Die Karpatischen Wasserbüffel fühlen sich in den Thürer Wiesen wohl.

Thürer Wiesen sind modellhaft für andere Projekte im Land

Delegation aus Kaiserslautern informierte sich vor Ort - Im Landkreis Kaiserslautern plant man zur Zeit ein Beweidungsprojekt, ähnlich wie es der Landkreis Mayen-Koblenz mit seiner Stiftung für Natur und Umwelt in den Thürer Wiesen bereits eingerichtet hat. Eine Delegation des NABU Rheinland-Pfalz, des Landkreises Kaiserslautern mit Landrat Paul Junker, dem DLR Westpfalz und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd informierte sich nun über das Mayen-Koblenzer Pilotprojekt.

Viele Gebiete in Rheinland-Pfalz sind von Verschilfung betroffen. Eines davon waren die Thürer Wiesen in der Verbandsgemeinde Mendig. Eine Beweidung mit Karpatischen Wasserbüffeln schafft hier seit geraumer Zeit Abhilfe. Die Tiere können ganzjährig im Gebiet sein und fressen Rohrkolben, Schilf und Seggen. Dadurch werden auf der Fläche mosaikartige Strukturen geschaffen und die Artenvielfalt gefördert. Die Stiftung Natur und Umwelt des Landkreises Mayen-Koblenz kümmert sich federführend um das Projekt. Erster Kreisbeigeordneter Burkhard Nauroth erläuterte den Gästen gemeinsam mit der zuständigen Referatsleiterin Tanja Stromberg die organisatorischen Rahmenbedingungen und naturschutzfachlichen Erfolge. So konnte Nauroth darauf verweisen, dass sich die Flächen seit dem Einsatz der Wasserbüffel sehr gut im Sinne des Naturschutzes entwickelt haben. Die Akzeptanz des Beweidungsprojektes in der Bevölkerung ist außergewöhnlich. „Die Thürer sprechen von ihren Wasserbüffeln. Die Menschen, egal ob groß oder klein, zieht es häufig in die Thürer Wiesen, um sich die Büffel anzuschauen“, so Nauroth. Um die Tiere überhaupt erst ansiedeln zu können, war es notwendig, entsprechende Vereinbarungen mit den Eigentümern der Grundstücke herbeizuführen. In diesem Fall gehören die Flächen der Verbandsgemeinde Mendig, der Ortsgemeinde und dem NABU. Sie alle stellen die Wiesen für die Dauer von 30 Jahren unentgeltlich zur Verfügung. Für die Dauer des Projektes sorgt der NABU Rheinland-Pfalz mit der NABU Agrar- und Umwelt GmbH dafür, dass die Büffel ohne Kosten für den Landkreis und seine Umweltstiftung in den Thürer Wiesen grasen können. Ein regelmäßiges Monitoring sichert den  nachhaltigen Erfolg der Maßnahme. Ebenso wie die Betreuer der Tiere. „Ohne diese Helfer, wäre das ganze Projekt nicht möglich“, so Referatsleiterin Tanja Stromberg. Die Delegation aus Kaiserslautern war jedenfalls begeistert von den Thürer Wiesen. Sie nahmen viele Anregungen und Aspekte mit auf die Heimreise, nicht zuletzt auch den des Tierschutzes. Dass es den Tieren im Beweidungsprojekt auch richtig gut geht, dafür sorgen auch die Veterinäre der Kreisverwaltung. 

Wer mehr über die Thürer Wiesen wissen will, kann sich bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz an Tanja Stromberg, Telefon 0261/108-318, E-Mail: , wenden oder über www.kvmyk.de