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Altenhilfe im Fokus Kreisseniorenbeirat diskutiert Zukunft der Versorgung

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Irmgard Kicherer stellte Carmen Dreyer, Abteilungsleiterin Soziales der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, die Aktivitäten des Landkreises im Bereich der Altenhilfe vor. Sie erläuterte, dass der Landkreis mit der Vollzeitstelle für die Pflegestrukturplanung bereits wichtige Grundlagen geschaffen habe und seine Aufgabe vor allem in der Koordination und Vernetzung sehe. Der Schwerpunkt liege bewusst auf dem Vor- und Umfeld der Pflege, da dort die größten Gestaltungsmöglichkeiten bestünden. Zu den laufenden Maßnahmen zählen unter anderem die Beteiligung am Landesprogramm „Gemeindeschwester plus“, das GKV-Projekt „Gesund älter werden im Landkreis Mayen-Koblenz“ sowie das Projekt „QuartierPflege“. Mit diesen Initiativen werde der Ausbau nachhaltiger Strukturen vorangetrieben, um den Herausforderungen des demografischen Wandels frühzeitig zu begegnen.

Im Anschluss referierte Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO, über das Gutachten „Die Altenhilfe nach § 71 SGB XII und der rechtliche Rahmen für ihre Weiterentwicklung“. Sie verdeutlichte, dass die Altenhilfe seit jeher zu den kommunalen Aufgaben gehöre und darauf ausgerichtet sei, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.

Mit Blick auf den demografischen Wandel betonte Görner die wachsende Verantwortung der Kommunen. Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Altenhilfe sei eine umfassende Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote, Hilfen und Versorgungsstrukturen. Erst auf dieser Grundlage könnten Versorgungslücken erkannt und gezielt Maßnahmen entwickelt werden. Gleichzeitig warb sie dafür, frühzeitig in tragfähige Strukturen zu investieren. Erfolgreiche Prävention und eine vorausschauende Planung könnten dazu beitragen, spätere Ausgaben im Bereich der Hilfe zur Pflege zu reduzieren.

In der anschließenden Diskussion rückte Dr. Görner die gesellschaftliche Bedeutung älterer Menschen in den Mittelpunkt. Viele Seniorinnen und Senioren engagierten sich nach dem Berufsleben weiterhin ehrenamtlich und brächten ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Zeit in das Gemeinwesen ein. Diese Potenziale gelte es stärker zu fördern und in die kommunale Entwicklung einzubeziehen. Darüber hinaus hob sie die Bedeutung präventiver Angebote und einer generationenübergreifenden sozialen Infrastruktur hervor.

Die Sitzung machte deutlich, dass der Landkreis Mayen-Koblenz bereits wichtige Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Altenhilfe geschaffen hat. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass auch künftig eine vorausschauende Planung, starke Netzwerke und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erforderlich sind, um älteren Menschen dauerhaft gute Lebensbedingungen zu ermöglichen.