Die Steuerungsgruppe, die das Projekt umsetzt: Rebecca Stefula, Guido Bayer (beide Kreisjugendamt), Bruno Seibeld (Bürgermeister VG Rhein–Mosel), Burkhard Nauroth (Erster Kreisbeigeordneter), Margret Sundermann (Fachstelle Plus für Kinder – und Jugendpastoral und Kreisjugendring Mayen - Koblenz) Benedict Hallerbach (Kreisjugendamt), Nico Sossenheimer (Jugendbüro Winningen und Kreisjugendring Mayen-Koblenz), Tobias Rutz (Jugendpfleger VG Rhein-Mosel), sowie Lothar Kalter (Kreisjugendamt).

Jugendliche gestalten und reden mit

Projekt des Landkreises für eigenständige Jugendpolitik - Mehr Jugendliche sollen dazu bewegt werden, ihren Wohnort mitzugestalten und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Dazu hat das Familienministerium das Projekt unter dem Titel  „JES! Eigenständige Jugendpolitik – mit PEP vor Ort“ initiiert.  Das Projekt wird im Landkreis mit der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel als Modellregion durchgeführt. JES steht für „jung, eigenständig, stark“ und PEP für Praxisentwicklungsprojekt. In der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wurde über den aktuellen Projektverlauf berichtet: Zahlreiche Interviews zur Jugendarbeit wurden bereits geführt, Daten wurden erhoben und gefiltert. Nun geht es um die konkrete Beteiligung der Jugendlichen.

Mit dem Projekt sollen Interessen und Bedürfnisse junger Menschen bis  27 Jahre stärker in den politischen Blick genommen werden. „Gerade        vor dem Hintergrund des demografischen Wandels brauchen wir insbesondere in ländlichen Regionen die Eigeninitiative junger Menschen, die das gemeindliche Leben vor Ort proaktiv gestalten wollen, ganz egal ob in der Kommune selbst, in Vereinen oder Verbänden“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth, der auch Mitglied im Beirat des Landesprojektes ist. „Bei „JES“ geht es uns nicht nur darum aufzulisten, welche Formen der Jugendbeteiligung es in der Verbandsgemeinde und im Landkreis bereits gibt. Unser Ziel ist es vor allem herauszufinden, was fehlt, um von wirklicher Jugendpolitik sprechen zu können. Wir müssen zeitgemäße und geeignete Beteiligungsformen entwickeln und umsetzen, die jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen, das Gemeinwesen mitzugestalten“, so Burkard Nauroth weiter.

Der Projektverlauf

Das Projekt startete Ende 2017. „Seitdem haben wir zwei sogenannte Politikfeldanalysen durchgeführt“, erläutert Benedict Hallerbach vom Kreisjugendamt. Dabei wurden in einem ersten Schritt Interviews mit kommunalen Politikern und Fachkräften aus der Jugendarbeit geführt. In einem zweiten Schritt wurden Daten zum Thema Jugend und zur kommunalpolitischen Situation erhoben und gefiltert. „Jetzt geht es um die konkrete Mitwirkung der Jugendlichen in Jugendforen vor Ort“, so Hallerbach.

Fühlst du dich wohl im Wohnort? Kannst du dir vorstellen dort zu bleiben? Können Jugendliche vor Ort mitbestimmen und mit entscheiden und werden sie in Überlegungen mit einbezogen? Das sind Fragen, die die Jugendlichen in einer Online-Befragung beantworten sollen. Ab September werden Jugendforen in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel durchgeführt bei denen Jugendliche die Möglichkeit haben, ihre Themen, Ideen, Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen, die nach ihrer Vorstellung zu einer besseren Gestaltung ihres Wohnortes und der Verbandsgemeinde beitragen sollen. Parallel dazu werden auch Bürgermeister, Vereine und Jugendeinrichtungen zum Thema Jugendpolitik befragt.

Nach der Befragung werden Ziele formuliert und Maßnahmen erarbeitet. „Schlussendlich muss es uns gelingen, diese Ziele umzusetzen, um so für eine tatsächliche eigenständige Jugendpolitik vor Ort zu sorgen. Die jungen Menschen brauchen Zugang zu relevanten Gestaltungs- und auch Entscheidungsprozessen in der Kommunalpolitik oder der Verwaltung“, so Hallerbach.

Rhein-Mosel als Modell-Region

„Für die Umsetzung des Projektes müssen wir mit den Jugendlichen vor Ort in Kontakt kommen. Da der Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes dafür zu groß und heterogen ist, mussten wir uns auf eine Modellregion festlegen. Daher wählte der Jugendhilfeausschuss die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel als Modellregion“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete. Nach zwei Jahren werden die Ergebnisse des Pilotprojekts evaluiert und den weiteren Kommunen im Landkreis zugänglich gemacht. Anhand der gemachten Praxiserfahrungen können diese sich dann selbst an die Umsetzung einer eigenen kommunalen Jugendstrategie begeben.

Weitere Informationen zum Projekt im Internet unter www.jugendpflege-rhein-mosel.de, www.kvmyk.de, bei Benedict Hallerbach, Email oder telefonisch 0261/108-258. Zur Online-Befragung der Jugendlichen gelangt man unter www.partool.kjr-myk.de/.