Herz-App

„Herz-App“ stärkt ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Herzverbund Rheinland-Pfalz: Landkreis Mayen-Koblenz unterstützt Telemedizin-Projekt - Die Digitalisierung hält immer weiter Einzug in unseren Alltag und bietet vielfältige Möglichkeiten – auch zur Verbesserung der Lebenssituation chronisch kranker Menschen im Landkreis Mayen-Koblenz. Bestes Beispiel ist die „Herz-App“ der Firma Qurasoft. In Verbindung mit dem Projekt „Herzverbund Rheinland- Pfalz“ und dem Telemedizin-Zentrum am Mayener St. Elisabeth Krankenhaus ermöglicht sie eine bessere digitale und persönliche Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten. Finanziell und ideell werden die App und das Verfahren dahinter durch den Landkreis Mayen-Koblenz unterstützt, der darin einen wichtigen Schritt zur Etablierung von Telemedizin und Sicherung der flächendeckenden medizinischen Versorgung im ländlichen Raum sieht. 150.000 Euro hatte der Kreistag bereits Ende 2018 für die Herz-App bewilligt. Noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie wurde das Projekt zahlreichen Hausärzten im Kreishaus vorgestellt.

„Zweifelsohne hat Herzinsuffizienz eine hohe Prävalenz, eine hohe Hospitalisierungsrate und auch eine hohe Mortalitätsrate. Daher war es für uns als Landkreis keine Frage, dass wir das Projekt unterstützen, um damit die Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten zu erreichen“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig im Rahmen der Veranstaltung und betonte, dass das Telemedizinprojekt auch als großer Zugewinn für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Landkreis angesehen wird. „Denn die  im Projekt tätigen Ärztinnen und Ärzte können in Telearbeit von zu Hause aus arbeiten“, erläuterte der Kreischef.

 Die Idee hinter der App: In der Gesundheits-App SaniQ Heart, die von dem Koblenzer Software-Unternehmen Qurasoft entwickelt wurde, können Patienten auf ihrem eigenen Smartphone ihr persönliches Gesundheitstagebuch führen. Dazu erfassen sie mithilfe von Bluetooth-fähigen Messgeräten, die ihnen zu Verfügung gestellt werden, relevante Vitalparameter wie beispielsweise das Gewicht oder den Blutdruck.  Die Messwerte werden drahtlos an das Smartphone übertragen. In der App können die Teilnehmer auch ihre Symptome dokumentieren. Laut Hersteller ist die App einfach und intuitiv zu bedienen – auch für ältere Menschen, die zuvor vielleicht noch gar kein Smartphone bedient haben. Darüber hinaus ist mit der App die Protokollierung der Medikationseinnahmen möglich. Die Daten werden übersichtlich aufbereitet, um dem Nutzer ein bestmögliches Bild über seinen Gesundheitsverlauf, die Wirkung seiner Medikamente und den Einfluss äußerer Faktoren zu geben.

Sämtliche Daten werden an das Telemedizin-Zentrum im St. Elisabeth-Krankenhaus in  Mayen übertragen. So können gegebenenfalls Verschlechterungen frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen veranlasst werden. Die Mitarbeitenden des Telemedizin-Zentrums kommunizieren mit am Projekt teilnehmenden Patienten sowie deren behandelnden, niedergelassenen Arztpraxen. Erster Anlaufpunkt und persönlicher Ansprechpartner für die Patienten ist und bleibt jedoch der jeweilige Hausarzt.

„Ich glaube fest daran, dass die App zu einer Steigerung der Compliance führen würde“, sagt Dr. Alae Bourakkadi, Chefarzt für Innere Medizin am St. Elisabeth Krankenhaus in Mayen, und spricht damit die Bereitschaft von Patienten zur aktiven Mitwirkung an therapeutischen Maßnahmen an. Auch aus Sicht des Mayener Hausarztes Dr. Carsten Schauerte hört sich das ganze nach einem interessanten Projekt an, an dem er selbst teilnehmen und es seinen Patienten empfehlen würde. „Die Idee ist gut, und wenn alles funktioniert und sich das etablieren sollte, ist es nur gut für unsere Region sein“, sagte Schauerte und spricht dabei dem Landrat aus dem Herzen: „Ich bin überzeugt, dass das Telemedizinprojekt ein guter Schritt zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Mayen-Koblenz ist“, betonte Dr. Alexander Saftig.

Mehr Informationen unter www.herzverbund.de.

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