Verwaltungsleistungen von A-Z

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Gewässer (öffentlich): Grundwasser- Wärmepumpen – Erlaubnis, Anzeige

Zuständige Mitarbeiter

Leistungsbeschreibung

Für die Errichtung von Erdwärmesonden ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Diese muss vor Beginn der Bohrungen und der Installation der Erdwärmesonden vorliegen.
 
Erdwärmesondenbohrungen sind zusätzlich zu dem wasserrechtlichen Zulassungsverfahren entsprechend dem Lagerstättengesetz bzw. bei Bohrungen > 100 m Tiefe dem Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz (LGB) als geowissenschaftlicher Fachbehörde bzw. zuständige Bergbehörde des Landes Rheinland-Pfalz von der ausführenden Bohrfirma anzuzeigen. 
Spezielle Hinweise für - Kreis Mayen-Koblenz

Aus verschiedenen Gründen kann das Erfordernis bestehen, eine Bohrung niederzubringen. Nicht selten sind von diesen Bohrungen auch grundwasserführende Erdschichten betroffen. Aus diesem Grund bedarf eine Bohrung einer wasserrechtlichen Erlaubnis.

Häufigster Grund für eine solche Bohrung ist die Installation einer Wärmepumpe. Aufgrund steigender Energiepreise gerät die Nutzung regenerativer Energiequellen immer mehr in den Blickpunkt. Die Nutzung der oberflächennahen Geothermie zur Raumbeheizung mittels erdgekoppelter Wärmepumpen ist bei ordnungsgemäßer Ausführung unter Beachtung wasserrechtlicher und geologischer Voraussetzungen eine technisch bewährte, zuverlässige und wirtschaftlich interessante Möglichkeit, regenerative Energien zu nutzen.

Der Bau und Betrieb einer Sole-Wasser-Wärmepumpe bzw. einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe stellt eine wasserrechtliche Benutzung dar. Bei der Errichtung einer Wärmepumpenanlage mit Tiefenbohrungen handelt es sich um eine Maßnahme, die dazu geeignet ist, in grundwasserführende Schichten einzudringen bzw. dauernd oder in einem nicht unerheblichen Ausmaß schädliche Veränderungen der physikalischen, chemischen oder biologischen Beschaffenheit des Grundwassers herbeizuführen. Deshalb ist vor Beginn der Arbeiten eine wasserrechtliche Erlaubnis zu beantragen.

Wir machen darauf aufmerksam, dass eine Erlaubnis zur Bohrung nicht beurteilt, ob die Maßnahme technisch durchführbar oder sinnvoll ist. Auch wird weder die Berechnung des Wärmebedarfs, die Dimensionierung der Wärmepumpe noch die ausreichende Bemessung der notwendigen Bohrlänge geprüft. Diesbezüglich ist grundsätzlich die Beratung durch eine unabhängige fachkundige Stelle (z.B. Ingenieurbüro der Fachrichtung Geologie/Hydrogeologie, Energieberatungsstellen, Geothermische Vereinigung) zu empfehlen.

Bevor Sie einen Planungsauftrag vergeben, erkundigen Sie sich bei der zuständigen unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung oder bei der zuständigen Regionalstelle Wasser, Boden, Abfall der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, ob sich ihr Grundstück in einem Gebiet befindet, in dem in der Regel keine Erdwärmesonden zugelassen werden.

Ausschlusskriterien für Erdwärmesonden sind:

  • Lage innerhalb der Zonen I und II von Trinkwasserschutzgebieten
  • Lage in den Zonen I und II von Heilquellenschutzgebieten sowie
  • der Zentralbereich der Einzugsgebiete von Mineralwassergewinnungen

In hydrogeologisch besonders schwierigen Gebieten, in der Schutzzone III von Trinkwasserschutzgebieten, in den Zonen III und IV sowie der quantitativen Schutzzone B von Heilquellenschutzgebieten oder in der Nähe von Anlagen zur Grundwassernutzung, die kein ausgewiesenes Schutzgebiet haben, ist eine hydrogeologische Einzelfallprüfung erforderlich.

Eine Karte von Rheinland-Pfalz mit den Gebieten, in denen eine Prüfung durch die Fachbehörden erfolgen muss, kann auf der Homepage des Landesamtes für Geologie und Bergbau unter Online-Karten eingesehen werden.

Für die Planung und Durchführung von Baumaßnahmen für Erdwärmesonden kann sich der Bauherr direkt an die zur Errichtung von Erdwärmesonden spezialisierten und qualifizierten Bohrunternehmen, ein erfahrenes Ingenieurbüro, einen Architekten oder einen Energieberater wenden oder die Maßnahme über die Heizungs-/Installationsfirma abwickeln.

Achten Sie beim Bau von Erdwärmesondenanlagen unbedingt auf eine einwandfreie Erstellung der Anlage! Nur eine ordnungsgemäße Baudurchführung gewährleistet eine gute Effizienz der Anlage, sorgt für eine langfristige Betriebssicherheit und verursacht keine Grundwassergefährdung. Ferner ist darauf zu achten, dass das Bohrloch nur mit einem Bentonit-Zement-Gemisch bzw. mit einem Bentonit-Zement-Sand-Gemisch wasserundurchlässig und witterungsbeständig verpresst werden darf. Die Verpressung mit Bohrgut, Sand und Kies ist nicht zulässig. Die Überwachung einer ordnungsgemäßen Baudurchführung kann z.B. durch einen vom Bauhern beauftragten Geologen erfolgen.

Welche Gebühren fallen an?

Für das wasserrechtliche Verfahren
 
Für die Erteilung der Erlaubnis fällt eine Verwaltungsgebühr zwischen 26,50 € und 5.315,00 € an(vgl. Landesverordnung über Gebühren im Geschäftsbereich des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten - (Besonderes Gebührenverzeichnis).
[Für Einfamilienhäuser wird die Gebühr in der Größenordnung von einigen Hundert Euros liegen.]

Welche Fristen muss ich beachten?

Für das wasserrechtliche Verfahren

Die wasserrechtliche Erlaubnis ist rechtzeitig  zu beantragen.

Rechtsgrundlage

Für das wasserrechtliche Verfahren:

Rechtsbehelf

Widerspruch.

Anträge / Formulare

Die für den wasserrechtlichen Erlaubnisantrag erforderlichen Pläne und Unterlagen sind durch eine fachkundige Person im Sinne des Landeswassergesetz zu erstellen, die in die Liste bzw. ein Verzeichnis bei der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz oder in einer vergleichbaren Liste eines anderen Bundeslandes eingetragen ist.
Spezielle Hinweise für - Kreis Mayen-Koblenz

Merkblatt Antragsunterlagen Niederbringung Bohrung

Merkblatt Antragsunterlagen Wärmepumpe

Was sollte ich noch wissen?

Sind durch die Grundwasserentnahme erhebliche nachteilige Auswirkungen auf grundwasserabhängige Ökosysteme zu erwarten, ist nach dem Ergebnis einer Vorprüfung im Einzelfall gegebenenfalls eine in das Erlaubnisverfahren integrierte Umweltverträglichkeitsprüfung nach den Vorgaben des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.

Unterstützende Institutionen

 Für das wasserrechtliche Verfahren

Regionalstellen Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz der Struktur- und Genehmigungsdirektionen Nord (www.sgdnord.rlp.de) und Süd (www.sgdsued.rlp.de).

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