Modell Kompetenzzentrum Oberfell
Die Ortsgemeinde Oberfell und Projekt 3 e.V. (gemeinnütziger Verein, Träger im Bereich der Alten- und Behindertenhilfe) kamen eigeninitiativ auf den Landkreis zu und haben Interesse bekundet, beim Modellprojekt mitzuwirken. Der Landkreis hat sich entschieden, das Projekt mit beiden Akteuren durchzuführen, da zusammen eine erfolgreiche Umsetzung zu erwarten ist.
Das von der Ortsgemeinde Oberfell und Projekt 3 e. V. entwickelte Konzept für ein „Kompetenzzentrum Oberfell“ wurde aufgrund des demographischen Wandels und des Verfalls der herkömmlichen Familienstrukturen entwickelt. Es berücksichtigt die Tatsache, dass eine wachsende Zahl der Seniorinnen und Senioren nicht mehr über ein stabiles Familiennetzwerk oder soziales Netzwerk verfügt. Das Angebot richtet sich in erster Linie an die Bewohner aus der Ortsgemeinde Oberfell sowie aus umliegenden Orten in der Verbandsgemeinde Untermosel. Unter einem Dach sollen folgende Leistungen angeboten werden:
- Wohnen in Wohngemeinschaften,
- Tagespflege/ Tagesbetreuung,
- Betreuung über Nacht,
- Beratung,
- ambulante Pflegeleistungen,
- Versorgung im nichtpflegerischen (hauswirtschaftlichen) Bereich.
Wie es dazu kam
Der Landkreis ist gesetzlich verpflichtet, einen Pflegestrukturplan aufzustellen und diesen regelmäßig fortzuschreiben. Zur Unterstützung der Kommunen hat das Land ein Modellprojekt „Pflegestrukturplanung in Rheinland-Pfalz“ initiiert. Dieses umfasst einen kommunalen Datenreport und die Durchführung eines beteiligungsorientierten Projektes.
Der Landkreis Mayen-Koblenz wurde neben 9 anderen Landkreisen und kreisfreien Städten als Modellkommune ausgewählt und hat sich damit die Begleitung des Planungsprozesses durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz und eine Projektförderung des Landes gesichert.
Das Modell Kompetenzzentrum Oberfell ist das beteiligungsorientierte Projekt des Landkreises Mayen-Koblenz im Rahmen seiner Teilnahme als Modellkommune.
Wer ist beteiligt?
Ziele
- Ausbau der Hilfen im Vor- und Umfeld der Pflege als Ergänzung der professionellen Pflege modellhaft in einer begrenzten Region des Landkreises
- Kurz- und mittelfristig: Sensibilisierung aller Akteure und der Bürger für eine Kultur der nachbarschaftlichen kleinräumigen Hilfe füreinander und Verantwortung für den Nächsten
- Langfristig: Aufbau eines funktionierenden Netzwerkes im Sinne eines ausgewogenen Hilfe-Wohlfahrts-Mix und Ausbau der Struktur mit ähnlichen Projekten im gesamten Landkreis
Damit soll ermöglicht werden, dass
- die Seniorinnen und Senioren auch bei Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können und somit ein Umzug vermieden wird,
- Eigenleistung der Angehörigen oder engagierter Bürger ermöglicht oder verstärkt wird,
- haushaltsnahe Dienstleistungen bezahlbar bleiben durch Finanzierungs- und Eigenleistungs- Mix.
Aufgaben der Modellkommune Mayen-Koblenz
- Bürgerbeteiligung ermöglichen
- Koordination
- Dokumentation
- Öffentlichkeitsarbeit
- Einbindung in die Pflegestruktur des Landkreises/ Netzwerkarbeit
Bisheriger Projektverlauf
Im Herbst/ Winter 2008 wurde von der Ortsgemeinde Oberfell, dem Träger Projekt 3 e.V. und der Kreisverwaltung MYK der Initiativkreis/ Projektkreis gebildet. Er hat die Aufgabe, den Projektverlauf flexibel und an die Bedürfnisse der Bürger angepasst zu planen sowie konkrete Aktionen vorzubereiten und durchzuführen.
Die Auftaktveranstaltung fand am 06.02.09 in der Mosella- Halle Oberfell statt. Im Vorfeld wurden ca. 130 Personen persönlich geladen sowie Flyer verteilt und Plakate aufgehängt. Ca. 400 Personen und Vertreter der örtlichen Presse besuchten die Auftaktveranstaltung. Der Landrat des Landkreises Mayen- Koblenz sowie der Erste Kreisbeigeordnete sprachen Grußworte und nahmen an der Veranstaltung teil. Diese diente zur Information über das Modellvorhaben und ermöglichte eine erste Ideensammlung mit den Bürgern gemeinsam.
Aus dieser Veranstaltung entwickelten sich die Themen („Leben und Wohnen“ und „Soziales Engagement“) für 2 Workshops, die im Mai (08.05. und 12.05.09) durchgeführt wurden.
In dem Workshop "Leben und Wohnen" wurden Fragen bezüglich der Wohnform, Finanzierung, räumlichen Ausstattung und Angebotsstruktur des Kompetenzzentrums und mögliche Kooperationen mit Diensten, Einrichtungen und Vereinen der Gemeinde angesprochen.
Der zweite Workshop hatte das "Soziale Engagement" der Bevölkerung in Oberfell zum Thema. Es wurde angesprochen, welche Bürger was in welchem Umfang leisten können und wollen. Außerdem wurde diskutiert, wie diese ehrenamtlich Tätigen unterstützt werden können, beispielsweise durch Fortbildungen oder Kooperationen mit anderen Diensten und Einrichtungen.
Im Anschluss an diese beiden Workshops wurden die Bürger aus Oberfell mittels eines Fragebogens zu ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. 500 Fragebögen wurden in Oberfell verteilt, die in zwie Rubriken unterteilt waren:
1. Fragen an potentielle Bewohner und Fragen an Oberfeller, die in ihrem Haus bleiben möchten
2. Fragen an pflegende Anghörige.
Die Ergebnisse fließen maßgeblich in die Planung mit ein.
Außerdem fand eine Exkursion in eine stationäre Altenhilfeinrichtung statt. Über ein ähnliches Projekt wie das Kompetenzzentrum Oberfell, informierte sich der Initiativkreis kürzlich vor Ort und konnte wichtige Anregungen für die Umsetzung gewinnen.
Wie es weiter geht
Eine wichtige Säule des Projekts ist auch der geplante Oberfeller Bürgerverein. Dieser soll ehrenamtliche Dienste innerhalb, aber auch außerhalb, der Einrichtung koordinieren. Die Ehrenamtlichen fungieren dabei als Bindeglied zwischen der Wohngemeinschaft und der Ortsgemeinde. Durch ihren Einsatz können die Kosten für die künftigen Bewohner der „Villa-Ausonius“ gesenkt werden. Die Gründungsversammlung des Bürgervereins ist nach den Sommerferien geplant. Wer Mitglied werden oder noch weitere Informationen zum Oberfeller Bürgerverein einholen möchte, kann sich gerne an den Ortsbürgermeister Gottfried Thelen wenden.
Nach den nun geklärten konzeptionellen Fragen der Form der Zusammenarbeit ist das Projekt nun in die Realisierungsphase eingetreten, deren nächsten Schritte in
- der Beantragung der Fördermittel des Landes,
- der Schaffung des Baurechts,
- der Gründung des Bürgervereins,
- dem Grunderwerb,
- der weiteren Konkretisierung der Planung
- und der Beantragung der Baugenehmigung liegen.
Nach der Erfüllung dieser Grundlagen steht einem Spatenstich nichts mehr im Wege.
Ansprechpartner:
Alexandra Kiel
Stabstelle 5
Soziales und Jugend
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Bitte beachten:
An den Karnevalstagen schließen die Kreisverwaltung und ihre KfZ-Zulassungsstellen donnerstags (16.02.) bereits um 11 Uhr. Rosenmontag (20.02.) sind Vewaltung und Zulassungsstellen ganztags geschlossen. Am Veilchendienstag (21.02.) ist ein Bereitschaftsdienst von 9 bis 12 Uhr eingerichtet.
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