Kottenheims ältestes Haus erstrahlt in neuem Glanz

Privater Bauherr und Dorferneuerung ermöglichen Sanierung - Vor 60 Jahren stand an dieser Stelle noch ein Gehöft mit Wohnhaus, Scheune und Stallungen. Heute präsentiert sich das älteste Haus des Ortes in der Kottenheimer Genovevastraße als gelungenes Projekt der Dorferneuerung. In diesem Jahr wurde das Gebäude komplett entkernt und mit der Sanierung begonnen. Von außen ist der Erfolg schon sichtbar.

Barbara Münnich von der Dorferneuerung der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz ist begeistert, wenn sie davon spricht, was durch private Initiative und mit Unterstützung der Dorferneuerung an alter Bausubstanz im Landkreis erhalten werden kann. Jüngstes Beispiel ist in Kottenheim ein Anwesen, das in der Zeit von Margarethe von Kottenheim, die mit Daniel Schilling von Lahnstein verheiratet war, gebaut wurde. Aus den Steinen von den Siedlungen der Kelten, Römer und Franken entstand Mitte des 14. Jahrhunderts  das Wohnhaus. Es ist somit eines der ältesten Gebäude bzw. das älteste Haus in Kottenheim. Die Wände sind zum Teil über einen Meter dick und bilden ein massives Mauerwerk aus Basalt, Tuff, Lava und Lehm bis zum Giebel. Die offene Feuerstelle im Gebäude mit einem Rauchfang von bis zu 3 Metern lässt auf eine große Anzahl an Bewohnern schließen. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte mehrmals der Besitzer und damit verbunden wurde das Wohnhaus oft verändert.

In diesem Jahr entschloss sich der heutige Eigentümer,  das Gebäude  komplett zu entkernen und zu sanieren. Die alten Gesimse aus Basalt wurden mit Laser vermessen und die Holzbalken dementsprechend angepasst. Dadurch wurde gewährleistet, dass die neuen Holzdecken im Lot sind. „Auch die Statik wurde neu berechnet und bevor der Dachstuhl neu aufgebaut wurde, kam auf das alte Mauerwerk ein Ringanker“, erklärt Fachfrau Barbara Münnich. Und sichtlich zufrieden ergänzt sie: „Für den Innenausbau werden die 700 Jahre alten Balken verwendet.“ Münnich freut sich, dass der Eigentümer ein hohes Maß an Verantwortung für das alte Wohnhaus empfindet. Durch die wirtschaftliche Bebauung bestehe die Gefahr der Zerstörung historischer Gebäude und der unverwechselbaren Ortsbilder. Damit würde auch das Schaffen und Leben der Vorfahren zerstört. Nicht so in der Genovevastraße in Kottenheim. Hier identifizieren sich die Menschen mit ihrem Haus als Zeugnis der Vergangenheit. Und dank der Unterstützung von Dorferneuerung und Denkmalschutz gelingt es, dieses Stück Heimatgeschichte  zu erhalten und wieder mit Leben zu erfüllen.

Infos: Barbara Münnich, Telefon 0261/108-208, E-Mail: