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Demonstrator für Industrie 4.0 als innovatives Bildungsprojekt in Mayen-Koblenz

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, den Aufbau von Kompetenzen rund um Industrie 4.0 in regionalen Betrieben zu fördern. Der Schulungsdemonstrator ermöglicht es den Anwendern, in verschiedene Arbeitsrollen aus dem Industrieumfeld zu schlüpfen und ganzheitliches Wissen zu digitalen Technologien wie Künstlicher Intelligenz, 3D-Druck, intelligenten Werkstücken, Lagersystemen und mehr zu erlangen. Er soll ganz praxisnah in einer interaktiven Lernumgebung Automatisierungsprozesse und Produktion der Zukunft für Auszubildende und Unternehmen in der Region Mayen-Koblenz erlebbar machen. Die Nutzer können ihr Wissen und neu Erlerntes also direkt anwenden. Durch die verschiedenen Arbeitsrollen erlangen sie ein ganzheitliches Verständnis für digitale Technologien sowie moderne Produktionsformen. Der spielerische Charakter lädt selbst Erstanwender niedrigschwellig zum Ausprobieren ein, weckt Interesse am Thema Industrie 4.0 und ermöglicht es allen Beteiligten, ein tieferes Verständnis für moderne Produktionsprozesse zu gewinnen. Dabei werden ganz unterschiedliche Kompetenzlevel adressiert.

Ende November fand der gemeinsame Auftakttermin mit allen Projektbeteiligten an der August-Horch-Schule in Andernach statt. In der ersten Phase des Projektes bauen die Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule in Andernach den Schulungsdemonstrator anhand von Montagestücklisten selbstständig auf. Dabei unterstützt das Team von DigiMit² die Lehrkräfte sowie Auszubildenden aktiv. "Wir sind dankbar für das Vertrauen in uns und freuen uns auf die intensive Kooperation mit der Hochschule Koblenz. Wir sind überzeugt, dass der Demonstrator aus dem bekannten aber noch mit vielen Fragezeichen verbundenen Schlagwort Industrie 4.0 eine begreifbare Erfahrung macht“, bekräftigt Thomas Lenz, Schulleiter der August-Horch-Schule BBS Andernach.

Die offenen Schnittstellen des Gerätes sowie sein modularer Aufbau ermöglichen im Anschluss daran in der zweiten Projektphase eine Erweiterung um Eigenentwicklungen und zusätzliche Module. Diese kann von und mit weiteren Projektpartnern wie interessierten Unternehmen, Ausbildungswerkstätten und Bildungseinrichtungen erfolgen und so zum regionalen Kompetenzaufbau beitragen. Vor diesem Hintergrund ist der Demonstrator so konzipiert, dass er problemlos mit einem Kleintransporter transportiert werden kann. So können mehrere Ausbildungsstätten und Berufsschulen in Zukunft gemeinsam am Projekt arbeiten, um besonders weiche Kompetenzen wie Austausch von Wissen, Kommunikation und interinstitutioneller Zusammenarbeit ihrer Auszubildenden zu stärken, die sie künftig im Berufsalltag zur Teamarbeit benötigen werden. „Damit die Modellanlage die vielen Potentiale über die gesamte Wertschöpfungskette auch für den Mittelstand aufzeigen kann, wird ganz bewusst keine vollautomatische Serienproduktion gezeigt", ergänzt Lenz zur funktionalen Ausrichtung des Gerätes. Gerade vor dem Hintergrund, dass mehr als 97 % aller Unternehmen im Landkreis (Stand 2019) weniger als fünfzig Beschäftigte haben, erhöht dies die Relevanz des am Demonstrator Erlernten für regionale Betrieb.

Das innovative Konzept des modularen Demonstrators hat das Potential, die Ausbildung in der Industrie zu revolutionieren. Es unterstützt institutions- und betriebsübergreifend den Wissensaufbau für eine große Anzahl von „Lernenden“ und eignet sich somit insbesondere für den Einsatz in Schulen, Lehrwerkstätten und für die Qualifizierung operativer Mitarbeiter in Unternehmen und bei öffentlichen Veranstaltungen. Zugleich fördert das Projekt die Vernetzung zwischen allen Projektbeteiligten in der Region.

Die finanziellen Mittel für den mobilen Schulungsdemonstrator stammen aus dem Bundesförderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sowie der KfW. Unter dem Titel „Smarte Region MYK10“ entwickelt und erprobt die Stabsstelle „Smart Cities“ darüber bis Ende 2027 zukunftsweisende analoge und digitale Strategien sowie Lösungen für alle Daseinsbereiche im gesamten Landkreis.

Diese gemeinsame Initiative markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung Förderung von Industrie 4.0-Kompetenzen in der Region Mayen-Koblenz und zeigt das Engagement der beteiligten Partner für innovative Bildungsansätze in der modernen Produktion. Der Schulungsdemonstrator steht allen interessierten Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Landkreis kostenfrei zur Buchung bereit.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Christoph Szedlak (DigiMit² Kompetenzzentrum, Hochschule Koblenz)

E-Mail: szedlak@hs-koblenz.de

Über die beteiligten Partner:

  • August-Horch-Schule BBS Andernach: Thomas Lenz, Schulleiter
  • Stabsstelle „Smart Cities“ (Smarte Region MYK10): Sonja Gröntgen, CDO des Landkreises Mayen-Koblenz
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH: Henning Schröder, Geschäftsführer
  • DigiMit² Kompetenzzentrum: Das DigiMit² Kompetenzzentrum bringt umfassende Expertise im Bereich Digitalisierung ein und unterstützt die technologische Umsetzung des Schulungsdemonstrators.