Weltladen Andernach

Fairtrade Landkreis: Kreisbeigeordnete Meyreis im Austausch mit Weltladen Andernach

Der Landkreis Mayen-Koblenz ist Fairtrade Landkreis und setzt sich auf regionaler Ebene für eine Förderung des Fairen Handels ein. Eine Steuerungsgruppe unterstützt und koordiniert auf Kreisebene. Leiterin der Steuerungsgruppe ist Kreisbeigeordnete Birgit Meyreis. In dieser Funktion betont sie: „Mir ist es wichtig den Austausch mit den Akteuren vor Ort zu suchen und hier aus der ersten Hand von Herausforderungen und Problemen zu erfahren. Gemeinsame Aktivitäten sollen entwickelt werden.“ Der erste Besuch galt daher dem Weltladen Andernach, der neben den Weltläden in Mayen und Ochtendung sowie dem Pallottiner Buch- und Weltladen in Vallendar einer der Weltläden im Landkreis Mayen-Koblenz ist.

Weltläden definieren sich über die Vision für eine gerechte und nachhaltige Welt. Hierzu gilt es, durch fairen Handel die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen in Länder des globalen Südens zu verbessern. Weltläden setzen sich durch Fairen Handel für eine gerechte Bezahlung, partnerschaftliche Zusammenarbeit, Transparenz in der Lieferkette und Nachhaltigkeit der Produkte ein. Der Weltladen Andernach geht auf den Förderverein „Aktion Eine Welt Andernach e.V.“ zurück, der 1992 gegründet wurde. Der Verein ist Träger des Weltladens. Neben dem fairen Handel steht die entwicklungspolitische Bildungsarbeit auf der Agenda des Vereins.

40 ehrenamtliche Helferinnen sorgen für eine regelmäßige Besetzung des Weltladens mit langen Öffnungszeiten in bester Lage auf der Andernacher Hochstraße. Schmuck und Modeartikel stoßen hier vor allem bei den Touristen auf großes Interesse. Die fair gehandelten Lebensmittel sind insbesondere bei Andernacher Stammkunden sehr beliebt. Gut ergänzt sich der Weltladen durch die regionalen Produkte, die durch die Perspektive gGmbH im selben Ladenlokal angeboten werden. Gemeinsam bilden die Geschäfte den „FaiRegio Laden“. Dieses gemeinsame Angebot kommt in letzter Zeit auch vermehrt bei jungen Familien gut an, bei denen ein verantwortungsvoller, bescheidener Konsum an Bedeutung gewinnt.

„Die beiden letzten Corona-Jahre waren eine Herausforderung für den Weltladen“, sagt Sabine Schmitz vom Weltladen. „Die Corona-bedingten Einschränkungen und das Ausbleiben der Touristen haben es schwer gemacht, den Laden wirtschaftlich am Leben zu halten.“ Hierzu wurden neue Ideen umgesetzt, wie ein Stand auf dem Andernacher Markt. Leider musste das entwicklungspolitische Bildungsprogramm vollständig heruntergefahren werden. Vorträge, etwa von Produzenten aus dem globalen Süden, waren nicht möglich.

Besonders wichtig ist Sabine Schmitz und Jutta Reinhard-Melzer, die für den Einkauf der Lebensmittel verantwortlich ist, dass im Weltladen fair gehandelte Produkte angeboten werden, die weit über den Anforderungen der Zertifizierung von „Fairtrade“ liegen. Gepa, El Puente, Welt Partner und anderer Anbieter zeichnen sich durch anspruchsvollere Kriterien aus.

Dennoch wird der Vertrieb von fair gehandelten Produkten in Supermärkten nicht als Konkurrenz empfunden. „Fair gehandelte Produkte sollen das Normale werden und deshalb auch überall verfügbar sein“, betont Sabine Schmitz. Hildegard Bender, vertritt den Weltladen Andernach in der Steuerungsgruppe der Fairtrade Stadt Andernach, die sich unter der engagierten Leitung von Dr. Hansen alle drei Monate trifft. Dennoch würde sie sich weitere Aktivitäten und vermehrte Öffentlichkeitsarbeit wünschen.

Zahlreiche Punkte stehen auf der Wunschliste des Weltladens Andernach an die Vertreter des Fairtrade Landkreises, die künftig gemeinsam angegangen werden sollen:

  • Vermehrte Öffentlichkeitsarbeit rund um den fairen Handel,
  • Bessere Vernetzung der Akteure des fairen Handels im Landkreis Mayen-Koblenz,
  • Die Gewinnung und Qualifizierung von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,
  • Vermehrte Zusammenarbeit mit Schulen, zum Beispiel beim Thema fair gehandelte Bälle und bei der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit,
  • Bestimmte Produktgruppen, wie Berufsbekleidung, fair gehandelte Bälle oder Baustoffe sollen gerade für die Zielgruppe der Kommunen verstärkt in den Fokus genommen werden. 

Zahlreiche weitere Ideen wurden für künftige Aktivitäten entwickelt und sollen weiterverfolgt werden. Die Kreisbeigeordnete Birgit Meyreis bedankt sich für den konstruktiven Austausch und sichert zu, dass Austausch und Zusammenarbeit fortgesetzt werden.

In diesem Internet-Angebot werden Cookies verwendet. Mit der weiteren Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.