Kreistag beschließt Elektromobilitätskonzept: Maßnahmen-Fahrplan entsteht

Kreistag beschließt Elektromobilitätskonzept: Maßnahmen-Fahrplan entsteht

Der Umstieg auf klimafreundliche Mobilität wird im Landkreis Mayen-Koblenz nun konkret. Der Kreistag hat dem in den vergangenen Monaten entwickelten Elektromobilitätskonzept zugestimmt. Es enthält 15 Maßnahmen mit Fokus auf die kreiseigenen Fuhrparks, aber auch gewerbliche, berufsbedingte und touristische Verkehre. Als nächstes soll die Kreisverwaltung daraus geeignete Vorschläge auswählen und einen Maßnahmen-Fahrplan erstellen. Ziel ist es, als Landkreis Vorreiter bei der Gestaltung emissionsfreier Mobilität zu werden.

Im Landkreis Mayen-Koblenz sollen die verkehrsbedingten Schadstoffemissionen durch einen verstärkten Einsatz batteriebetriebener Autos verringert werden. Rund ein Fünftel der Fahrzeuge des kreiseigenen Fuhrparks sind heute bereits auf E-Mobilität umgestellt. Doch dieser Anteil sollte entsprechend dem neuen Elektromobilitätskonzept bald auf 50 Prozent gesteigert werden. Konkrete Maßnahmen zur weiteren Umstellung des Fuhrparks, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur an kreiseigenen Liegenschaften, aber auch Aufklärung und Schulung der Mitarbeiter sollen dies ermöglichen.

Der Landkreis möchte beim Thema E-Mobilität mit gutem Beispiel vorangehen, aber auch Pendler, Touristen und Unternehmen zur E-Mobilität bewegen. So sind etwa Pendlerverkehre ein wichtiger Hebel, um Treibhausgasemissionen zu verringern. Rund 39.000 Berufstätige fahren täglich zur Arbeit außerhalb des Landkreises, vor allem nach Koblenz. Daher enthält das Konzept zahlreiche Maßnahmen, die Alternativen zum konventionellen Pkw für die verschiedenen Nutzergruppen attraktiver machen sollen.

Das neue Konzept sieht zudem zahlreiche Maßnahmen vor, um Hemmschwellen der E-Mobilität abzubauen. Dazu gehören batterieelektrische Dorfautos oder Bike- und Carsharing-Systeme, die zum Ausprobieren einladen sollen, aber auch langfristige Alternativen zum privaten Pkw bieten sollen. Auch die Möglichkeiten, verschiedene Mobilitätsformen zu kombinieren, die sogenannte inter- oder multimodale Mobilität, sollen auf diesem Weg gefördert werden.

Wichtig ist dabei auch, die Rahmenbedingungen für mehr Elektromobilität zu verbessern. So sieht das Konzept den Ausbau der Landeinfrastruktur an ausgewählten Stellen wie etwa Bahnhöfen, Einkaufszentren, Gewerbegebieten, Wanderparkplätzen oder anderen touristischen Highlights vor.

Bürgerbefragungen im Rahmen der Konzeptentwicklung hatten zudem gezeigt, dass vor allem die Aspekte Ladeinfrastruktur und Informationsangebote über neue Mobilität die Landkreisbewohnerinnen und -bewohner beschäftigen. Daher schlägt das Konzept auch ein umfangreiches digitales Informationsangebot sowie gezielt auch Beratungsangebote für Unternehmen vor.   

Das E-Mobilitätskonzept entstand mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Erarbeitet haben es Verkehrsexperten der IGES Institut GmbH, koordiniert vom kreisinternen Klimaschutzmanagement. Das Berliner Beratungsunternehmen ist bundesweit im Bereich der Verkehrs- und Mobilitätsplanung tätig.

Nach der Verabschiedung des Mobilitätskonzeptes im Kreistag am 5. Juli 2021 ist die Verwaltung nun beauftragt, die Umsetzbarkeit sowie Kosten der einzelnen Maßnahmen zu ermitteln und wenn nötig finanzielle Fördermöglichkeiten zu finden.

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