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Fairtrade-Landkreis

Die Kampange „Fairtrade-Towns“ wurde durch den gemeinützigen Verein TransFair gestartet. Ziel ist es, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Lateinamerika und Asien zu fördern und durch den fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. TransFair vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und vermittelt Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen und Arbeiter aus benachteiligten Regionen des Südens. Die Produzentengruppen und Arbeiter sind an allen wichtigen Entscheidungen ihrer Genossenschaften direkt und demokratisch beteiligt. Die Standards des fairen Handels entsprechen den internationalen Standards der Fairtrade Labelling Organizations International.

  • Was ist Fairtrade?

    Fairtrade hat das Ziel, den Konsum verantwortlich zu gestalten und das Ungleichgewicht im weltweiten Handel abzubauen. Dazu werden Bauern und Arbeiter gestärkt. Die Fairtrade-Standards bilden die Grundlage für diese Veränderungen. Sie bilden den Rahmen für die soziale, ökologische und ökonomische Entwicklung der Produzentenorganisationen und schreiben die Zahlung von stabilen Preise und einer zusätzlichen Prämie für Gemeinschaftsprojekte vor. Fairtrade ist eine globale Organisation, die daran arbeitet Farmern und Arbeitern auf der ganzen Welt bessere und stabile Arbeitsbedingungen zu sichern. Um dies zu erreichen, baut Fairtrade auf diverse Prinzipien. Den Bauern wird beispielweise ein fester Mindestpreis gezahlt, selbst wenn der Marktpreis niedriger ist. So können die Bauern die Kosten einer nachhaltigen Produktion sicherstellen. So wird ihnen ein stabiles Einkommen und Planungssicherheit ermöglicht. Bei Fairtrade gibt es ein Verbot von Zwangsarbeit, ausbeuterischer Kinderarbeit und Diskriminierung. Des Weiteren ist der Gebrauch von Chemikalien und Pestiziden nur eingeschränkt erlaubt. Gentechnisch veränderte Saaten sind gänzlich verboten. Bauern die ihre Produkte besonders biologisch anbauen erhalten einen Extraaufschlag.

    Zum Fairtrade-Standard gehört weiterhin eine Fairtrade-Prämie, die zur Finanzierung von Projekten für die Gemeinschaft verwendet werden muss, wie z.B. den Bau von Schulen, Krankenstationen o.ä.. Wofür die Prämie genau verwendet wird, entscheiden die Bauern und Beschäftigten selbst. Als einziges Standardsystem sind die Produzentenorganisationen gleichberechtigte Teilhaber am Fairtrade-System und mit 50 Prozent Stimmanteil in allen wichtigen Entscheidungsgremien und internationalen Komitees gleichberechtigt beteiligt. Die Produzenten sind damit nicht lediglich "Empfänger", sondern Akteure und Gestalter des Fairen Handels. Der in Deutschland operierende Zweig dieser Organisation ist der TransFair e.V., welcher seit über 20 Jahren benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern unterstützt. Allerdings handelt die Organisation nicht selbst mit Waren, sondern vergibt Fairtrade-Siegel und verbindet die Konsumenten mit den Kleinbauernfamilien und Plantagearbeitern in der Dritten Welt. Das unabhänig kontrollierte Fairtrade-Siegel beudeutet, dass die verwendeten Rohstoffe von Produzentenorganisationen stammen, die die sozialen. ökonomischen und ökologischen Standards einhalten. 

    Nur Produkte, die den Anforderungen der internationalen Fairtrade-Standards entsprechen, dürfen das Fairtrade-Siegel tragen. Mit dem Kauf von Produkten mit dem Fairtrade-Siegel leisten Sie also einen konkreten Beitrag zur Stärkung von Bauern und Beschäftigten auf Plantagen. TransFair wird von Mitgliedsorganisationen aus den verschiedensten Bereichen getragen. Insgesamt sind es etwa 30 aus den Bereichen Verbraucherschutz, Kirche, Sozialarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen, Bildung, Politik und Umwelt. Die Mitgliedsorganisationen, darunter Brot für die Welt, Unicef und die Welthungerhilfe, unterstützen TransFair mit konkreten Aktionen wie der Fairen Woche oder dem Fairen Frühstück und tragen die Idee des Fairen Handels in ihre Netzwerke. 


  • Wer macht mit?

    Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ startete im Jahr 2000 in Großbritannien und hat sich seitdem über den ganzen Globus verbreitet. Das Ziel ist den Fairen Handel durch Vernetzung von Personen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf kommunaler Ebene zu fördern.

    Bereits im November 2012 gab es weltweit über 1200 Fairtrade-Towns. Heute gibt es über 2200, darunter Rom, London, Paris, San Francisco und Kopenhagen.

    Aktuell gibt es Fairtrade-Towns in Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Japan, Polen, Luxemburg, Ghana, Costa Rica, Norwegen, Neuseeland, Spanien, Schweden, Niederlande, Deutschland, Libanon, Estland, Tschechien, Großbritannien und in den USA.

    Auch in Deutschland hat die Kampagne in den letzten Jahren immer mehr Zuspruch gefunden. Saarbrücken wurde am 02.04.2009 zur ersten Fairtrade Stadt Deutschlands. Es folgten über 300 Städte, Kreise und Gemeinden. Daran sieht man, dass das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen und soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen zunehmend wächst.

    Im Landkreis Mayen-Koblenz gibt es bereits zwei „Fairtrade-Towns“. Seit August 2011 ist Mayen Teilnehmer der Kampagne. Auch Andernach darf sich seit 2014 „Fairtrade-Town“ nennen. Dem Landkreis wurde Titel „Fairtrade-Landkreis“ im Rahmen der Kreistagssitzung am 21.11.2016 offiziell verliehen.

  • Kampagne "Fairtrade-Towns"

    Die Kampange „Fairtrade-Towns“ wurde durch den gemeinützigen Verein TransFair gestartet. Ziel ist es, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Lateinamerika und Asien zu fördern und durch den fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. TransFair vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und vermittelt Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen und Arbeiter aus benachteiligten Regionen des Südens. Die Produzentengruppen und Arbeiter sind an allen wichtigen Entscheidungen ihrer Genossenschaften direkt und demokratisch beteiligt. Die Standards des fairen Handels entsprechen den internationalen Standards der Fairtrade Labelling Organizations International.

    Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ startete im Jahre 2000 in Großbritannien, seit 2009 ist auch Deutschland dabei. Es gibt mittlerweile 850 Städte in 22 Ländern, die den Titel „Fairtrade-Town“ tragen. In Deutschland kann eine Fairtrade Town ein Kreis, eine kreisfreie Stadt, eine Ortsgemeinde oder eine Region sein. Der Status wird verliehen, wenn fünf Kriterien erfüllt sind.

    Welche Kriterien muss meine Kommune erfüllen, um die Zertifizierung zu erlangen?

    Kriterium 1
    Es muss ein Beschluss der Kommune vorliegen, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeister- bzw. Landratsbüro Fairtrade-Kaffe sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Kommune den Titel „Fairtrade Kommune“ anzustreben.

    Kriterium 2
    Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Kommune“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert. In dieser müssen mindestens drei Personen aus den Bereichen Kommunale Verwaltung, Eine Welt und Handel vertreten sein.

    Kriterium 3
    In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt (jeweils mindestens zwei Produkte). Die Anzahl der geforderten lokalen Einzelhandelsgeschäfte und der Cafés und Restaurants richtet sich nach der Einwohnerzahl der Kommune.

    Kriterium 4
    In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt (bei Einwohnerzahl <= 200.000 jeweils eine; bei mehr jeweils zwei).

    Kriterium 5
    Die örtlichen Medien berichten über Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Kommune“. Mindestens vier Artikel pro Jahr in Print und Online Medien.

  • Steuerungsgruppe

    Die Teilnehmer an der 1. Sitzung der Steuerungsgruppe Fairtrade   Hintere Reihe v.l.n.r: Helmut Eich (Abteilungsleiter 1 "Zentrale Steuerung"), Rudi Zenz (Vorsitzender der Steuerungsgruppe Fairtrade), Dr. Alexander Saftig (Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz), Ulf Wehr (Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel)  Vordere Reihe v.l.n.r.: Regina Freisberg (Jugendhilfezentrum Bernardshof), Janina Jakoby, Kerstin Kopp (Referatsleiterin 1.10 "Organisation, Informationstechnik")Um das 2. Kriterium für die Teilnahme an der Kampagne "Fairtrade-Towns" zu erfüllen, muss eine Steuerungsgruppe gebildet werden, welche die Aktivitäten vor Ort koordiniert. In dieser Steuerungsgruppe sollten mindestens folgende Bereiche vertreten sein: Verwaltung, (Einzel-)Handel und Eine Welt. Wünschenswert sind außerdem Teilnehmer aus den Bereichen Kirchen und Nichtregierungsorganisationen, Schulen und Vereine sowie Medien.



    Die Steuerungsgruppe des Landkreises Mayen-Koblenz besteht derzeit aus
    :
    Rudi Zenz, Vorsitzender der Steuerungsgruppe Fairtrade
    Helmut Eich, Abteilungsleiter 1 "Zentrale Steuerung"
    Kerstin Kopp, Referatsleterin 1.10 "Organisation, Informationstechnik"
    Ingo Auer, Büro Landrat
    Stephanie Berdel, Ansprechpartnerin in Sachen Fairtrade
    Heidi von Krosigk, Eine Welt Mayen e.V.
    Ulf Wehr, Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel
    Regina Freisberg, Jugendhilfezentrum Bernardshof


Aktuelles

  • 20.02.2017

    Nach der Auszeichnung des Landkreiseses als Fairtrade-Landkreis, kam die Steuerungsgruppe zu einer Sitzung zusammen.  Neben der Betrachtung des aktuellen Status-Quo, stand vor allem die weitere Entwicklung und die Maßnahmenplanung für das Jahr 2017…

  • 13.01.2017

    Mayen-Koblenz ist der erste Fairtrade-Landkreis in Rheinland-Pfalz. Ehrenbotschafter Manfred Holz überreichte Landrat Dr. Alexander Saftig die Urkunde. Für zwei Jahre gilt das Zertifikat, das an strenge Vorgaben gebunden ist. "Der Landkreis hat alle…

  • 04.08.2016

    Das nächste Faire Frühstück in Mayen ist am Samstag, 24. September, von 9 bis 12 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Die Veranstaltung steht nicht nur unter dem Motto „Fair. Bio. Regional“, sondern auch unter dem Überbegriff „725 Jahre Stadtrechte“.…


 
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