Bei der Veranstaltung diskutierten Mitglieder der Beiräte, Experten, Vertreter aus Politik und Verwaltung rund um die Themen Rechtsradikalismus und Salafismus und welche Möglichkeiten der Prävention bestehen.

Gefahr für Jugendliche: Rechtsradikalismus und Salafismus

Veranstaltung des Beirats für Migration und Integration - Die politische und religiöse Radikalisierung von Jugendlichen entwickelt sich zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem. Der Beirat für Migration und Integration des Landkreises Mayen-Koblenz rückte das Thema in den Fokus und lud zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Autoritäre Jugend – Zwischen Rechtsradikalismus und Salafismus“ ins Bendorfer Rathaus ein.

Wie und warum radikalisieren sich junge Menschen und welche wirksamen Präventionsmöglichkeiten gibt es? Für Professor Dr. Stephan Bundschuh, Sozialwissenschaftler an der Hochschule Koblenz, steht fest, dass die Empfänglichkeit der Jugendlichen für Populismus und Autoritarismus, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, nach gleichen Mustern funktioniert. „Abgrenzung vom Elternhaus ist bis zu einem gewissen Ausmaß bei Jugendlichen völlig normal. Die Pubertät ist immer eine Phase der persönlichen Neufindung und der Suche nach Zugehörigkeiten zu Gruppen, Anerkennung und Geborgenheit“, so Bundschuh. Gefährlich und leider sehr schwer frühzeitig erkennbar werde es jedoch, wenn die Abgrenzung von der Familie oder ehemals bestehenden sozialen Strukturen vollständig vollzogen wird. „Salafismus und Rechtsradikalismus arbeiten konsequent mit populistischen Zuspitzungen und gesellschaftlichen Spaltungen. Arm gegen reich, unten gegen oben oder schwach gegen stark. Rechtspopulisten wollen vermeintliche Privilegien ihrer Gruppe verteidigen und Salafisten wollen Privilegien für Ihre Mitglieder erkämpfen“, erklärt der Sozialwissenschaftler.