10.500 Quarantäne-Anordnungen in zwei Monaten

Die vergangenen Monate haben das Ausmaß der zweiten Corona-Welle deutlich gemacht. Das dokumentieren auch die Quarantäne-Verfügungen, die die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz als zuständiges Gesundheitsamt für den Landkreis und die Stadt Koblenz verlassen haben. Allein im November und Dezember waren es 10.500. Der stärkste Tag war der 15. Dezember, an dem 378 Verfügungen verschickt wurden. Und hinter jeder einzelnen verbergen sich mit Corona infizierte Menschen, deren Kontaktpersonen und Mitarbeiter im Kreishaus, die diese Flut handhaben müssen.

In der Kreisverwaltung blickt man zufrieden auf die Bewältigung dieser Lage: „Vielen unserer Mitarbeiter in der Corona-Bearbeitung wird viel abverlangt, einigen sogar sehr viel. Aber wir wissen, wofür wir dies alles tun: Um gemeinsam dazu beizutragen, die Verbreitung des Virus so schnell wie irgend möglich zu unterbinden. Bisher ist uns das mit einem Blick auf die Zahlen ganz gut gelungen“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig. Genauso sieht es Petra Kretzschmann, Büroleiterin der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, die den großen Aufwand im Hintergrund deutlich macht: „Wenn uns zu Beginn des Jahres 2020 jemand gesagt hätte, dass wir in der Kreisverwaltung aufgrund einer Pandemie quasi eine kleine Behörde innerhalb der Behörde organisieren müssen, dann hätten wir wahrscheinlich ungläubig dreingeschaut.“ Aber genau das ist gelungen. Heute arbeiten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ganz eng zusammen mit Mitarbeitern der Kernverwaltung und Auszubildenden, mit Soldaten der Bundeswehr, Kollegen von Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie Ehrenamtlichen und Containment Scouts, die zur Unterstützung gekommen sind. „Und alle zusammen bilden ein Team, das die Corona-Lage in unserer Region mit Herzblut und Engagement in ganz hervorragender Weise sieben Tage die Woche managt“, betont Petra Kretzschmann.

Im Hintergrund der täglichen Arbeit läuft eine eingespielte Logistik, an der auf medizinischer Seite die Ärzte des Gesundheitsamtes ebenso mitwirken wie die Organisation, die Koordinierungsstelle Digitalisierung, die IT, die Personalverwaltung und das Gebäudemanagement der Kreisverwaltung. „Damit ein so buntes Team wie die Corona-Mannschaft jeden Tag so viele Verfügungen rausgeben kann, bedarf es eines gut funktionierenden Workflows“, sagen die Koordinatoren der Corona-Lage, Tobias Querbach und Eva Friederichs, und erläutern, dass zur Absicherung im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet wird. So ist sichergestellt, dass bei einer möglichen Infektion innerhalb eines Corona-Teams die Arbeit weitergehen kann.

Jede Schicht hat mehrere Teams, die die folgenden Aufgaben bewältigen:  Den Erstkontakt mit Infizierten, die Kontaktnachverfolgung, den Kontakt mit Genesenen sowie Sonderaufgaben und den Kontakt zu Kitas, Schulen oder Altenheimen.

Die Bearbeitung der Fälle ist digitalisiert. Trotzdem ist jeder Fall mehr als ein digitaler Prozess und eine Verfügung. „Hinter jedem Fall steht ein erkrankter Mensch mit all seinen Ängsten und Sorgen. Und auch diejenigen, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, haben viele Fragen. Da wird den Mitarbeitern, die in der Corona-Lage arbeiten, bei ihren Telefongesprächen mit den Betroffenen viel abverlangt. Fingerspitzengefühl und Empathie sind gefragt“, sagen Friederichs und Querbach. Nicht immer läuft alles rund. Oft muss auf Veränderungen, wie neue vom Land herausgegebene Verordnungen, schnell reagiert werden. Auch können hohe Fallzahlen oder auch schwierige Fälle mit aufwendigen Nachverfolgungen das System stark beanspruchen. „Da heißt es dann ruhig bleiben und auch mal bis tief in den Abend hinein im Kreishaus ausharren“, sagen die beiden Koordinatoren. 

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