Projekt für Migranten und Flüchtlinge endet nach drei Jahren

Projekt für Migranten und Flüchtlinge endet nach drei Jahren

Nachfolgeprojekt von MiKo-MYK steht in den Startlöchern - Das Flüchtlingshilfeprojekt „Migration und Koordinierung im Landkreis Mayen-Koblenz“ (MiKO-MYK) endet nach einer Laufzeit von drei Jahren. Der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth zog bei der Abschlussveranstaltung ein positives Fazit: „Das Projekt war ein Glücksgriff. Wir haben ein tragfähiges Netzwerk aufgebaut, um Hürden bei der Integration abzubauen.“ Die Nachfolge des Projektes ist bereits gesichert: Ab Juli wurde ein neues Projekt unter dem Namen „ZWO – Zugewanderte integrieren, Wege bereiten, Orientierung geben“ mit einer Laufzeit von zwei Jahren vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genehmigt.

Zahlreiche ehren- und hauptamtliche Institutionen und Organisationen wurden vernetzt. „Gemeinsam mit 27 Kooperationspartnern wurde einiges auf den Weg gebracht“, so Nauroth.

Mit dem „Netzwerk Flüchtlingshilfen“ wurde eine virtuelle Plattform geschaffen, auf der aktuelle Informationen weitergegeben und abgerufen werden können. Darüber hinaus beteiligte sich MiKo-MYK am „Lotsenhaus für Flüchtlinge“, bei dem zugewanderte Menschen Unterstützung und individuelle Beratung bei der Integration in die Gesellschaft erhalten. Rund 250 Menschen wurden interkulturell geschult, mehr als 100 Vernetzungstermine fanden in den drei Jahren statt. Dazu gehörten auch Seminare für Migranten und Geflüchtete, die vom Rechts- und Verbraucherschutz bis zum Energiesparen reichten.

„Der Weg, den das Projekt MiKo-MYK geebnet hat, kann nun weitergegangen werden“, so Nauroth. Das Projekt ZWO wird ebenfalls, wie MiKo-MYK, aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds gefördert.

Bei der Abschlussveranstaltung setzte Professor Dr. Magdalena Stülb von der Hochschule Koblenz mit ihrem Vortrag „Kulturelle Diversität. Sicherstellung des Fachkräftebedarfs und Steigerung der Kundenzufriedenheit“ und der Vorstellung einer Fallstudie über eine Pflegeeinrichtung interessante Impulse. Mit dem Konzept dieser Einrichtung sei es gelungen, den Arbeitskräftebedarf im Pflegebereich durch die große Vielfalt der Mitarbeiter zu sichern. Die Integration ausländischer Mitarbeiter stelle jedoch auch einige Anforderungen an die Betriebe, so Stülb.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Frage, ob Zugewanderte langfristig den Bedarf an Fachkräften decken können. Genoveva Bleser von der Firma Bleser Heizung in Plaidt berichtete über ihre positiven Erfahrungen, die sie bei der Ausbildung von Migranten gemacht hatte: „Ohne persönlichen Einsatz geht es nicht, aber im Endeffekt lohnt sich der Aufwand.“ Miguel Vicente, der Beauftragte für Migration und Integration des Landes Rheinland-Pfalz, lobte die vorbildliche Arbeit im Landkreis: „Der Integrationsprozess ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, doch der Landkreis Mayen-Koblenz geht mit seinen innovativen Ideen und Projekten die richtigen Wege.