© Daniel Müller

Der Mosel-Apollofalter

Mission Mosel-Apollo – Rettungsaktion für einen einzigartigen Schmetterling 

Der Mosel-Apollo (wissenschaftlich Parnassus apollo vinningensis) ist einer der schönsten heimischen Tagfalter. Das Besondere: Es gibt ihn nur an der Mosel und sonst nirgends auf der Welt! Leider ist dieser wunderschön gezeichnete Schmetterling, dessen Spannweite acht bis neun Zentimeter betragen kann,akut vom Aussterben bedroht: In seinem eng umgrenzten Verbreitungsgebiet zwischen Winningen und Bremm konnten viele Vorkommen in den vergangenen Jahren nicht mehr nachgewiesen werden. Selbst in Gebieten mit ehemals größeren Populationen sind Funde inzwischen überaus selten. Der dramatische Rückgang des Mosel-Apollos könnte weitreichende Folgen haben. Es droht der Verlust einer Art mit einem außerordentlichen Stellenwert für die Biodiversität an der Mosel.

Die Ursachen für das drohende Aussterben des Falters sind vielfältig:Klimatische Veränderungen und die aus anhaltender Trockenheit resultierende Blütenarmut gelten als wahrscheinlichste Faktoren. Aber auch Lebensraumveränderungen infolge der Verbuschung ganzer Felshänge wirken sich offenbar stark negativ auf den Bestand aus.

Die Kreise Mayen-Koblenz und Cochem-Zell sind sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Mosel-Apollo und seiner Bedeutung für die Kulturlandschaft bewusst. Deshalb haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, den unwiederbringlichen Verlust des Schmetterlings gemeinsam mit den Verbands- und Ortsgemeinden sowie den Winzern in der Region nach besten Möglichkeiten zu verhindern.

Finanziert wird das Projekt „Mosel-Apollo“ über die „Aktion Grün“ des Landes Rheinland-Pfalz.

  • Lebensräume erhalten: Freistellen und Entbuschen von Weinbergsbrachen 

    Biotopmosaike aus Felsen, Trockenmauern und offenen Flächen sind ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Dazu zählt auch der Mosel-Apollo, der bevorzugt offene, sonnenbeschienene Steilhänge besiedelt. © Jörg HilgersDer Schmetterling legt seine Eier in der Nähe der Fetthenne ab, die seinen Raupen als Futterpflanze dient. Die Fetthenne wächst im Moseltal sehr oft an Trockenmauern, wie sie in den brachliegenden Weinberghängen des Moseltals vielerorts vorhanden sind. Weil der arbeitsaufwändige Steillagen-Weinbau heute nur noch vereinzelt betrieben wird, wachsen die Mauern mit Gebüschen und Gehölzen zu – und verhindern so das Wachstum der Fetthenne. Aber auch die blütenreichen Nektarpflanzen für den Schmetterling werden durch den zunehmenden Bewuchs zurückgedrängt. Durch das Freistellen von zugewachsenen Weinbergsbrachen lässt sich zumindest diesem Gefährdungsfaktor des Schmetterlings zeitnah entgegensteuern. Der Fokus liegt hierbei auf jenen Bereichen, in denen der Apollofalter in der Vergangenheit bereits nachgewiesen werden konnte. Geplant sind aktuell motormanuelle Freistellungsmaßnahmen auf einer Fläche von insgesamt vier Hektar.

  • Auch ein Falter muss mal futtern: „Apollo-Tankstellen“ sichern Nahrungsangebot 

    Als Nahrung benötigt der Apollo-Falter ein ausreichendes Angebot an blütenreichen Nektarpflanzen. Die Trockenheit der vergangenen Jahre sowie die starke Verbuschung der Flächen haben dazu geführt, dass das Nahrungsangebot erheblich geschrumpft ist. Neben der Freistellung dieser Bereiche wurde daher zusätzlich damit begonnen, an geeigneten Stellen die Flockenblume und weitere Arten anzupflanzen. Für diese „Apollo-Tankstellen“ werden Kooperationen mit Winzern geschlossen, die sich künftig um das Bewässern und die Pflege dieser Flockenblumen-Aussaaten kümmern. 

  • Systematisches Monitoring 

    © Jörg HilgersObwohl der Mosel-Apollo alljährlich im Zentrum verschiedener Erfassungen durch kundige Schmetterlingsforscher
     steht, gab es bislang keine systematischen und vertiefenden Untersuchungen nach einheitlichen Methodenstandards. Besucht werden vor allem die bekannten Hotspots, Bereiche mit kleinen Restpopulationen oder Gebiete mit ehemaligen Vorkommen werden dagegen nicht oder nur unzureichend begangen. Um eine solide Datengrundlage für das Projekt zu erhalten und daraus sinnvolle Maßnahmen ableiten zu können, ist im Jahr 2021 eine umfassende Erfassung mit diversen Begehungen, Zählungen und Auswertungen vorgesehen.

  • Wir suchen den Apollo – und jede Menge freiwillige Helferinnen und Helfer! Machen Sie mit bei der „Apollo-Suchaktion“!

    © Jörg HilgersWer bis zum 31. Juli einen Mosel-Apollo sichtet, kann dies per E-Mail an: melden. Profi- und Hobbyfotografen bitten wir ihre Fotos auf Instagram mit dem Hashtag #Moselapollo hochzuladen.

Das Projekt wird mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) gefördert.

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