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RHD-Virus bei Wildkaninchen in Koblenz nachgewiesen
RHD, auch Hämorrhagische Kaninchenkrankheit oder umgangssprachlich „Chinaseuche“ genannt, ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die sowohl Wild- und Zuchtkaninchen als auch Hauskaninchen betrifft und häufig tödlich verläuft. Die Übertragung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Tieren oder indirekt über virusverunreinigtes Futter. Darüber hinaus kann das Virus durch blutsaugende Insekten sowie über kontaminierte Kleidung, Käfige und andere Gegenstände verbreitet werden.
Die Erkrankung kann schwere Blutgerinnungsstörungen und Blutungen in verschiedenen Organen verursachen. Zu den möglichen Krankheitszeichen zählen Apathie, Atemnot, blutiger Nasenausfluss, blutige Ausscheidungen, Krämpfe und neurologische Symptome. In vielen Fällen verenden infizierte Tiere innerhalb kurzer Zeit. Teilweise tritt der Tod auch ohne zuvor erkennbare Krankheitsanzeichen ein.
Eine spezifische Behandlung gegen RHD gibt es nicht. Hauskaninchen können jedoch durch eine Impfung vor der Erkrankung geschützt werden. Das Veterinäramt Mayen-Koblenz empfiehlt daher allen Haltern, ihre Tiere regelmäßig gegen RHDV-1 und RHDV-2 sowie gegen Myxomatose impfen zu lassen. Bestehende Impfungen sollten auf ihre Aktualität überprüft und bei Bedarf in Absprache mit der behandelnden Tierarztpraxis aufgefrischt werden. Auch Myxomatose, die sogenannte Kaninchenpest, kommt in vielen Regionen Deutschlands vor und kann sowohl Wild- als auch Hauskaninchen betreffen.
Neben einem ausreichenden Impfschutz sind geeignete Hygienemaßnahmen wichtig, um eine Einschleppung und Verbreitung der Krankheitserreger zu verhindern. Dazu gehören die regelmäßige Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion von Käfigen, Ställen und Zubehör sowie die Vermeidung eines direkten Kontakts zwischen Haus- und Wildkaninchen. Darüber hinaus sollten die Tiere möglichst vor Stechinsekten geschützt werden. Hierzu können beispielsweise Fliegennetze an Fenstern und Türen angebracht werden. Auch bei der Fütterung ist Vorsicht geboten: Pflanzen von Wiesen, auf denen sich Wildkaninchen aufhalten, sollten nicht an Hauskaninchen verfüttert werden. Für Menschen sowie andere Haustiere wie Hunde und Katzen besteht keine Ansteckungsgefahr durch RHD oder Myxomatose. Weitere Informationen zur Impfung gegen RHD stellt das Friedrich-Loeffler-Institut (www.fli.de) zur Verfügung.
Das Veterinäramt bittet Bürgerinnen und Bürger, auffällige oder verendete Wildkaninchen zu melden. Die Behörde prüft anschließend, ob weitere Untersuchungen oder Maßnahmen erforderlich sind. Um eine mögliche Verschleppung des Virus zu vermeiden, sollten tote Wildkaninchen nicht mit bloßen Händen berührt oder eigenständig eingesammelt werden. Auch Hunde und andere Haustiere sollten von den verendeten Tieren ferngehalten werden.
Meldungen können per E-Mail an veterinaerdienst@kvmyk.de erfolgen. Sollte das Veterinäramt nicht erreichbar sein, können sich Bürgerinnen und Bürger an die örtlichen Ordnungsbehörden oder die Polizei wenden. Diese können gegebenenfalls den zuständigen Jagdpächter informieren.

