Mayen-Koblenz hat als erster Landkreis in Rheinland-Pfalz auf eine softwaregestützte Schulentwicklungsplanung gesetzt: Das System ermöglicht Entscheidungen quasi in Echtzeit. Die meisten Städte und Verbandsgemeinden wollen für ihre Schulplanungen ebenfalls Primus nutzen.

Netzwerke bilden, Schullandschaft gestalten

Für die Planung der Bildungslandschaft setzt die Schulabteilung der Kreisverwaltung neuerdings eine Software ein, die aktuelle Aussagen zu vorhandenen und künftigen Schülerzahlen, benötigten Schulräumen und der demographischen Entwicklung ermöglicht. Bei einer Infoveranstaltung im Kreishaus konnten Vertreter der Städte und Verbandsgemeinden sich selbst von den Vorzügen der Software überzeugen: Digital statt analog, flexibel anstatt statisch – und vor allem aktuell, damit Politik und Verwaltung schnell und mit gesicherter Datenbasis entscheiden können: Das ist jetzt möglich und maßgeblich.

„Die Software bietet die aktuellen Geburten-, Einwohner- und Schülerzahlen, die vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz erhoben und direkt in das Programm importiert werden“, erklärt Josefine Wyrth von der Schulabteilung im Kreishaus. Durch „Primus“, so der Name des Programms, können Schlüsse für die Entwicklung der Schülerzahlen an den jeweiligen Schulstandorten gezogen, der Raumbedarf ermittelt und wichtige Weichen für die Planung des ÖPNV gezogen werden.

Bei der Infoveranstaltung hatten die Vertreter der Städte und Verbandsgemeinden die Möglichkeit, selbst die Software zu testen. Im Ersten Teil wurden mit Hilfe der Software die Fragen beantwortet: Wie hoch sind die Geburtenzahlen, Einwohnerzahlen und Schülerzahlen in einem bestimmten Gebiet des Landkreises? Wie entwickeln sich die Schülerzahlen in den folgenden Jahren? Woher kommen die Schüler und welche Schulen besuchen sie? Ist der Raum in unseren Schulgebäuden für die Schüler ausreichend?

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnte im sogenannten „Simulationsmodus“ der Software experimentiert werden: Wie würden sich die Schülerzahlen verändern, wenn beispielsweise ein neues Baugebiet entsteht?

Schnell zeigt sich, die Arbeit mit der Software bietet nicht nur der Kreisverwaltung beste Voraussetzungen für die Schulentwicklungsplanung, sondern verspricht auch neue Perspektiven für die  kreisangehörigen Städte und Verbandsgemeinden. „Für die Verbandsgemeinde Weißenthurm ist die Entwicklung unserer Schulen sehr wichtig. Wir sind froh, nun auch die Software nutzen zu können. So können wir auf Knopfdruck die Entwicklung der Schülerzahlen auswerten und sehen, wie die Schulgebäude ausgelastet sind. Das war in der Vergangenheit so einfach nicht möglich“, erklärt Edward Schneider, Teilbereichsleiter Schulen der Verbandsgemeinde Weißenthurm.

Für die acht der zehn Verbandsgemeinden und Städte des Landkreises, die die Software erworben haben, bietet die gemeinsame Nutzung von „Primus“ neue Möglichkeiten zur Entwicklung der Schullandschaft, über die man sich zukünftig regelmäßig austauschen möchte.