Gemeinsam mit Ortsvorsteher Lothar Geisen (3.v.l.), Oberbürgermeister Wolfgang Treis (2.v.r.), Beigeordnetem Rolf Schumacher (r.) und weiteren Ratsmitgliedern erkundete Landrat Alexander Saftig (Mitte) den Mayener Stadtteil Alzheim.

Neubaugebiet soll Zukunftsfähigkeit von Alzheim sichern

Landrat besucht Mayener Stadtteil - Nein, Alzheim ist kein kleines Dorf im Landkreis Mayen-Koblenz, sondern vielmehr ein Stadtteil von Mayen. Trotzdem besuchte Landrat Alexander Saftig jetzt den 1.300 Einwohner starken Ort im Rahmen seiner Minitour „Unsere kleinen Dörfer“. „In unseren Stadtteilen finden wir sehr wohl noch dörfliche Strukturen, die es zu beachten gilt. Das ist Stärke und Schwäche zugleich. Die Stärken wollen wir weiter ausbauen und an den Schwächen müssen wir von kommunalpolitischer und verwaltungsmäßiger Seite gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort arbeiten“, so der Landrat. 

Im Gespräch mit dem Kreischef formulierten Ortsvorsteher Lothar Geisen und Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis Herausforderungen, vor denen der Stadtteil Alzheim aktuell steht. So sieht man Probleme mit Leerständen und alten Häuser im Ortskern. Gleichzeitig will man aber auch einen gewissen Anteil an Grünflächen innerorts erhalten, tragen sie doch zur Lebensqualität für die Bürger bei. Auch bedauert man, dass Alzheim als Stadtteil nicht in den Genuss von Dorferneuerungsprogrammen kommt. Die Städtebauförderung erweise sich dagegen als schwierig. Hauptthema für Alzheim ist die Ausweisung eines neuen Baugebietes. Hier fehlt es noch an der Bauleitplanung. Die Nachfrage nach Grundstücken und Häusern ist vorhanden. Allerdings kann der Bedarf nach Grundstücken zurzeit nicht völlig abgedeckt werden. Landrat Saftig machte deutlich, wie wichtig es für die Entwicklung von Alzheim ist, dass insbesondere junge Familien ein passendes Angebot für ihr Eigenheim finden. „Gemeinden können dem demografischen Faktor nur begegnen, wenn es ihnen gelingt, junge Menschen im Ort zu halten und neu hinzuzugewinnen. Zur Zukunftsfähigkeit gehören deshalb Neubaugebiete und freier Wohnraum im Ortskern, aber auch eine gute Infrastruktur und ein intaktes Vereinsleben.“

Mit beidem kann der Mayener Stadtteil Alzheim dienen. Ein städtischer Kindergarten ist ebenso vorhanden wie ein kleinerer Laden für Zeitungen, Getränke und Geschenkartikel. Ein Hofladen hat kürzlich eröffnet. Die neue Kunstrasensportanlage wurde 2009 gebaut und die ehemalige „Alte Schule“ dient heute als Bürgerhaus. Stolz ist man in Alzheim auf das Ehrenamt. Bürger engagieren sich im Sportverein ebenso wie im Schützenverein, der Frauengemeinschaft oder dem Orgelbauverein. Regelmäßige Veranstaltungen wie „Zapf in den Mai“ vom Junggesellenverein bereichern das Gemeinschaftsleben.

In Begleitung des Landrates war auch der zuständige Referatsleiter für Kreisentwicklung nach Alzheim gekommen. Alois Astor erläuterte, dass durch den demografischen Wandel auch die Themen altersgerechtes Wohnen, Pflege vor Ort sowie Barrierefreiheit auf den Stadtteil zukommen werden. Auf Kreisebene hat man bereits mit einigen Modellkommunen Projekte, wie „Bewegung in die Dörfer“, auf den Weg gebracht, die auch für Alzheim Vorbild sein könnten.