Das Corona-Kompetenz-Zentrum am Altlöhrtor in der Koblenzer City. Foto: Stadt Koblenz/Egenolf

Lichtverschmutzung schadet Mensch und Umwelt

2022-11-18

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Mehr als nur Grün“ der Stadt Koblenz und des Landkreises Mayen-Koblenz hat kürzlich eine Online-Veranstaltung zum Thema „Lichtverschmutzung – Das Ende der Nacht?“ stattgefunden. Manuel Philipp, Gründer und Leiter der gemeinnützigen Organisation „Paten der Nacht“, stellte den Zuhörern die Folgen der Lichtverschmutzung vor. Das Publikum war begeistert vom Vortrag, aber gleichzeitig auch entsetzt über die negativen Auswirkungen von Kunstlicht auf Menschen und Umwelt. Manuel Philipp berichtete darüber, dass „in der bisherigen Menschheitsgeschichte keine andere Ressource in so kurzer Zeit so günstig, effektiv und effizient geworden ist wie das Licht“. Folge davon ist der hemmungslose Einsatz von Licht. Nächtliche Satellitenbilder von 1992 und 2010 machen deutlich, dass es in Mitteleuropa eine deutliche Flächenaufhellung durch Kunstlicht gibt. Nur noch wenige Orte auf der Erde haben eine dunkle Nacht.

Vollständig abzulehnen ist, laut Manuel Philipp, das Anstrahlen von Natur. Eine immer umfangreichere Zierbeleuchtung setzt in der Nacht Häuser, Gebäude, Kirchtürme, Fassaden und Brücken, aber auch Bäume, Sträucher, Hecken, Gärten und Teiche in Szene. Immer mehr und immer länger. Dabei hat das künstliche Licht einen großen Einfluss auf die Natur. Zum einen sind sehr viele Insekten nachtaktiv, auch solche die für die Bestäubung sorgen. Sie verlieren durch Kunstlicht ihre Orientierung und Umkreisen Lichtquellen bis sie erschöpft zu Boden fallen. Diese Insekten fehlen als Nahrungsquelle für andere Tiere und bei der Bestäubung. Aber auch der jahreszeitliche Vegetationsrhythmus der Pflanzen wird gestört. Dauerlicht führt dazu, dass Bäume ihre Blätter viel später abwerfen und im Winter kommt es dann zu Frostschäden. Jedes Licht ist also ein negativer Eingriff in das Ökosystem. Aber auch wir Menschen erkennen immer weniger deutlich einen klaren Wechsel zwischen hell und dunkel. Somit gerät der menschliche Wach-/Schlafrhythmus außer Takt. Auf Dauer kann das zu schwerwiegenden Krankheiten führen.

Um die Lichtverschmutzung einzudämmen und möglichst viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren, gründete Manuel Philipp die gemeinnützige Organisation Paten der Nacht gGmbH. Licht, insbesondere der Anteil des Lichtes, der am eigentlichen Objekt, das beleuchtet werden soll, völlig sinn- und nutzlos vorbei in den Himmel oder die Umgebung strahlt, belastet Umwelt und Menschen. Zudem werden riesige Mengen Energie und Unsummen Geld verschwendet. Die Paten der Nacht wollen Problembewusstsein für dieses Thema schaffen und aufzeigen, dass mit relativ einfachen Maßnahmen die Lichtverschmutzung effektiv reduziert werden kann. Jeder kann hierbei mithelfen.

Wie? Das erläuterte Manuel Philipp im Laufe seines Online-Vortrags zum Thema Lichtverschmutzung anhand eines Sechs-Punkte-Planes:

1. Die Intensität der Außenstrahler sollte durch die Nutzung möglichst geringer Lumen-Werte (lm) verringert werden.

2. Streulicht zur Seite oder nach oben ist zu vermeiden. Hierbei helfen geschirmte Gehäuse oder LED-Reflektor-Lampen.

3. Zu bedenken ist auch die Lichtfarbe. Hier heißt es: Je gelber, desto besser! Farbtemperaturen von 2700 Kelvin sollten möglichst nicht überschritten werden.

4. Für die Montagehöhe gilt die Regel je niedriger, desto besser! Dadurch entstehen weniger Blendungen und die Streuverluste in die Umgebung werden reduziert.

5. Dauerlicht sollte vermieden werden und die Beleuchtung spätestens um 22 Uhr (Sommer wie Winter) abgeschaltet werden. Hier helfen Bewegungsmelder.

6. Das Licht nur zur Wegesicherheit und Orientierung nutzen. Außenlicht zu dekorativen Zwecken sollte generell vermieden werden. Vor allem in Gärten, auf Pflanzen, Naturflächen und Teichen.

Das Projekt "Mehr als nur Grün" wird mit Förderung des Landes Rheinland-Pfalz durchgeführt. Wer mehr zu den Aktivitäten im Rahmen des Projektes erfahren will, kann sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen lassen. Hierzu reicht eine Mail an .

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