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Breitbandausbau im Landkreis Mayen-Koblenz

Die flächendeckende Verfügbarkeit von leistungsfähigen Internetanschlüssen ist ein wichtiger Standortfaktor. Die Versorgung mit modernem Breitbandzugang ist zwingend notwendig, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Kreises Mayen-Koblenz zu erhalten und zu steigern. Sie gewinnt aber auch an Bedeutung, wenn es um die Wahl eines Wohnsitzes geht und darum, die Daseinsfürsorge zu sichern und zu verbessern.

Da der Wettbewerb der Netzanbieter alleine die bestehende Unterversorgung des  Landkreises Mayen-Koblenz mit hochleistungsfähigem Internet nicht beseitigen kann, hat sich der Kreis Mayen-Koblenz durch Grundsatzbeschlusses des Kreistages im 20.03.2017 entschlossen, den bedarfsgerechten Ausbau der Breitbandversorgung zusammen mit den Städten und Gemeinden (Kreiscluster) im gesamten Kreisgebiet voranzutreiben.

Landrat Dr. Alexander Saftig unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens: „Leistungsfähige Internetverbindungen, die große Datenmengen schnell übertragen, sind ein wichtiger Baustein kommunaler Infrastrukturen und entscheidender Standortfaktor für die Städte und Gemeinden. „Mit dem kreisweiten Ansatz soll einer möglichst kosteneffizienten und wettbewerbsneutralen Umsetzung der Ausbaubestrebungen in den unterversorgten Gebieten Rechnung getragen werden.“

Um Lösungen durch den Markt nicht zu behindern und Fehlinvestitionen zu vermeiden, wurde eine sogenannte Markterkundung bei den Breitbandversorgern durchgeführt. Hier teilten die Telekommunikationsanbieter mit, welche Flächen bereits ausgebaut sind bzw. in den nächsten 36 Monaten auf eigene Kosten ausgebaut werden. In diesen Bereichen dürfen nach EU-Vorgaben keine öffentlichen Zuschüsse eingesetzt werden.

Anhand der eingereichten Unterlagen konnten die Gebiete identifiziert werden, die weder über eine ausreichende Breitbandverbindung verfügen noch marktgetrieben (ohne kommunale Kostenbeteiligung) in den nächsten drei Jahren durch einen Telekommunikationsanbieter ausgebaut werden. Diese Gebiete, als sogenannte weiße Flecken (unterversorgte Gebiete) deklariert, können grundsätzlich zum Ausbau ausgeschrieben werden.

Auf dieser Basis erfolgte eine Berechnung der sog. Wirtschaftlichkeitslücke, die die Grundlage in einem Förderantrag beim Bund und beim Land Rhein-Pfalz bildete. Nachdem der Förderantrag in dem sog. zweiten Call nicht genügend Scoring-Punkte erhalten hatte, wurde nach grundlegender Überarbeitung in dem dritten Förderaufruf („Call“) ein vorläufiger Bewilligungsbescheid durch Bund und Land ausgestellt.

Nach der Durchführung des anschließenden Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens hat der Kreisausschuss im September 2017 beschlossen, die Telekom Deutschland GmbH, die Innogy TelNet GmbH und die Inexio GmbH mit dem Ausbau der entsprechenden Lose zur Beseitigung der Versorgungslücken zu beauftragen.

Bund (50%) und Land (40%) fördern den Ausbau mit insgesamt 90% der Deckungslücke. Durch die Kombination beider Fördermittelgeber wird der kommunale Anteil auf 10 Prozent begrenzt.

Die Kosten für diesen Ausbau belaufen sich auf rund 1,3 Mio. Euro. Dafür werden im Ausbaugebiet 78 sogenannte Kabelverzweiger und 19 Hauptverteiler gebaut oder  aufgerüstet, die das Glasfaserkabel in  die Ausbaugebiete bringen. Rund 121 km Glasfaser werden neu verlegt. 

Mit dem Förderprojekt werden nach Abschluss der Maßnahme 3.678 Haushalte und 218 Gewerbebetriebe mit schnellem Internet versorgt. 

Nachdem seitens des Bundes und des Landes nun ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn erteilt wurde, konnte die Kreisverwaltung den Providern den Startschuss zum Projektbeginn geben. Diese planen jetzt den konkreten Ausbau und -zeitplan. Informationen hierzu finden Sie bald auf dieser Seite.