Regelmäßig macht sich der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Stiftung für Natur und Umwelt Burkhard Nauroth (von rechts) in eigenes Bild von den Entwicklungen der Naturschutzgebiete in MYK. Gemeinsam mit dem Biologen Jörg Hilgers, der Geschäftsstellenleiterin der Stiftung Tanja Stromberg und dem AZV-Geschäftsführer Frank Diederichs besuchte Nauroth einmal mehr den Michelberg. Foto: Kreisverwaltung/ Morcinek

Michelberg: Ein El Dorado für seltene Tiere und Pflanzen

Naturschutzgebiet bei Ochtendung bietet vielen bedrohten Arten Zuflucht - Der Landkreis Mayen-Koblenz weiß bereits seit Langem um das Vorkommen seiner einzigartigen Flora und Fauna. Mit der Gründung der Stiftung für Natur und Umwelt wurden vor mehr als zehn Jahren die Weichen gestellt, um diesen Artenreichtum langfristig zu bewahren. Die Stiftung betreut in fast allen Regionen von Mayen-Koblenz aktuell rund 140 Hektar an Flächen. Sie schafft und erhält Lebensräume und macht den Landkreis damit zu einem Zufluchtsort für bedrohte oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten. „Wir haben im Landkreis zahlreiche Naturschutzgebiete – da dürfen und wollen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen. So wie andere wichtige Themen unserer Zeit in aller Munde sind, so muss auch der Naturschutz stets im Fokus unserer Gesellschaft und der Politik sein und bleiben“, betont der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Stiftung für Natur und Umwelt Burkhard Nauroth, der sich regelmäßig persönlich ein Bild von den Entwicklungen der Naturschutzgebiete im Landkreis macht – so jüngst wieder am Michelberg bei Ochtendung.

Rund 28 Hektar groß ist das Naturschutzgebiet Michelberg. Von besonderer Bedeutung ist der nur 3,7 Hektar große und offene Südhang. Jörg Hilgers, der für die Stiftung tätige Biologe, ist von dieser Fläche begeistert: „Auf einer Fläche, die gerade einmal so groß ist wie fünf Fußballfelder, tummeln sich viele Arten: Mehr als 200 Pflanzenarten, 40 Schmetterlingsarten und fast 20 Heuschreckenarten sind hier vertreten, darunter auch bundes- und landesweit sehr seltene und akut vom Aussterben bedrohte Vertreter. Es ist ein El Dorado!“ Von dem außergewöhnlichen Insektenreichtum profitieren besonders Reptilien- und Vogelarten. So besitzt unter anderem die seltene und gefährdete Zauneidechse eine reiche Population am Michelberg. Damit dies auch so bleibt, müssen die steilen Flächen am Südhang einmal im Jahr gemäht werden. „Dass die Stiftung sich um die Pflege kümmert, ist wichtig, denn viele Pflanzen wie beispielsweise das Sonnenröschen brauchen magere Verhältnisse. Und geht es der Pflanze gut, geht es auch dem Sonnenröschen-Bläuling gut – einem Falter, der seine Eier dort ablegt“, erläutert Hilgers.

Nicht minder bemerkenswert, sagt der Biologe, ist die Artenvielfalt auf dem benachbarten Gelände der Zentraldeponie des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel (AZV). Dort haben sich Lebensräume für Tiere ergeben, die es sonst nicht geben würde, sagt er. AZV-Geschäftsführer Frank Diederichs kann dem nur zustimmen: „Natürlich müssen wir uns hier auf unser Kerngeschäft konzentrieren, aber die Umwelt wird keineswegs vergessen.“ Dazu trage auch ein regelmäßiges Monitoring mit Blick auf den Tierartenreichtum auf der Deponie bei. Aus Sicht des Ersten Kreisbeigeordneten ist es dem AZV in beispielhafter Art und Weise gelungen, eine Symbiose aus Ökonomie und Ökologie herbeizuführen. „Hier gehen alle sehr verantwortungsvoll mit den ihnen anvertrauten Aufgaben um“, betont Burkhard Nauroth auch in seiner Rolle als AZV-Verbandsvorsteher.

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