Modellprojekt zur eigenständigen Jugendpolitik startet in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel: Rebecca Stefula (Kreisjugendamt), Tobias Rutz (Jugendpfleger VG Rhein-Mosel), Bruno Seibeld (Bürgermeister VG Rhein–Mosel), Benedict Hallerbach (Kreisjugendamt), Burkhard Nauroth (Erster Kreisbeigeordneter) sowie Guido Bayer und Lothar Kalter (beide Kreisjugendamt).

Mitmachen, mitreden und gestalten

Modellprojekt zur eigenständigen Jugendpolitik startet - Der Landkreis Mayen-Koblenz entwickelt eine kommunale Jugendpolitikstrategie in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel als Modellregion. Mehr Jugendliche sollen dazu bewegt werden, ihre Heimat mitzugestalten und sich aktiv in gesellschaftliche Themen einzubringen. Das rheinland-pfälzische Familien- und Jugendministerium bezuschusst das Projekt in den nächsten zwei Jahren mit bis zu 20.000 Euro.


Benedict Hallerbach vom Kreisjugendamt erklärt die Leitziele der kommunalen Jugendpolitikstrategie: „Jugendliche werden befähigt und unterstützt sich einzubringen. Dazu brauchen sie zunächst eigene Räumlichkeiten wie Jugendräume und Jugendtreffs. Letztlich muss erreicht werden, dass die jungen Menschen nachhaltig Zugang zu relevanten Gestaltungs- und auch Entscheidungsprozessen in der Kommunalpolitik oder der Verwaltung erhalten.“ Nach zwei Jahren werden die Ergebnisse des Pilotprojekts evaluiert und den weiteren Kommunen im Landkreis zugänglich gemacht. Anhand der gemachten Praxiserfahrungen können diese sich dann selbst an die Umsetzung einer eigenen kommunalen Jugendstrategie begeben.

Die aktuellen Kinder- und Jugendberichte des Bundes und des Landes fordern breit angelegte Strategien zur Aktivierung von örtlich eigenständiger Jugendpolitik und bieten Förderprogramme zur Umsetzung. Der inhomogen strukturierte Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamts eignet sich im Gesamten nicht zur einheitlichen flächendeckenden Umsetzung. „Der Jugendhilfeausschuss wählte im Sommer die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel als Modellregion. Wir haben uns unter anderem für die zweitgrößte Flächenverbandsgemeinde unseres Zuständigkeitsbereichs entschieden, weil dort nach der Fusion zu einer neuen kommunalen Einheit das Zusammenwachsen einer jungen Generation `von Jugend auf` besonders im Fokus steht“, so der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth.

Hallerbach sagt: „Jugendliche müssen sich in der Gesellschaft gut aufgehoben, ernst genommen und respektiert fühlen. Sie sollen Perspektiven für ein gutes Leben entwickeln und ihren jugendspezifischen Interessen nachgehen können. Als Experten in eigener Sache wissen sie schließlich selbst am besten, wo der Schuh drückt und was sich ändern sollte.“ Nauroth ist überzeugt: „Gestalten und sich in die Gesellschaft einbringen, macht Spaß. Wir müssen allerdings zeitgemäße und geeignete Beteiligungsformen entwickeln, die den jungen Menschen in allen sie betreffenden Belangen die Möglichkeit eröffnen, das Gemeinwesen mitzugestalten. So kann man demokratische Verhaltensweisen trainieren. Das stärkt unmittelbar das Gemeinwesen.“ Gerade in ländlich geprägten und häufig vom demografischen Wandel stark betroffenen Regionen könnten engagierte Jugendliche entscheidend zum Bestand einer lebendigen und lebenswerten örtlichen Gemeinschaft beitragen.

Das Projekt wird begleitet von einer Steuerungsgruppe, in welcher alle beteiligten Akteure aus dem Landkreis vertreten sind. Die Steuerungsgruppe hat die Aufgabe, die Leitziele vor Ort umzusetzen. Fachliche Unterstützung kommt durch das Landesjugendamt und eine Gruppe von Sozial- und Verwaltungswissenschaftlern. Für Burkhard Nauroth steht fest: „Die Beteiligung von Jugendlichen zu fördern und die Demokratie zu stärken, sind wichtige Aufgaben für die Zukunft.“ Bruno Seibeld, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, begrüßt das Projekt ebenfalls und sagt die volle Unterstützung von Seiten der örtlichen Kommunalpolitik und seiner Verwaltung zu. Der Winninger Jugendpfleger Nico Sossenheimer wünscht der Jugend, dass sie sich in ihrer Gemeinde wohl, willkommen und gehört fühlt: „Ich würde mich freuen, wenn die Jugendlichen auch als Erwachsene ihrem Herkunftsort verbunden bleiben und die positiven Erfahrungen weiter tragen.“ Tobias Rutz, Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, freut sich: „Das Projekt hat viel Potential. Für die Jugend, damit sie von der Politik besser wahrgenommen wird. Für die Ortsgemeinden, um einen positiven Bezug für junge Menschen für ihren Ort herzustellen. Und für die Politik, um sich kinder-, jugend- und familienfreundlich auszurichten.“

Mehr Infos im Internet unter www.kvmyk.de per bei Benedict Hallerbach, Email oder telefonisch 0261/108-566.