In einem unterhaltsamen Vortrag ging Dr. Dr. Andreas Bell auf den Reiz und die Logik von Sucht ein.

Suchtprävention von Kindern und Jugendlichen im Fokus

Haupt- und Ehrenamtler der Kinder- und Jugendarbeit tauschten sich in Vallendar aus - Trotz aller Fortschritte in der Prävention und Aufklärung, entwickeln zu viele Jugendliche immer noch einen problematischen, riskanten oder sogar süchtigen Konsum. Um die Präventionsarbeit weiter voranzutreiben, hatte der Arbeitskreis Prävention im Landkreis Mayen-Koblenz alle Haupt- und Ehrenamtler, die sich in der Jugendarbeit engagieren, zu einem Forum „Suchtprävention“ eingeladen. 70 Teilnehmer, die beruflich oder im Ehrenamt mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten waren der Einladung gefolgt.

Bereits bei der Begrüßung von Rebecca Stefula vom Kreisjugendamt Mayen-Koblenz, wurde deutlich, dass Deutschland ein Hochkonsumland ist: „Rund 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche und damit 20 Prozent aller Minderjährigen leben mit einem Elternteil zusammen, der ein missbräuchliches oder gar abhängiges Konsumverhalten aufweist“, sagt Stefula. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind eine Hochrisikogruppe und haben selbst ein sechsfach höheres Risiko für eine Suchterkrankung oder eine psychische Erkrankung.

Im einführenden Hauptvortrag stellte Dr. Dr. Andreas Bell, Medizinethiker und Balintgruppenleiter des Erzbistums Köln, den Reiz und die Logik von Sucht in den Fokus: „Verantwortlich für eine Sucht ist nicht der Stoff selbst. Vielmehr ist die seelische Beschaffenheit des Menschen ausschlaggebend, ob ein Mensch aus einer Substanz einen Genussstoff oder einen Suchtstoff macht. Ein seelisch gesunder Mensch wird nicht süchtig.“

In weiterführenden Workshops des Forums wurden suchtspezifische Vertiefungsthemen diskutiert. Andreas Bell ging in dem von ihm geleiteten Workshop darauf ein, „Wie man Kindern eine Sucht anerzieht“ und wie ein verantwortbarer Substanzkonsum im Elternhaus und im Beisein von Kindern aussehen kann. „Wenn ein Kind beispielsweise beobachtet, dass seine Mutter sich erst entspannt, nachdem sie eine Zigarette geraucht hat, dann lernt das Kind, dass es seine Emotionen nur in Verbindung mit einem Konsum regulieren kann“, betont Bell.

Angela Just von der Kommunalen Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Weißenthurm, stellte im Workshop „Feste feiern? – aber sicher!“ den rechtlichen Rahmen zur Durchführung von Festen unter Berücksichtigung des Jugendschutzgesetz und des Gaststättengesetzes vor und bot praktische Anregungen für Festveranstalter. Ellen Meyer, Mitarbeiterin der Regionalen Fachstelle Glücksspielsucht des Caritasverbandes Koblenz, machte in ihrem Workshop „Sportwetten – Spaß ohne Risiko?“ auf Sportwetten als eine unterschätzte Sucht aufmerksam. Dabei stellte sie heraus, dass gerade diese Art der Sucht vermeintlich harmlos beginnt, ein immenses Suchtpotential in sich trage. „Horrenden Spielschulden sind nicht selten das Ergebnis“, brachte es Ellen Meyer auf den Punkt.

Im vierten Workshop ging Christoph Eichmann von Präventionsstelle der Polizeipräsidiums Koblenz, auf den rechtlichen Rahmen und Folgen im Umgang mit legalen und illegalen Suchtstoffen ein und räumte dabei einen weit verbreiteten Mythos zu einem tolerablen Eigenbedarf von Cannabis aus dem Weg, da das Gesetz dies schlichtweg nicht hergebe.

Beim begleitenden Markt der Möglichkeiten informierten sich die Teilnehmer über regionale und landesweite Programme und Angebote zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention. Unter anderem stellte sich der Kreuzbund Koblenz vor und berichtete über das unterstützende Netzwerk, das aus den Gruppenangeboten heraus entsteht. Auch der Caritasverband Koblenz, die Präventionsstelle des Polizeipräsidiums Koblenz, das Kreisjugendamt Mayen-Koblenz sowie die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz stellten im Austausch mit den Teilnehmern ihre Angebote vor. Unterstützt wurde das Forum Suchtprävention durch einen Zuschuss der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz.

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