Das ehemalige Pfarrhaus in Kaltenengers erhielt eine stilgerechte Aufwertung der Fassade durch den Einbau gegliederter Holzfenster mit Klappläden, einer neuen Haustür und durch die Überarbeitung der Fassade und des Fassadenanstrichs.

Dorferneuerung im Landkreis: Neue Fördermittel stehen bereit

Die Dorferneuerung im Landkreis Mayen-Koblenz kann sich auch 2018 über einen gut gefüllten Fördertopf freuen. 320.000 Euro stehen zur Verfügung und wurden dem Landkreis vom Land zugewiesen. Ziel dieser Förderung ist unter anderem, das Dorf als eigenständigen Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Kulturraum zu erhalten und weiterzuentwickeln. Im Kreishaus freut man sich, da so manches alte Gebäude durch Unterstützung der Dorferneuerung bald wieder in neuem Glanz erstrahlen wird. Anträge können jederzeit bei der Kreisverwaltung gestellt werden.

„Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln können wir nun in diesem Jahr wieder eine Menge bewegen“, erklärt Alois Astor, zuständiger Referatsleiter bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Er erklärt, wer in den Genuss von Fördermitteln kommen kann: „Voraussetzung für eine Bezuschussung aus der Dorferneuerung ist zunächst einmal, dass sich das Gebäude in einer Gemeinde befindet, die ein Dorferneuerungskonzept besitzt. Das sind in unserem Landkreis 90 Prozent aller Gemeinden.“ Die Förderhöhe kann je nach Wertigkeit der Maßnahme bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 20.452 Euro je Objekt betragen. Bei den förderfähigen Kosten können auch Eigenleistungen der Bauherren berücksichtigt werden. Sie werden ebenfalls bezuschusst. Mindestens 7.669 Euro sind zu investieren.

Gefördert werden nicht nur Renovierungen an der Fassade, sondern nahezu alle Maßnahmen, die dazu dienen, ein altes Gebäude „am Leben“ zu erhalten und es wieder bewohnbar zu machen. Dazu zählt neben sämtlichen Installationen auch die Erneuerung von Treppen, Böden oder Türen und je nach Gebäudegröße auch die Errichtung eines kleineren Anbaus, wenn die vorhandene Wohnfläche nicht ausreicht. Keine Förderung gibt es für  Maßnahmen, die überwiegend der Verschönerung oder Bauunterhaltung dienen, wie z. B. die ausschließliche Erneuerung der Fenster, des Außenanstrichs oder der Dacheindeckung. Wichtig ist, dass für  eine mögliche Förderung mit dem Bauvorhaben noch nicht begonnen wurde und noch keine Aufträge vergeben sind.

Besonders hohe Priorität genießen Maßnahmen, mit denen Arbeitsplätze im Ort erhalten oder neu geschaffen werden, Vorhaben zur Förderung des dörflichen Tourismus oder zur Sicherung der Grundversorgung im Ort, Maßnahmen zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Vermarktungsstrukturen und kulturelle Projekte. Ganz wichtig ist dabei eine dorf- und ortsgerechte Gestaltung der alten Gebäude und Anwesen. Oft wurden Gebäude in der Vergangenheit stark verändert, z. B. durch Anordnung großer, breiter Fensteröffnungen mit Kunststofffenstern oder das Aufsetzen von Rollläden, und damit im Sinne der Dorferneuerung falsch „modernisiert“. Bei einer ortsgerechten Gestaltung sollen Materialien und Proportionen der regionalen Bautradition entsprechen. Jede Region hat ihre für sie typischen, traditionellen Materialien. Werden in vielen Gegenden rote Dachziegel zur Eindeckung der Häuser verwandt, herrscht im Landkreis der Naturschiefer vor. In Kottenheim und Mendig wurden z. B. viele Gebäude mit Basaltlava errichtet, in Rieden bestimmt der Tuff das Ortsbild, im Maifeld und an der Mosel der Bruchstein.

„Viele Gemeinden bieten privaten Investoren eine kostenlose Beratung durch die zuständigen Ortsplaner an, um schon im Planungsstadium zu unterstützen. Die Ortsplaner geben vor Antragstellung den privaten Bauherren Hinweise zur Gestaltung und zu den Fördermöglichkeiten“, macht Alois Astor Mut.

Wer sich für eine Förderung und Beratung interessiert und Informationen zur Antragstellung und den Förderkriterien erhalten möchte, kann sich an die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz wenden. Hier ist auch ein Faltblatt mit Hinweisen zur ortsgerechten Gestaltung von Gebäuden und den Fördervoraussetzungen erhältlich. Antragsvordrucke können auf der Internetseite des Landkreises unter www.kvmyk.de heruntergeladen werden.

Ansprechpartner sind Barbara Münnich, Tel. 0261/108208, E-Mail: ; Stephan Konzer,   Tel. 0261/108469, E-Mail:  ; Alois Astor,    Tel. 0261/108439, E- Mail:  .