, kann sich an die Fachleute unter Telefon 0261/ 914 807-0 wenden.

Vorbeugen und heilen

Vorbeugen ist immer noch der beste Weg, um schädlichen Folgen eines Zeckenbisses zu entgehen. Fachleute raten, in freier Natur geschlossene Kleidung, festes Schuhwerk und eine Kopfbedeckung zu tragen. Auch wirken insektenabweisende Mittel präventiv. Vorsicht  beim Gang durch die Natur: Zecken lauern vor allem im Untergehölz, auf Sträuchern und Hecken sowie im hohen Gras. Ist man trotz aller Vorkehrungen doch gebissen worden, sollte der ungebetene Gast mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange durch leicht drehende Bewegungen herausgezogen werden. Wichtig: Die Zecke nicht zerdrücken, denn eine tote Zecke hinterlässt an der Bissstelle vermehrt Erreger im Blut. Ein Zeckenbiss ist noch kein Grund zur Panik. Doch bei den ersten Anzeichen einer Infektion gilt: Sofort den Arzt aufsuchen. Eine schnelle Behandlung heilt.

Die Zecke

Zecken gehören zur Familie relativ großer Milben, die sich als Ektoparasiten von Reptilien-, Vogel- und Säugerblut ernähren. Zecken können ihre „Wirte“ mit Hilfe empfindlicher Sinnesorgane an den Vorderbeinen wahrnehmen. Sie reagieren beispielsweise auf bestimmte Gerüche. Der Körper der Zecke ist ähnlich geformt wie der von anderen Milben. Vor der Nahrungsaufnahme ist er flach. Beim Saugen des Blutes kann er sich auf ein Vielfaches vergrößern. Die kleinen Parasiten haben eine zähe Haut und vier Beinpaare, die Krallen tragen. Die Mundwerkzeuge sind stechend-saugende Organe. Ein Betäubungsmittel in ihrem Speichel sorgt dafür, dass der von ihnen Gestochene den Biss nicht spürt. Ungestört können sich Zecken so lange vollsaugen, bis sie prall gefüllt wieder abfallen. Mit ihrem Speichel gelangen jedoch Bakterien und Viren in den menschlichen Organismus, die großen Schaden anrichten können.