Herzlich hießen die Verantwortlichen der Ortsgemeinde Burgen den Landrat in ihren Reihen willkommen. Einen Nachmittag lang stellten sie ihr Dorf dem Kreischef vor.

Burgen an der Mosel überzeugt durch lebendige Dorfgemeinschaft

Landrat besucht Gemeinde und ermutigt zur Teilnahme am Dorfwettbewerb - In Deutschland geht die Angst um – die Angst vorm Aussterben der Dörfer. Schaut man in den Osten der Republik, beispielsweise nach Mecklenburg-Vorpommern, so sieht man ganze Landstriche, die von der Landflucht betroffen sind. Besonders junge Menschen suchen ihr Heil in der Stadt. Doch wie sieht es im Landkreis Mayen-Koblenz aus, einem mit mehr als 80 Gemeinden durchaus ländlich geprägten Landkreis? Wie lebendig sind die Dörfer der Region? Und wieviel Zukunftsfähigkeit haben sie? Fragen, denen Landrat Alexander Saftig seit geraumer Zeit mit seinen Mitarbeitern der Kreisentwicklung nachgeht. Der Kreischef besucht kleine Gemeinden und informiert sich direkt vor Ort. Jüngstes Beispiel: Burgen an der Mosel.

750 Einwohner leben in Burgen in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Ortsbürgermeister Fritz Martin Bär ist sichtlich erfreut, dass sich Landrat Alexander Saftig für seine Gemeinde interessiert. Gemeinsam mit den Beigeordneten Siegmar Pfeiffer und Rudolf Schmitt informiert er über die Entwicklung des Dorfes in den vergangenen 50 Jahren. Nein, „schwere Themen“, die die Gemeinde vor unlösbare Aufgaben stellen, belasten Burgen nicht. Im Gegenteil: Viel läuft richtig gut, die Infrastruktur stimmt. In Burgen gibt es noch einen Bäcker, zwei Weinstuben, mehrere Gaststätten und Restaurants. Auch der DSL-Ausbau erfolgte 2013. Das wirkt sich auch positiv auf den Tourismus aus. Zwei Campingplätze mit je 400 Plätzen, zwei Hotels mit 110 und 70 Betten sowie 12 Ferienwohnungen beherbergen Gäste aus dem In- und Ausland, ein eigenes Touristikbüro beantwortet alle Fragen. Da wäre sogar die ein oder andere zusätzliche Gaststätte noch wünschenswert, um gerade in der Hochsaison alle Touristen bedienen zu können.

Auch kleinere Gewerbetreibende haben ihren Sitz in Burgen. Besonders erfreut zeigte sich der Landrat über die Praxis einer Ärztin im Ort. „Das Thema der ärztlichen Versorgung des ländlichen Raumes beschäftigt uns schon sehr“, so Saftig. Umso glücklicher könne sich ein Dorf schätzen, wenn noch ein Arzt vor Ort vorhanden sei.

Besonders stolz ist man in der Moselgemeinde auf ein aktives Vereinsleben. In gleich 16 Vereinen, von der Burgener Blaskapelle und der Freiwilligen Feuerwehr über den Möhnenverein und den Tanzsportclub bis hin zum FC Burgen und den Stadtsoldaten, haben die Bürger der Gemeinde vielfältige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren und ihre Freizeit zu gestalten. „Wir können die Bedeutung des Ehrenamtes für unsere Gemeinden gar nicht hoch genug einschätzen“, ist sich auch der Landrat sicher. „Die Vereine sind so etwas wie der Motor der Dorfgemeinschaft. Sie gilt es zu stärken und durch eine öffentliche Anerkennung des Ehrenamtes aufzuwerten und auch für junge Menschen attraktiv zu machen.“ In Burgen beispielsweise kümmern sich Ehrenamtler auch um die von einst 45 noch 16 verbliebenen Flüchtlinge. Sie fahren mit ihnen zum wöchentlichen Einkauf, einer Aufgabe, die der Staat gar nicht leisten könnte.

Zum Ende des Besuches hatten die Burgener dann doch noch einen Wunsch an den Landrat. So bemüht sich die Gemeinde um den Schutz und die Förderung der vorhandenen Streuobstwiese. Die Pflege ist sehr aufwendig und teuer. Hier versprach der Kreischef Unterstützung. Gleichzeitig ermutigte er das Dorf, sich am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu beteiligen. „Burgen ist eine sehr lebendige Gemeinde und kann sich selbstbewusst dem Wettbewerb mit anderen stellen.“