Bei einem Zwischenstopp zeigte Anke Altmeyer (rechts) von der Handwerkskammer Koblenz den Teilnehmern ein paar Übungen zur Entspannung.

Unterwegs für die Gesundheit in Firmen

Zahlreiche Unternehmen nutzen „bewegtes“ Netzwerktreffen der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz zum Austausch über betriebliches Gesundheitsmanagement - Nicht immer jubeln alle Mitarbeiter, wenn der Chef sagt, dass Sportkurse und -übungen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements angeboten werden. Dabei lohnt es sich den Fokus darauf zu legen. Denn: Gesunde Mitarbeiter und Chefs sind wichtig für ein gesundes Unternehmen. Zu diesem Thema haben sich jetzt zahlreiche Unternehmen aus dem Landkreis Mayen-Koblenz bei einem „bewegten“ Netzwerktreffen der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz ausgetauscht. Das Besondere: Statt im Seminarraum sitzend miteinander zu diskutieren, führten die Teilnehmer bei einem ausgedehnten Spaziergang auf dem Traumpfädchen „Sayner Aussichten“ in Bendorf-Sayn anregende Gespräche.

„Es ist gut, wenn man über Gesundheit redet, noch besser ist es aber, selbst etwas dafür zu tun“, sagte Lea Bales, Projektbeauftragte für den Familienfreundlichen Landkreis bei dem Treffen und verwies nicht zuletzt auf Hirnforscher, die eindrucksvoll nachgewiesen haben, dass körperliche Aktivitäten die Denkleistung positiv beeinflussen. Mit gutem Beispiel gingen daher 23 Unternehmenschefs und Personalverantwortliche von 17 Firmen voran. Vorbei an den Höhepunkten des Kulturparks Sayn wanderte die Gruppe den Burgberg hinauf bis zur alten Burg Sayn und weiter auf verschlungenen Pfaden durchs idyllische Brexbachtal. Dabei ergatterten die Teilnehmer bei bestem Spätsommerwetter nicht nur traumhafte Aussichten auf Schloss Sayn, die Abtei oder die beeindruckenden Viadukte der Brexbachtalbahn, sondern auch allerhand Interessantes und Wissenswertes rund um die Erfahrungen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement in anderen Unternehmen. So berichtete Andreas Fuhrmann aus seiner Firma Fuhrmann Antriebs- und Krantechnik aus Kehrig bei einem Zwischenstopp an der Schutzhütte auf der Oskarhöhe von seinen Erfahrungen. Weil ihm verstärkt  aufgefallen war, dass viele seiner Mitarbeiter in der Mittagspause oder nach Feierabend den Weg zum Fastfood-Restaurant eingeschlagen haben, wollte er Abhilfe schaffen. Nach Referaten über gesundes Essen und einem gemeinsamen Kochkurs, hoffte er darauf, dass sich seine Mitarbeiter auch an einem gemeinsamen Sportangebot nach Feierabend beteiligen. Als Anreiz besorgte er für die Teilnehmer sogar hochwertige Sporttaschen. Doch dann kam die Ernüchterung: Von 18 Mitarbeitern nahmen nur 8 teil. „Wenn man Angebote macht, darf man nicht erwarten, dass alle gleich hier schreien“, weiß Andreas Fuhrmann heute, der sich davon aber nicht entmutigen ließ und seine Mitarbeiter zu einem zweiten Termin – ein Faszientraining unter professioneller Anleitung – animierte. „Wir haben freitagsmittags früher Feierabend gemacht und dann gemeinsam trainiert – dieses Mal mit 15 Teilnehmern“, berichtete Fuhrmann.

Mehr über den Spagat zwischen Gesundheitsmanagement und Wirtschaftlichkeit zu erfahren, dass hatte sich Dennis Bersch von Bersch Metallbau in Andernach vom „bewegten“ Treffen versprochen. „Wir sind uns bewusst, dass wir was für die Gesundheit unserer Mitarbeiter tun wollen. Aber Zugang zu ihnen zu finden, ist nicht einfach“, sagte Dennis Bersch. Sich gemeinsam sportlich während der Arbeitszeit zu betätigen, dazu seinen viele ja noch bereit, weniger jedoch nach Dienstschluss oder gar am Wochenende. „Aber man muss es weiter probieren –Resignation ist keine Option“, betonte Bersch. Das bestätigte auch Alexandra Link, Qualitätsmanagerin im St. Nikolaus Stiftshospital in Andernach, die sich von der Idee des „bewegten“ Netzwerktreffens begeistert zeigte. „Jeder hat ähnliche Probleme oder Stolperstellen und so erfährt man von anderen Unternehmen Lösungsmöglichkeiten“, sagte Alexandra Link.

Bei einem zweiten Zwischenstopp vermittelte Anke Altmeyer von der Handwerkskammer Koblenz den Teilnehmern ein paar Informationen und Übungen zu den Themen Achtsamkeit und Entspannung. „Während der Arbeit mal ein bis zwei Minuten innezuhalten oder nach der Arbeit aus dem Alltagstrott auszubrechen ist gut für jedermann“, betonte Anke Altmeyer. Ein erstes Treffen dieser Art fand bereits im Jahr 2018 statt. Damals traf man sich zum Spaziergang und viel versprechenden Gesprächen auf dem Traumpfädchen Riedener Waldsee. 

Hintergrund: Die Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz unterstützt Unternehmen im Landkreis Mayen-Koblenz bei der Fachkräftegewinnung und -sicherung. Im Rahmen dieses Angebotes tauschen sich die Unternehmen auch zu Maßnahmen einer familienfreundlichen Personalpolitik aus. Die Kooperationspartner der Fachkräfte-Allianz sind die Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, der DGB, die Handwerkskammer Koblenz, die IHK Koblenz, das Jobcenter des Landkreises Mayen-Koblenz, der vem.die arbeitgeber e.V., die Kreishandwerkerschaft Mittelrhein und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH.

 

Mehr Infos sowie Termine der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz gibt es im Internet unter der Adresse www.fachkraefteallianz-myk.de

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