Vom Kaffee bis zum Müsliriegel: Fairtrade-Produkte gehören in der Kreisverwaltung mittlerweile zum Standardsortiment der Cafeteria und stehen bei Sitzungen auf dem Tisch.

Mayen-Koblenz setzt auf Fairtrade

Re-Zertifizierung steht an - Fester Mindestpreis, nachhaltige Produktion und das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit zeichnen Fairtrade-Produkte aus. Das unterstützt auch der Landkreis Mayen-Koblenz, der seit 2016 offiziell Fairtrade-Kommune ist. Alle zwei Jahre wird überprüft, ob die Kriterien noch erfüllt sind, um sich Fairtrade-Landkreis nennen zu dürfen. Diese Re-Zertifizierung steht Ende dieses Jahres an.

In der jüngsten Kreistagssitzung informierte Rudi Zenz, Kreisbeigeordneter und Vorsitzender der Fairtrade Steuerungsgruppe, die Kreistagsmitglieder über den aktuellen Stand des Fairtrade-Landkreises: „Die Auszeichnung zum Fairtrade-Landkreis und die damit verbundene Urkunde sind das Eine, unser Ziel muss es jedoch sein, dass die Bürger des Landkreises für Fairtrade sensibilisiert werden, damit sie diese Produkte auch kaufen. Heute findet man bereits in Supermärkten und Discountern ein breites Sortiment an Fairtrade-Produkten. Das Angebot ist gut, aber die Nachfrage ist ausbaufähig.“

Auch in der Kreisverwaltung setzt man auf faire Waren. Zu Beginn des vergangenen Jahres wurde das Teesortiment der Cafeteria des Kreishauses komplett auf Fairtrade-Tee umgestellt. Kaffee und Orangensaft für Sitzungen waren bereits im Vorfeld in der Fairtrade-Variante vorhanden. Außerdem kann man fair gehandelte Snacks in der Cafeteria erwerben. Die Arbeit der Steuerungsgruppe bezieht sich jedoch nicht nur auf die Verwaltung und das Kreishaus selbst. Es wurde ein eigener Flyer entworfen, der bei Veranstaltungen des Landkreises ausgelegt wird und auf die Thematik hinweist. Auch wurden rund 500 Gastronomen und Beherbergungsbetriebe im Landkreis angeschrieben, um zur Mithilfe beim Thema Fairtrade zu motivieren und zu erfragen, ob bereits Fairtrade-Produkte angeboten werden. „Leider war die Resonanz sehr gering“, bedauert Zenz. „Für die Zukunft wünschen wir uns ein stärkeres Angebot an Fairtrade-Produkten bei den Gastronomen.“

Nicht nur der Landkreis hat das Fairtrade-Zertifikat. Mayen ist bereits seit 2011 Fairtrade-Stadt, Andernach seit 2014. In beiden Städten sind, unterstützt von den jeweiligen Stadtverwaltungen, eine große Zahl Ehrenamtlicher sehr engagiert. Diese arbeiten daran, das Bewusstsein der Menschen im Hinblick auf den Fairtrade-Gedanken zu verändern. Auch das Mayener Megina-Gymnasium ist ein Fairtrade-Vorreiter. Im vergangenen Jahr wurde unter anderem ein Automat aufgestellt, der ausschließlich mit Fairtrade-Produkten bestückt ist.