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Start der QuartierPflege im Landkreis Mayen-Koblenz
„QuartierPflege ist eine echte Alternative für die Menschen vor Ort und deckt Bedarfe ab, die sonst häufig nicht ausreichend berücksichtigt werden. Als Landkreis wollen wir die notwendigen Strukturen schaffen und diese gemeinsam mit den Kommunen mit Leben füllen – direkt vor der eigenen Haustür und nah an den Menschen“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong. Im Rahmen einer Sondersitzung der Regionalen Pflegekonferenz wurde das Projekt kürzlich dem Fachpublikum vorgestellt. Neben Pascal Badziong präsentierte auch Dr. Florian Kiel von der Gesellschaft für Gemeinsinn e.V. das Konzept. Führungskräfte aus Wohlfahrtsverbänden, ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen nutzten im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch über Inhalte, Fragen und mögliche Kooperationen.
Was versteht man unter QuartierPflege?
QuartierPflege verfolgt das Ziel, Menschen mit Pflegebedarf langfristig und in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause zu versorgen – eingebettet in ein professionell koordiniertes Netzwerk, das finanziell abgesichert und fachlich begleitet wird. Im Mittelpunkt steht der Aufbau von unterstützenden Nachbarschaftsnetzwerken im direkten sozialen Umfeld. In Thür übernehmen Nachbarn Aufgaben in den Bereichen Alltagsbegleitung, Hauswirtschaft und Grundpflege. Medizinische Pflegeleistungen verbleiben weiterhin bei professionellen Pflegekräften. Die unterstützenden Nachbarn werden für ihre Aufgaben geschult und kontinuierlich fachlich begleitet. Koordiniert und begleitet wird das Netzwerk durch einen Pflegelotsen vor Ort. Das Engagement kann flexibel gestaltet werden – von ehrenamtlicher Tätigkeit bis hin zu einer Vollzeitbeschäftigung – und wird entsprechend vergütet. Die Finanzierung erfolgt über Mittel der Pflegekassen, sodass für Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad keine zusätzlichen Kosten entstehen.
Durch die enge Einbindung in den sozialen Nahraum und kurze Wege lässt sich das Engagement gut in den Alltag integrieren. Gleichzeitig profitieren Pflegebedürftige von mehr gesellschaftlicher Teilhabe, einer gestärkten Selbstständigkeit und der Möglichkeit, auch bei steigendem Pflegebedarf in der eigenen Häuslichkeit zu verbleiben.
„Mit QuartierPflege können wir dem Fachkräftemangel wirksam begegnen. Wir bieten den Kommunen eine konkrete und direkt umsetzbare Handlungsoption, die soziale Teilhabe stärkt und regionale Wirtschaftskreisläufe fördert – gewissermaßen eine Re-Kommunalisierung der Pflege im Sinne eines ‚Zurück ins Dorf 2.0‘“, erläutert Dr. Florian Kiel, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Gemeinsinn e.V.
Der Start der MYK-Nachbarschaft vor Ort erfolgt, sobald der neue Pflegedienst zugelassen ist und seine Arbeit aufnehmen kann. Derzeit arbeiten die Projektpartner gemeinsam an den notwendigen Voraussetzungen, sind dabei jedoch in einzelnen Schritten auf externe Stellen angewiesen. Ein konkreter Starttermin für Thür steht daher noch nicht fest.
Interessierte Bürger aus Thür können sich bereits jetzt unter https://www.quartierpflege.de/mayen-koblenz informieren und ihr Interesse bekunden. Auch Personen, die sich eine Tätigkeit als Pflegedienstleitung vorstellen können, sind eingeladen, sich frühzeitig zu melden; eine offizielle Stellenausschreibung wird in den kommenden Wochen veröffentlicht. Für Rückfragen steht Anne Schnütgen, Pflegestrukturplanerin des Landkreises Mayen-Koblenz, per E-Mail an anne.schnuetgen@kvmyk.de zur Verfügung.



