Das Einfamilienhaus der Familie Wagner-Petrich in Welling benötigt erheblich weniger Energie zum Heizen als vergleichbare Gebäude.

Klimaschutzhausnummer für energiesparendes Bauen

Vier Wohnhäuser und ein Verwaltungsgebäude ausgezeichnet - Gemeinsam setzen sich der Landkreis Mayen-Koblenz, die Stadt Koblenz und das Bau- & EnergieNetzwerk Mittelrhein für energiesparendes Bauen und Sanieren ein. Mit der ideellen Auszeichnung „Klimaschutz-Hausnummer“ soll besonderes Engagement gewürdigt werden. Zum vierten Mal wurden nun Klimaschutzhausnummern verliehen. Insgesamt ging die Auszeichnung an fünf Neubauten in der Stadt Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz - vier Wohngebäude und ein Verwaltungsgebäude.

Der Kreisbeigeordnete Rolf Schäfer (rechts) überreichte Bauherr Marcel Wagner-Petrich die KlimaschutzhausnummerDas Einfamilienhaus der Familie Wagner-Petrich in Welling wurde als „Effizienzhaus KfW 55“ konzipiert. Das bedeutet, dass es nur 55 Prozent der Energie eines Referenzgebäudes, welches nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung gebaut wird, benötigen darf. Ein wichtiges Merkmal des Gebäudes in Welling ist die Wärmeversorgung. Mit einer Wärmepumpe wird über eine Erdsonde die Wärme des Erdreichs angezapft. Das Dach hat eine hervorragende Dämmung. Zusätzlich zu der Zwischensparrendämmung wurde auch eine dicke Holzfaserplatte aufgebracht. Diese Dämmung verhindert zum einen den Verlust der Heizenergie im Winter und stellt gleichzeitig einen sehr guten Hitzeschutz im Sommer dar. Eine Fotovoltaikanlage produziert Strom, der die Wärmepumpe antreibt. Bauherrn Marcel Wagner-Petrich erfüllt es mit Freude, dass trotz aller zusätzlichen Anstrengungen nicht nur ein behagliches Zuhause geschaffen, sondern ebenfalls ein echter Beitrag zum Klimaschutz geleistet wurde.

Bereits zum zweiten Mal wurden Wohngebäude der Firma Hubaleck-Immobilien ausgezeichnet. In 2018 geht der Preis an ein Doppelhaus mit je zwei Wohneinheiten in Weißenthurm. Auch hier wurde der Standard „KfW 55“ gewählt. Die Beheizung erfolgt über eine Luft-Wärmepumpe. Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt stets für frische Luft im Gebäude, ohne das Wärme durch eine Fensterlüftung verloren geht. Karl Johann, Geschäftsführer der Firma Hubaleck-Immobilien, hebt hervor, dass die Mieter des Hauses von den niedrigen Heizkosten profitieren. „Die Heizkosten werden, so unsere Erfahrungen, bei nur ungefähr 3,50 Euro jährlich pro Quadratmeter Wohnfläche liegen. Bei einer 100 Quadratmeterwohnung sind das also gerade einmal 350 Euro im gesamten Jahr!“

Die von der Stadt Koblenz verliehene Klimaschutzhausnummer ging an den in Mülheim-Kärlich ansässigen Architekten Paul Michael Dohmen, der damit für sein hocheffizientes dreigeschossiges Mehrfamilienwohnhaus mit vier Wohnungen im Stadtteil Koblenz-Rauental geehrt wurde. Im Hinblick auf eine durchgängig effiziente und damit umweltbewusste Anlagentechnik wurde auf Geothermie und Sonnenenergie gesetzt. So erhielt das Gebäude eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und die nach Süden ausgerichtete Dachfläche wurde komplett mit hocheffizienten Photovoltaik-Solarmodulen versehen. Die Ökobilanz kann sich sehen lassen: Über das Jahr gesehen produziert die PV-Anlage doppelt so viel Strom wie die hauseigene Anlagentechnik für Beheizung und Trinkwassererwärmung des Gebäudes benötigt. Gegenüber einer konventionellen Anlagentechnik mit fossilem Energieträger wird die Umwelt mit 60 Prozent weniger Kohlenstoff- und Stickoxiden belastet. Die Mehrkosten der Effizienzmaßnahmen  betrugen rund 50.000 Euro und werden durch die in Anspruch genommenen Zuschüsse der KfW-Bank und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu mehr als der Hälfte abgedeckt. Den Restbetrag amortisieren der Zinsvorteil des KfW-Kredits, die Stromersparnis bei der Wärmegewinnung und die prognostizierte Einspeisevergütung des Stromversorgers bereits in 5 Jahren. Das Motto des Architekten, der bereits im vergangenen Jahr für sein hocheffizientes barrierefreies Wohnobjekt in Mülheim-Kärlich mit der Klimaschutzhausnummer des Landkreises Mayen-Koblenz ausgezeichnet worden war, lautet daher konsequenter Weise: „Mit gutem Beispiel voran zum Wohle des Klimaschutzes – energieeffizient, nachhaltig und umweltschonend - für unser aller Zukunft“.

Die fünfte Auszeichnung ging an das neue Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde Pellenz in Plaidt. Auch dieses Gebäude wird mit einer Wärmepumpe beheizt. Insgesamt sieben Erdsonden wurden bis zu einer Tiefe von fasst 100 Metern ins Erdreich gebohrt. Hierüber erfolgt auch eine regenerative Kühlung zur Temperierung im Sommer. Eine moderne Brennstoffzelle wandelt Erdgas in Strom und Wärme um. Die energieeffiziente LED-Beleuchtung spart viel Strom bei der Beleuchtung der 35 Einzel- und Doppelbüros für 63 Mitarbeiter ein. Zukunftsweisend ist auch die Installation von Ladesäulen für Elektro-PKW und Elektro-Fahrräder. „Weiterhin befindet sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Verwaltung in Planung“, sagt Detlev Leersch, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Pellenz, der die Auszeichnung entgegen nahm.