Verwaltungsleistungen von A-Z

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Wasserrechtliche Erlaubnis für Wasserentnahme aus einem Oberflächengewässer / Grundwasser

Zuständige Mitarbeiter

Leistungsbeschreibung

Das Grundwasser ist ein Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Es wird durch versickernde Niederschläge (unterirdischer Abfluss, Sickerwasser) gebildet und fließt einem Oberflächengewässer (Vorfluter) zu oder tritt als Quelle oberirdisch aus. In Abhängigkeit von den Niederschlägen und den Vorflutverhältnissen (z.B. Hochwasser) unterliegt die Grundwasseroberfläche natürlichen Schwankungen.
 
Die Entnahme von Wasser aus einem Oberflächengewässer (z.B. einem Bach) oder dem Grundwasser stellt eine Gewässerbenutzung dar. Diese Benutzung bedarf, mit Ausnahme des Eigentümer oder Anliegergebrauchs, einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Hierbei wird durch die Behörde neben der Entnahmemenge, Entnahmezweck und die Art der Entnahme zudem auch die Entsorgung dieser Wassermengen geprüft.
 
Eine Erlaubnis ist grundsätzlich nicht erforderlich für das Entnehmen, Zutagefördern, Zutageleiten oder Ableiten von Grundwasser
  1. für den Haushalt, für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, für das Tränken von Vieh außerhalb des Hofbetriebs oder in geringen Mengen zu einem vorübergehenden Zweck
  2. zum Zweck der gewöhnlichen Bodenentwässerung landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzter Grundstücke.

Zulassungsfrei ist hierbei nur die Grundwasserbenutzung als solche. Muss zum Zwecke der Grundwasserbenutzung erst eine Bohrung (Brunnen) errichtet werden, so ist dieser Vorgang nach dem Landeswassergesetz erlaubnispflichtig. Das Fördern ist dagegen erlaubnisfrei. Zum Haushalt zählen nur solche Haushaltungen in der Form einer Dauerwohnung. Nicht darunter fallen Wochenendhäuser, Wohnwagen, Wohnzelte und dergleichen. Das Grundwasser darf nur für den eigenen häuslichen Ge- oder Verbrauch eingesetzt werden. Eine Benutzung für gewerbliche Zwecke bleibt weiterhin erlaubnispflichtig. Auch die Entnahme von Grundwasser zur Bedarfsdeckung mehrerer anderer (fremder) Haushalte (z.B. Mehrfamilienhaus) bleiben weiterhin erlaubnispflichtig.

Unter den landwirtschaftlichen Hofbetrieb fällt nur der eigene Bedarf im engeren Sinne. Nicht dazu gehört der fabrik- oder gewerbsmäßig arbeitende landwirtschaftliche Betrieb mit überwiegender Selbstversorgung, wenn dieser ohne eigene oder nur mit einer geringen eigenen Futterversorgung betrieben wird.

Auch die Grundwasserentnahme für das Viehtränken außerhalb des Hofbetriebes (Grundwasserbrunnen auf der Weide) ist zulassungsfrei. Die Bodenentwässerung umfasst die gewöhnliche Bodenentwässerung (nur Drainagen und offene Gräben) landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder gärtnerisch genutzter Grundstücke bis zu einer Gesamtfläche von bis zu 5 Hektar. Auch hier besteht eine Anzeigepflicht. Das heißt, die erforderlichen Unterlagen sind bei der unteren Wasserbehörde vor Realisierung des Vorhabens einzureichen, damit seitens der Behörde geprüft werden kann, ob eine Gefährdung für das Grundwasser entstehen kann.

Anträge / Formulare

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