Klimaschutzkonzept

Integriertes Klimaschutzkonzept für den Landkreis Mayen-Koblenz und seine Verbandsgemeinden und Städte

Kreistag beschließt die Umsetzung des Ingtegrierten Klimaschutzkonzeptes


Am 11. Juli 2016 hat der Kreistag des Landkreises Mayen-Koblenz die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes beschlossen. Weiterhin wurde ein Klimaschutz-Controlling aufgebaut, welches die Fortschritte in Sachen Klimaschutz im Landkreis Mayen-Koblenz dokumentiert. Zur Umsetzung von ausgewählten Maßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzeptes soll ein Klimaschutzmanagement für den Landkreis Mayen-Koblenz und seine Kommunen aufgebaut werden. Dieses wurde mit entsprechend qualifizierten Mitarbeitern besetzt. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Förderantrag für das Klimaschutzmanagement im Rahmen der Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums zu stellen. Der Eigenanteil, welcher nach Abzug der Förderung verbleibt, wird seitens des Landkreises getragen.

Um das gemeinsame Engagement von Landkreis Mayen-Koblenz und seinen Kommunen im Klimaschutz zu dokumentieren, wurde eine gemeinsame „Mayen-Koblenzer Erklärung – Klimafreundlicher Landkreis MYK“ unterzeichnet. Auch diese Erklärung wurde vom Kreistag am 11. Juli 2016 verabschiedet. Die Erklärung finden Sie hier.

Die Inhalte des Integrierten Klimaschutzkonzeptes

Mit dem Klimaschutzkonzept werden Wege und Projektansätze für zukünftige Klimaschutzanstrengungen im Landkreis und den beteiligten Kommunen aufgezeigt. Es legt kommunalen und anderen Entscheidungsträgern dar, welche technischen und wirtschaftlichen Potenziale zur Minderung von Treibhausgasemissionen bestehen.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept ist durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz nukleare Sicherheit gefördert. Begleitet und gesteuert wurde die Konzepterstellung durch eine Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der Verbandsgemeinden und Städte, der Kreisverwaltung und der mit der Konzepterstellung beauftragten Büros (Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen und SWECO GmbH, Koblenz).

Hier können Sie sich das Klimaschutzkonzpet herunterladen:

1. Klimaschutzkonzept Mayen-Koblenz gesamt
2. Klimaschutzkonzpet Mayen-Koblenz Anhang

KSK Inhaltsverzeichnis

KSK Anhang

Das Klimaschutzkonzept gliedert sich in folgende Schritte:

1. Energie- und CO2-Bilanz
2. Potenzialanalyse
3. Akteursbeteiligung
4. Maßnahmenkatalog
5. Konzept für das Klimaschutz-Controlling
6. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit
7. Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit


  • 1.  Energie- und CO2-Bilanz

    Für den Verbrauch und die Erzeugung von Energie entsteht über die Bilanzierung ein detailliertes Bild über den Endenergieverbrauch und die energieverbrauchsbedingten CO2e-Emissionen in den einzelnen Sektoren Privathaushalte, Öffentliche Einrichtungen, Gewerbe/ Handel/Dienstleistung/Industrie und Verkehr/ Mobilität.

    Diese Bilanzierung beruht auf vielen verschiedenen Daten. Um die Bilanz bestmöglich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen zu können, erfolgte eine umfassende Datenerhebung. Nicht ermittelbare oder nicht auswertbare Daten mussten über Statistiken oder Erfahrungswerte ersetzt werden.

    Im Rahmen der Bilanzierung wurden unter anderem Daten bei den Verbandsgemeinden und Städten erhoben. Für die Stadt Andernach und die Verbandsgemeinde Vordereifel wurden die Daten aus den schon vorliegenden Integrierten Klimaschutzkonzepten in aktualisierter Form ins kreisweite Konzept integriert. Die Verbandsgemeinde Weißenthurm will ein eigenes Integriertes Klimaschutzkonzept sowie ein Teilkonzept Liegenschaften erstellen. Seitens der Verbandsgemeinde Weißenthurm wurden jedoch Daten, die für eine kreisweite Bilanz wichtig sind, zur Verfügung gestellt.

    Insgesamt werden im Landkreis Mayen-Koblenz ca. 1,5 Millionen t CO2e pro Jahr emittiert. Hiervon stammen ca. 31 % aus privaten Haushalten, 30 % aus Gewerbe/ Handel/ Dienstleistung/ Industrie, 37 % aus dem Bereich Verkehr und etwas über 1 % aus Liegenschaften des Kreises und der Kommunen.

  • 2. Potenzialanalyse

    Die Potenzialanalyse ermittelt Energieeinsparpotenziale sowie noch nicht genutzte oder ausbaufähige Erzeugungspotenziale für Erneuerbare Energien.

    Im Sektor der privaten Haushalte bestehen in der Wärmeversorgung hohe wirtschaftliche Einsparpotenziale. Die Einsparpotenziale im Bereich der kreiseigenen und kommunalen Liegenschaften sind in Summe gering. Trotzdem ist die Umsetzung wirtschaftlicher Einsparpotenziale ein wichtiger Baustein, insbesondere im Sinne der Energiekosteneinsparung und der Vorbildfunktion des Kreises und der Kommunen. Ausbaupotenziale für Erneuerbare Energien liegen vor allem im Bereich der Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) und Kraft-Wärme-Kopplung.

    Szenarien

    Im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes wurden mögliche Zukunftsszenarien und daraus ein ableitbares quantifiziertes Klimaschutzszenario für die klimaschutzrelevanten Handlungsfelder in den Bereichen Energie und Verkehr für das Kreisgebiet aufgestellt. Das Szenario wurde für die Entwicklung der Emissionen bis zum Jahr 2030 berechnet. Im Kreisgebiet können unter den getroffenen Annahmen bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Bilanzjahr 2014 rund 500.800 t/a an CO2e-Emissionen (ca. 33 %) eingespart werden.

  • 3. Akteursbeteiligung

    Wenn Klimaschutz erfolgreich sein will, muss eine breite Beteiligung und Motivation für das Thema hergestellt werden. Im Rahmen der Konzepterstellung wurde deshalb großer Wert auf eine Beteiligung der verschiedenen Akteure im Klimaschutz gelegt. Mehrere Workshops und Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen und zu unterschiedlichen Themen wurden durchgeführt:

    WannWasWo
    14.04.2015Öffentliche AuftaktveranstaltungIGS Pellenz, VG Pellenz
    14.07.2015Workshop "Klimaschutz durch Modernisierung der Straßenbeleuchtung"Stadtverwaltung Mayen
    12.08.2015Workshop "Klimafreundliche Abwasserbeseitigung"Kläranlage Nothbachtal, VG Maifeld
    23.11.2015Workshop "Klimafreundliche Mobilität"VG Vallendar
    10.12.2015Workshop "Kommunales Energiemanagement"VG Rhein-Mosel, Verwaltungsstelle Rhens
    25.01.2016Vertiefungsworkshop "Energiesparende Straßenbeleuchtung"Kreisverwaltung MYK
    25.02.2016Workshop "Energetische Sanierung von Ortskernen/Quartieren"Kreisverwaltung MYK
    07.04.2016Treffen der (erweiterten) Projektsteuerungsgruppe mit dem Schwerpunkt MaßnahmenentwicklungStadtverwaltung Mendig
    14.04.2016Workshop "Wie können wir den Klimaschutz nachhaltig in unserer Verwaltung verankern?" fand begleitend zum Klimaschutzkonzept statt; gefördert durch das Land RLP im Rahmen des Projektes "RLP entwickelt sich nachhaltig"Kreisverwaltung MYK
    22.04.2016Sitzung der Projektgruppe "Energie" der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Inhalte: Aktueller Stand des Klimaschutzkonzeptes;
    Entwicklung eines Klimaschutzzieles/-leitbildes für den Landkreis Mayen-Koblenz
    Kreisverwaltung MYK
    03.05.2016Workshop "Klimaschutzziel" mit Bürgermeistern, zuständigen Sachbearbeitern in den VGs, Kreisvorstand, Fraktionsvorsitzenden des Kreistages;
    Entwicklung eines Klimaschutzzieles/-leitbildes für den Landkreis Mayen-Koblenz und Umsetzungsstrategien
    Kreisverwaltung MYK
  • 4. Maßnahmenkatalog

    Aus den Ergebnissen der Bilanzierung und Potenzialanalyse sowie einem breit aufgestellten Beteiligungsprozess der regionalen Akteure im Rahmen der Workshops wurden Maßnahmen erarbeitet, die für den Klimaschutz im Landkreis und in den beteiligten Kommunen sinnvoll sind. Weitere Maßnahmenvorschläge kamen aus Expertengesprächen oder wurden durch die Fachbüros eingebracht.

    Insgesamt wurden fast 48 Maßnahmen erfasst, die sich den folgenden Sektoren zuordnen lassen:

    Sektor: Übergreifende Maßnahmen
    Sektor: Private Haushalte
    Sektor: Öffentliche Einrichtungen
    Sektor: Gewerbe/Handel/Dienstleistung/Industrie
    Sektor: Erneuerbare Energien
    Sektor: Verkehr/Mobilität 

    Die Umsetzung von Maßnahmen steht in Abhängigkeit von der Art der Maßnahmen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien und einer Finanzierbarkeit.

  • 5. Konzept für das Klimaschutz-Controlling 

    Im Controlling-Konzept ist beschrieben, wie zukünftig die Fortschritte hinsichtlich der Ziel­erreichung und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden sollen. Hierunter fallen die Gewährleistung einer fortschreibbaren Energie-/CO2e-Bilanz, Information und Koordi­nation der am Klimaschutzmanagementprozess Beteiligten und der Öffentlichkeit sowie ent­sprechende Dokumentationen bzw. Berichtspflichten.

  • 6. und 7. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Konzept für Öffentlichkeitsarbeit

    Die Erstellung des Konzeptes wird von intensiver Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Weiterhin wird für die Umsetzungsphase des Konzeptes eine Kommunikationsstrategie erarbeitet. Diese dient dazu, die Inhalte des Konzeptes in die breite Öffentlichkeit zu transportieren sowie eine vielfältige aktive Beteiligung aller Akteure zu erzielen. Die Umsetzung von Maßnahmen ist vor allem dann erfolgversprechend, wenn sie von allen Akteuren gleichermaßen getragen und vorangetrieben wird. Die Vielfalt der Kommunikationskanäle kommt dabei zum Einsatz und reicht von einfachen Presseinformationen bis hin zu zielgruppenspezifischen Informationsveranstaltungen. 


Umsetzung des Konzeptes - Klimaschutzmanagement


Die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist eine komplexe Aufgabe, die zusätzliche personelle Ressourcen in Form eines  „Klimaschutzmanagements“ erfordert. Die Einrichtung eines Klimaschutzmanagements wird im Rahmen der Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums gefördert. Im Landkreis Mayen-Koblenz sind gegenwärtig zwei Klimaschutzmanager beschäftigt. Im Landkreis wurde im Dezember 2017 die 1. Stelle eines geförderten Klimaschutzmanagers besetzt. Seit Oktober 2019 (durch Kreistagsbeschluss von Dezember 2018) wurde ein 2. Klimaschutzmanager (nicht mehr gefördert) eingestellt.

Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanagement in Verbandsgemeinden und Städten des Landkreises


Durch mehrere Verbandsgemeinden und Städte wurden bereits Klimaschutzkonzepte oder Teilkonzepte erstellt bzw. sollen erstellt werden. Diese sind hier aufgelistet:


Klimaschutzkonzept/
Klimaschutzteilkonzept


Klimaschutzmanager
VG/StadtArt des KonzeptesFertiggestellt im Jahrbzw. Start geplant fürEinstellung seitEinstellung
geplant ab
Andernach
Technisches Bauamt
Integriertes Klimaschutzkonzept mit 3 Teilkonzepten:
- eigene kommunale Liegenschaften
- Erneuerbare Energien
- Integrierte Wärmenutzung
2015

August 2016
VallendarKlimaschutzteilkonzept für die eigenen Liegenschaften der Verbandsgemeinde Vallendar, die Stadt Vallendar sowie die Ortsgemeinden Niederwerth und UrbarDez. 2014
Februar 2016 (bis 31.01.2018) für die Umsetzung des Liegenschafts-konzeptes
VallendarKlimaschutzteilkonzept zur integrierten Wärmenutzung für die Verbandsgemeinde Vallendar Juni 2016
nicht förderfähig 
VordereifelIntegriertes Klimaschutzkonzept - Interkommunales Klimaschutzkonzept  der Verbandsgemeinden Vordereifel und Brohltal2014
Kooperation mit dem Landkreis Mayen-Koblenz beabsichtigt
WeißenthurmIntegriertes Klimaschutzkonzept und Klimaschutzkonzept für eigene Liegenschaften
01.01.2017 (Antrag wurde beim Projektträger Jülich gestellt)
nach Erstellung des Klimaschutz-
konzeptes
Das Klimaschutzmanagement des Landkreises soll eng mit den Klimaschutzmanagern der Verbandsgemeinden und Städte kooperieren. Hierdurch können Synergien genutzt werden. Erfolgreiche Maßnahmen und Projekte können so kreisweit verbreitet und Doppelarbeit vermieden werden. 


Förderung


Die Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes wurde gefördert vom Bundes­ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Förderkennzeichen: FKZ 03KS5958-A, FKZ 03KS5958-B

Projektlaufzeit: 01.10.2014 bis 31.10.2016


Die Einrichtung einer Stelle "Klimaschutzmanagement" wurde gefördert vom Bundes­ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Förderkennzeichen: 03K05519

Projektlaufzeit: 01.10.2017 bis 30.09.2020

Informationen zum Fördergeber und dessen Projektträger finden Sie hier:



  • Rückblick: Das Integrierte Klimaschutzkonzept

    Klimaschutzkonzept - ein kurzer Überblick

    Der Schutz des Klimas geht uns alle an. Jeder kann hierzu einen Beitrag leisten. Der Landkreis Mayen-Koblenz möchte sich zusammen mit seinen Verbandsgemein­den und Städten stärker für den Klimaschutz engagieren. Gemeinsam soll ein Integ­riertes Klimaschutzkonzept erstellt werden. Ein Klimaschutzkonzept ermöglicht zielgerichtet Maßnahmen in den Bereichen Kli­maschutz, Energieeinsparung und Ausbau Erneuerbarer Energien, welche in einem engen Zusammenhang mit einer Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und einer Stärkung der regionalen Wirtschaft stehen. Die Erstellung und Umsetzung eines solchen Klimaschutzkonzeptes wird vom Bun­desumweltministerium gefördert.

    Wozu dient ein Klimaschutzkonzept?

    Ein Klimaschutzkonzept dient als strategische Entscheidungsgrundlage und Pla­nungshilfe für zukünftige Klimaschutzanstrengungen. Er zeigt kommunalen und an­deren Entscheidungsträgern auf, welche technischen und wirt­schaftlichen Potenziale zur Minderung von Treibhausgasen bestehen. Es benennt kurz-, mittel- und langfris­tige Optionen.

    Welche Bereiche werden in einem Integrierten Klimaschutzkonzept betrachtet?

    Das Integrierte Klimaschutzkonzept betrachtet alle relevanten Sektoren wie Privat­haushalte, öffentliche Einrichtungen, Gewerbe/Industrie und Verkehr hinsichtlich Energieverbrauch und CO2-Ausstoß.

    Wer erstellt das Integrierte Klimaschutzkonzept?

    In der Kreistagssitzung am 15. Dezember 2014 wurde die Transferstelle für Ratio­nelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) in Zusammenarbeit mit der Grontmij GmbH, Koblenz, mit der Erstellung des Kon­zeptes beauftragt. Die TSB verfügt über umfassende Erfahrungen in der Erstellung von Klimaschutzkonzepten.

    Ansprechpartner und Projektsteuerung

    Im Rahmen der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes werden immer wieder Entscheidungen über das weitere Vorgehen oder Schwerpunktsetzungen nö­tig. Diese Entscheidungen erfolgen in einer Projektgruppe, in der sowohl Vertreter der Kreisverwaltung als auch Vertreter von Verbandsgemeinden und Städ­ten im Landkreis mitarbeiten. Durch diese Zusammensetzung der Projektgruppe wird sichergestellt, dass alle Belange gleichermaßen berücksichtigt werden und letztend­lich alle Beteiligten einen möglichst großen Nutzen aus dem Konzept ziehen können.

    Mehr Informationen zum Integrierten Klimaschutzkonzept und den Ansprechpartnern finden Sie in der Projektstartmappe.

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