Neben Verkaufsverpackungen können auch andere Gegenstände aus Metall und Kunststoff über die Wertstofftonne entsorgt werden.

Umweltausschuss des Landkreises empfiehlt Erprobung einer Wertstofftonne

VG Weißenthurm als Modellgebiet ausgewählt – Dickere Gelbe Säcke für übriges Kreisgebiet - Mit großer Zustimmung hat der Ausschuss für Umwelt, Klima und Verkehr im Landkreis Mayen-Koblenz dem Kreistag empfohlen, die Verwaltung damit zu beauftragen, probeweise eine Wertstofftonne ab 2021 in der Verbandsgemeinde Weißenthurm einzuführen. Im Rahmen eines Modellversuchs könnten so innerhalb von drei Jahren Erkenntnisse für eine eventuelle kreisweite Einführung der Wertstofftonne gewonnen werden. In demselben Zeitraum ist es angedacht im übrigen Kreisgebiet die Sammlung von Verpackungsabfällen durch den Einsatz von dickeren und reißfesteren Gelben Säcken zu verbessern. Warum die Wertstofftonne auf lange Sicht den Gelben Sack ablösen könnte, welche Vorteile das für die Bürger im Landkreis Mayen-Koblenz mit sich bringt und weitere wichtige Fragen beantwortet der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth, der zudem betont: „Wir wollen die Mengen der recycelbaren Stoffe erhöhen und es ist uns ein besonderes Anliegen, die Bürger dabei mitzunehmen.“

1. Welche Abfälle dürfen in der Wertstofftonne entsorgt werden?

„Wie im Gelben Sack finden in der Wertstofftonne Verkaufsverpackungen Platz. Darüber hinaus können darin aber auch andere Gegenstände aus Metall und Kunststoff entsorgt werden. Dazu zählen unter anderem Kunststoffeimer, Gießkannen, Plastikspielzeug, aber auch Kochtöpfe und Pfannen, die bislang nur über die Restmülltonne entsorgt werden müssen.“

2. Welche Vorteile bringen eine Wertstofftonne und dickere Gelbe Säcke mit sich?

„Da die Bürger im Landkreis bisher ausschließlich Verkaufsverpackungen über die Gelben Säcke entsorgen können, ist es schwer nachzuvollziehen, warum andere recyclingfähige Materialien im Restmüll landen sollen. Der Verlust recycelbarer Stoffe wird auch dem Anspruch des Landkreises Mayen-Koblenz an eine hochwertige und nachhaltige Kreislaufwirtschaft nicht gerecht. Die Sammlung besagter Wertstoffe in einer Tonne ist daher überaus sinnvoll. Mit dem Angebot dickerer Gelber Säcke im restlichen Kreisgebiet will der Landkreis auf negative Rückmeldungen aus der Bevölkerung und vonseiten der Kommunalpolitik über zu dünne und daher schnell reißende Gelbe Säcke reagieren. Hintergrund: Durch das Verpackungsgesetz hat der Landkreis erstmals die Möglichkeit, Vorgaben zu machen und Einfluss auf das privatrechtliche Ausschreibungssystem des Dualen Systems zu nehmen.“

3. Weshalb wurde die VG Weißenthurm als Modellgebiet zur Erprobung der Wertstofftonne ausgewählt?

„Die rund 35.000 Einwohner zählende Verbandsgemeinde Weißenthurm eignet sich vor allem aufgrund ihrer heterogenen Strukturen als repräsentatives Gebiet. Die VG weist sowohl ländliche als auch städtische Strukturen mit unterschiedlichen Haushaltsgrößen sowie große Gewerbegebiete auf, wie insbesondere den Gewerbepark Mülheim-Kärlich. Aus Sicht der Verwaltung wird durch die in der Verbandsgemeinde erhobenen Daten und Fakten eine verlässliche Datengrundlage geschaffen werden, die anschließend auf das gesamte Kreisgebiet übertragen werden kann. Zum Einsatz sollen im Modellgebiet in der Regel 240 Liter-Wertstoffbehälter kommen. Großwohnanlagen und Gewerbe werden mit 1.100-Liter-Behältern ausgestattet. Sollten Bürger einen kleineren 120-Liter-Behälter wünschen, wird auch das ermöglicht.“

4. Mit welchen Gebühren ist die zu erprobende Entsorgung über die Wertstofftonne für die Bürger verbunden?

„Für die Entsorgung der Verpackungsmaterialien über das Duale System Deutschland bezahlen Bürger schon immer über den Verkaufspreis von Produkten im Laden und nicht über ihre Abfallgebühren. Bei dem geplanten Modellversuch entstehen jedoch durch die Sammlung und Verwertung der Abfälle in der Wertstofftonne zusätzliche Kosten für Fahrzeuge, Personal und Einsatzplanung. Diese muss der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger abdecken. Aufgefangen werden könnten die diese Kosten während der Modellphase über eine jährliche Gebühr in Höhe von 3 bis 5 Euro pro Kopf. Da die Bürger im Modellgebiet bei richtigem Trennverhalten aber weniger Abfälle über den kostenpflichtigen Restmüll entsorgen werden, ist davon auszugehen, dass durch die Behältergebühr für die Wertstofftonne keine beziehungsweise nur eine geringe finanzielle Mehrbelastung entsteht.“

5. Wie sieht der weitere zeitliche Rahmen rund um das Modellprojekt aus?

„Am 16. Dezember wird der Kreistag entscheiden, ob er der Empfehlung des Umweltausschusses folgt und die Verwaltung beauftragt, ab 2020 Verhandlungen mit dem privatwirtschaftlich organisierten Dualen System Deutschland zu führen. Anschließend würde ein Ausschreibungsverfahren des Dualen Systems erfolgen. Bei Einführung der Wertstofftonne in 2021 im Modellgebiet würde ein Jahr lang eine Datenerhebung stattfinden. 2022 würden dann die Auswertung dieser Daten erfolgen. Basierend auf den Ergebnissen könnte eine politische Entscheidungsfindung erfolgen, ob die Wertstofftonne kreisweit eingeführt wird.“

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