Attraktive Ortskerne stecken an

Hinter dem Begriff „Dorferneuerung“ verbergen sich attraktive Fördermöglichkeiten für Gemeinden und private Bauherren. Neben dem Erhalt ortstypischer Bausubstanz als Visitenkarte des Ortsbildes, soll die hohe funktionelle Vielfalt in den Kernen ländlicher Gemeinden gestärkt werden. Ziel sind attraktive Treffpunkte für die Bürger, in denen sich das dörfliche Leben konzentriert, wo man gerne verweilt, gemeinsame Feste feiert und man die notwendigen Dinge des täglichen Bedarfs besorgen kann. Die Projekte der Dorferneuerung sind gleichzeitig ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für das heimische Handwerk, denn jeder Euro Förderung löst ein Vielfaches an weiteren Investitionen aus.

Regionale Wertschöpfung durch regionales Knowhow

Wie die Menschen und Familien im Landkreis, hat auch jedes Dorf in Mayen-Koblenz seinen eigenen Charakter und eine gewachsene Struktur. Unabhängig von dieser Individualität, waren früher doch die für die Gebäude verwendeten Baumaterialien recht homogen. Es wurde verbaut, was auf kurzen Wegen verfügbar war, um teure Transporte zu vermeiden. Rheinischer Naturschiefer auf dem Dach, Eifler Basaltfensterbänke, Tuffstein, sichtbares Fachwerk aus heimischen Wäldern oder Bruchsteinmauern sind typisch für die historischen Dorfkerne der Region. Man braucht Spezialisten, wenn es darum geht, mit diesen Baustoffen die ursprüngliche Bausubtanz zu erhalten oder erneut geschmackvoll in Szene zu setzen. Fachleute findet man in ortsansässigen Betrieben, die vielfach seit Generationen bestehen und deren handwerkliches Knowhow perfekt auf die heimischen Werkstoffe abgestimmt ist. Auf diese Weise tragen die Dorferneuerungsprogramme dazu bei, zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze im Handwerk des ländlichen Raums zu sichern und auszubauen. In welchem Ausmaß Folgeinvestitionen ausgelöst werden, wird insbesondere im privaten Förderbereich der Dorferneuerung deutlich: Statistiken gehen davon aus, dass die eingesetzten Fördersummen um mindestens das 7-fache übertroffen werden. Wenn erstmal ein Gebäude in der Nachbarschaft in neuem Glanz erstrahlt, dann regt das häufig zur Nachahmung an. Lebendige und attraktive Ortskerne sind ansteckend.

 

Was kann gefördert werden?

In 98 Mayen-Koblenzer Gemeinden, die über ein abgestimmtes Dorferneuerungskonzept verfügen, können private Bauherren finanzielle Förderungen erhalten, wenn sie neuem Wohnraum in Ortskernen schaffen oder ältere Gebäude mit ortsbildprägender Bausubstanz erhalten. Ebenfalls unterstützt werden Maßnahmen, die Arbeitsplätze innerhalb des Ortes schaffen, den Tourismus fördern oder kulturellen Zwecken dienen. Auch öffentliche Maßnahmen, die die Gemeinde in Eigenregie umsetzten möchte, können unterstützt werden.

 

Service vor Ort: Beratung spart bares Geld

Am Anfang steht immer eine Idee. Bevor ein Bauherr viel Geld in aufwändige Pläne und Entwürfe steckt, sollte er über den Ortsbürgermeister mit dem zuständigen Ortsplaner Verbindung aufnehmen. Der Planer gibt dann kostenlose Tipps zur ortsgerechten Gestaltung und zu Fördermöglichkeiten. Das lohnt sich, denn bis zu 30 Prozent der anfallenden Kosten können je Objekt übernommen werden. Antragsformulare gibt es bei den Verbandsgemeindeverwaltungen. Die Kreisverwaltung bewilligt dann die Fördermittel.

 

Gemeinsame Ideen umsetzen - Mitmachen erwünscht

Damit eine Gemeinde bei öffentlichen Maßnahmen ihre Fördermittel bestmöglich einsetzen kann, ist es wichtig, dass sie weiß, wo Handlungsbedarf besteht. Daher setzt die Dorferneuerung sehr stark auf das Einbeziehen der Bevölkerung. Die Bürger können und sollen bei einem moderierten Verfahren, ihre Ideen und Vorstellungen für ihren Lebensraum einbringen. In unterschiedlichen sozialen Gruppen werden positive Merkmale des Ortes herausgestellt und Defizite benannt, um konkrete Probleme zu erörtern und daraus Ansätze zu deren Lösung aufzuzeigen. Entwicklungspotentiale sind ortsspezifisch und entfalten die nachhaltig stärkste Wirkung bei einer hohen Akzeptanz der dort lebenden Menschen.