Auf den ersten Blick meint man die Skyline einer Hochhausmetropole zu sehen: Aber hier werden tausende Bücher sortiert, katalogisiert und für die Verteilung an die Schüler vorbereitet.

Viel Lob für die Schulbuchausleihe

Bildung: Landesweite Anerkennung für Entwicklung und Verfahren - Rund 7600 Schüler nehmen inzwischen das Angebot der Schulbuchausleihe wahr. Auf jeden Schüler kommen im Schnitt zehn Bücher. In der Summe heißt das: Mehr als 76000 Exemplare muss der Kreis jedes Jahr verteilen. Und das funktioniert nicht nur gut, sondern so reibungslos, dass das System aus Mayen-Koblenz Vorbild wurde.

Wenn am ersten Schultag den Teilnehmern der Ausleihe ihre Bücherpakete ausgehändigt werden, weiß keiner von ihnen, welche Arbeit viele Helfer bis dahin geleistet haben. „Wir haben das dezentral organisiert“, erklärt Alireza Zahedi von der Schulabteilung. Vereinfacht lässt sich das so darstellen: Mehrere Dienstleister registrieren, katalogisieren und ordnen jedem einzelnen Schüler im Auftrag der Kreisverwaltung die Bücher zu. Die Bücher werden nach Schulen und Klassenstufen geordnet und mit Barcode-Aufklebern registriert und erfasst. Dafür wurden eigens Barcode-Scanner, Etiketten- und Laserdrucker sowie die Notebooks angeschafft und mit der notwendigen Software bestückt. Um den Datenschutz zu gewährleisten, sehen die Dienstleister nicht die Namen der Schüler, sondern nur die Kundennummern. Mit dem Scanner werden schließlich die Bücher diesen Kundennummern zugeordnet, in Taschen verpackt und klassenweise gestapelt. Verteilt werden sie dann am ersten Schultag in der Regel im Klassenraum.

 

Alireza Zahedi hat das System der Schulbuchausleihe optimiert.Zahedi macht das seit sechs Jahren. Andere Schulträger folgen inzwischen der von ihm erarbeiteten Systematik. Denn mit der Verteilung ist es nicht getan, hinzu kommen Ausschreibung für die Dienstleister, Dokumentation und Verwendungsnachweise für Zuschüsse des Landes, Einzug der Leihentgelte, Kontrolle der Rückläufe auf Beschädigungen, Verwaltung der wechselnden Buchbestände: Zahedi hat dafür einen effizienten Kreislauf entwickelt: „Es geht gar nicht anders.“ Alireza Zahedi, Anja Kuntze und Katharina Lechner wickeln die ganze Verwaltung ab. Andere Kommunen brauchen deutlich mehr Personal.

Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz lobt die von Zahedi vorgeschlagene dezentrale Lagerhaltung, um Bestell-, Versand- und Empfangslisten zu reduzieren. Denn Arbeitsaufwand und die Kosten werden  minimiert. Auch der Landkreistag empfahl seinen Mitgliedern, die Systematik aus Mayen-Koblenz zu übernehmen. Ein Musterbeispiel nennt auch der Landesrechnungshof den Kreis wegen seiner transparenten Ausschreibung - und schlug dem Ministerium das Verfahren als Muster für andere Schulträger vor.

Landrat Dr. Alexander Saftig verhehlt nicht, dass er kein Freund der Schulbuchausleihe war: „Es macht viel, viel Aufwand für meine Mitarbeiter und die Erstattung des Landes deckt leider nicht die Kosten, die bei uns Kommunen aufschlagen. Die Unterstützung der Familien hätte man auch leichter gewähren können. Aber diese Diskussion ist hinter dem Pflug. Ich bin froh, dass Herr Zahedi über Jahre die Ausleihe perfektioniert hat, dass wir von bestmöglicher Schadensbegrenzung sprechen können. Ohne seine akribische, systematische Arbeit wäre der Aufwand deutlich größer - und die Kosten natürlich auch.“

Auch von höchster Stelle, dem Bildungsministerium, kam großer Zuspruch. Dort dankte man ausdrücklich dem Kreis für die langjährige Unterstützung bei der Weiterentwicklung und der Optimierung des Ausleihsystems in Rheinland-Pfalz. Kompetenz und Hilfsbereitschaft hätten maßgeblich zum Erfolg des Gesamtsystems beigetragen.

Zahedi selbst freut sich über das Lob natürlich, meint aber bescheiden: „Es geht nur mit den Kolleginnen im Haus, mit den Schulen, mit den Dienstleistern und mit den Eltern. Das ist wie ein Räderwerk, wo alle Zähne ineinander greifen. Manchmal muss man justieren, aber dann läuft es wie geschmiert.“ Die Kompetenz dafür haben ihm andere bescheinigt, was viel wichtiger ist, sagt er lächelnd: „Geduld.“