20 Jahre Integrierte Umweltberatung, ein Grund zum Feiern: Landrat Dr. Alexander Saftig, Lina Kopiske und  Dr. Rüdiger Kape von der Integrierten Umweltberatung, Abteilungsleiterin für Umwelt und Bauen Dagmar Menges, Staatssekretär im Bundesumweltministerium a. D. Michael Müller, Kreisbeigeordneter Rudi Zenz (v.l.n.r.).

Integrierte Umweltberatung feiert 20. Geburtstag

Viele Erfolgreiche Projekte in Mayen-Koblenz - Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und ökologische Landschaftsentwicklung, diese Begriffe prägen die Arbeit der Integrierten Umweltberatung (IUB) des Landkreises Mayen-Koblenz. In Kottenheim wurde nun das 20-jährige Bestehen der IUB gefeiert, die nicht nur auf zahlreiche, sondern auch erfolgreiche  Projekte zurückblicken kann.

„Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft.“ Mit diesen Worten hieß Landrat Dr. Alexander Saftig die Gäste der Jubiläumsfeier willkommen und ging auf die Bedeutung der Integrierten Umweltberatung für Mayen-Koblenz ein: „Der nachhaltige Umgang mit den vorhandenen Ressourcen wird immer wichtiger. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten. Viele Wege sind möglich und der verantwortungsvolle Umgang mit unserer Natur ist längst kein Phänomen einzelner Idealisten mehr.“ Das verdeutlichten auch die vielen Gäste, die die Kottenheimer Gemeindehalle füllten: Mitinitiatoren, Weggefährten, Unterstützer und Freunde der IUB.

Das Jubiläum bot die Gelegenheit, einen Blick auf die Geschichte der IUB zu werfen: „Von Beginn an stand die Nachhaltigkeit im Fokus“, erinnerte sich Koordinator Dr. Rüdiger Kape, dessen Name seit der Gründung untrennbar mit der IUB verbunden ist. 1997 startete die Integrierte Umweltberatung als Projekt mit bundesweit insgesamt zehn Landkreisen. „In vielen Kreisen war nach der ursprünglich geplanten Projektlaufzeit von drei Jahren Schluss. Nicht bei uns in Mayen-Koblenz. Hier lautete das Ziel weiterhin, den Kreis nachhaltig zu entwickeln und dem Umweltschutz mehr Gewicht zu geben“, so Rüdiger Kape.

In 20 Jahren IUB-Arbeit wurden zahlreiche Projekte ins Leben gerufen. Insgesamt wurden dabei alleine seit 2010 in zentralen  der IUB rund 23.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen erreicht. Eines der ersten großen Projekte war „Heimat schmeckt!“. Aus einer Arbeitsgruppe der IUB

entstand 2004 ein eigetragener Verein. „Ziel war, die regionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten aus der Region für die Region. So wird die Wertschöpfung vor Ort erhöht, landwirtschaftliche Familienbetriebe werden unterstützt und dem Kunden Transparenz und Vertrauen in die heimischen Lebensmittel gegeben.“ Daran hält der Verein bis heute fest. „Heimat schmeckt!“ ist so zu einem Synonym für Frische und Regionalität geworden.

Auch „Energiesparendes Bauen und Sanieren“ war von Anfang an ein wichtiges Thema der Arbeit der IUB. Das Bau- und Energienetzwerk Mittelrhein (BEN) und das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel sind inzwischen fest etabliert. BEN ging aus einem Projekt zum energiesparenden Bauen und Sanieren hervor und hat sich zu einer mehrfach ausgezeichneten und regional bedeutenden Klimaschutzinitiative entwickelt. Ein ähnliches Ziel wie BEN verfolgt das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel. Es informiert und unterstützt Maßnahmen des kirchlichen Umweltschutzes.

Rückblickend beurteilte Rüdiger Kape die Aktivitäten der Integrierten Umweltberatung durchweg positiv: „Die IUB ist auch noch nach 20 Jahren dynamisch. Uns gehen die Themen nicht aus – im Gegenteil.“ Eines der aktuellen Themen ist die Pflege und Nutzung der Streuobstwiesen, wobei auch der Erhalt alter Obstsorten  besonders im Fokus steht.

Das zweite große aktuelle Projekt ist die Umweltbildung, bei dem Kita- und Grundschulkindern die Natur näher gebracht wird. „Unser Ziel ist es, möglichst vielen Kindern Naturerlebnisse zu ermöglichen und grundlegendes Umweltwissen zu vermitteln. Nur so kann Umweltschutz auf Dauer funktionieren“,  betonte Rüdiger Kape die Bedeutung des Projektes und warf gleichzeitig einen Blick in die Zukunft. In einem neuen Projekt wird der Schwerpunkt auf öffentliche und private Grünflächen gelegt: „Wir möchten vermeiden, dass immer mehr sogenannter „Steinwüsten“ entstehen. Die Grünflächen sollen ihren Namen zu Recht tragen und Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten.“