Ein möglicher neuer Standort für einen Pe-gel an der Nette beim Schloss Bürresheim.

Landkreis will Vorwarnzeiten bei Hochwasser verbessern

2022-03-10

Nach dem verheerenden Hochwasser im Juli 2021 möchte der Landkreis Mayen-Koblenz die Vorwarnzeiten an den Gewässern im Kreisgebiet bei künftigen Starkregenereignissen verlängern. Einen entsprechenden Beschluss hat der Kreistag im vergangenen Jahr gefasst. Durch zusätzliche Pegel-Messstellen sollen frühzeitige Hilfs- und Schutzmaßnahmen früher eingeleitet und dadurch Menschenleben und materielle Schäden verhindert werden.

Da Meteorologen Starkregen zwar vorhersagen, jedoch nicht abgrenzen können, wo genau die Wassermassen niedergehen, ist die Bedeutung von lokalen Hochwasserpegeln sehr wichtig. Diese können den Anstieg der Wasserstände an den Gewässern, insbesondere an wichtigen Zusammenflüssen einzelner Bachläufe und oberhalb von betroffenen Ortslagen kontinuierlich messen und automatisch entsprechende Warnmeldungen an die zuständigen Stellen senden. Damit könnten die Katastrophenschutzeinheiten, Feuerwehren und viele weitere Institutionen sowie die Bevölkerung frühzeitig gewarnt werden.

Bisher gibt es im gesamten Kreisgebiet außer den Pegeln an Rhein und Mosel aber nur drei solcher Messstellen: Zwei an der Nette in den Bereichen Nettegut und Burg Wernerseck sowie eine am Baybach in Burgen. In der Hochwasserpartnerschaft Mayen-Koblenz wurde deshalb die Arbeitsgruppe „Pegel“ eingerichtet, der neben Vertretern des Kreises und aller Städte und Verbandsgemeinden Feuerwehr, Katastrophenschutz, Wasserwirtschaftsverwaltung und die Hochschule Koblenz angehören. Dabei waren alle Kommunen aufgefordert, auf Grundlage ihrer Ortskenntnis, wie zum Beispiel Zusammenflüssen von verschiedenen Gewässern oder gefährdeten Ortslagen, Vorschläge für zusätzliche lokale Pegel für die Hochwasservorsorge einzureichen. Um frühzeitig Hinweise von den Zuflüssen und Oberläufen der durch den Landkreis fließenden Gewässer zu erhalten, werden auch die an den Landkreis angrenzenden Städte und Verbandsgemeinden ebenfalls um Benennung entsprechender Standorte für lokale Hochwasserpegel gebeten.

Mitglied der Arbeitsgruppe ist unter anderem. Prof. Dr. Lothar Kirschbauer von der Hochschule Koblenz, der den Wiederaufbau an der Ahr wissenschaftlich begleitet. Er wird sich zusammen mit seinen Studierenden unter anderem im Rahmen einer Masterarbeit damit auseinandersetzen, ob die vorgeschlagenen Standorte für zusätzliche Messstellen geeignet sind. Mit dem Ergebnis wird im Sommer gerechnet. Dann wird feststehen, welche Vorschläge die notwendigen Vorwarnzeiten sicherstellen und in die Umsetzung gehen können. Organisatorisch begleitet werden die Kommunen vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz. Der gewässerkundliche Dienst bei der SGD Nord hat ebenfalls seine Unterstützung zugesagt.

Das Land betreibt ein amtliches gewässerkundliches Netz aus derzeit rund 150 Pegeln, an denen alle 15 Minuten der Wasserstand gemessen und der Abfluss berechnet wird. Darüber hinaus werden an anderen Stationen Niederschläge und weitere meteorologische Werte gemessen. Die aktuellen Wasserstände und Abflüsse, langjährige Haupt- und Extremwerte und weitere Informationen aller Landespegel werden im Wasserportal des Landes unter https://wasserportal.rlp-umwelt.de/servlet/is/8181/ veröffentlicht. Der Hochwassermeldedienst des Landes gibt auf seiner Webseite www.hochwasser-rlp.de die Daten vieler gewässerkundlicher Pegel auch an kleineren Gewässern sowie die Daten der Messstellen an den Bundeswasserstraßen heraus.

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