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Landrat Marko Boos verleiht höchste Auszeichnung des Landkreises
Den Wappenteller des Landkreises erhielten Martin Becker aus Kottenheim, Jörg Halfen aus Weitersburg, Dr. Hans-Georg Hansen aus Andernach, Hans-Egon Schwarz aus Nickenich und Wolfgang Treis aus Mayen. Mit dem Großen Wappenteller wurden Winfried F. Erbar aus Mülheim-Kärlich, Andrea Nahles aus Weiler und Helmut Stumm aus Burgen ausgezeichnet.

Martin Becker aus Kottenheim wurde für sein langjähriges Engagement im musikalischen und kulturellen Bereich geehrt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hans Bretz brachte er 1999 das erste selbst komponierte Musical an der damaligen Hauptschule Plaidt auf die Bühne. Daraus entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, die bis heute an der IGS Pellenz fortgesetzt wird und Generationen von Schülerinnen und Schülern begeistert. Darüber hinaus ist Becker seit Jahrzehnten im Karneval aktiv, unter anderem bei der Sitzungsband „Pink Champagne“ und der Kottenheimer Gruppe „Die Penner“. Mit seiner Musik schafft er Gemeinschaft und bereichert das kulturelle Leben der Region. Becker konnte an der Verleihung nicht persönlich teilnehmen.

Jörg Halfen aus Weitersburg erhielt den Wappenteller für sein außergewöhnliches Engagement im Vereinsleben seiner Heimatgemeinde. Seit 1985 gehört er dem Vorstand der Karnevalsgesellschaft „Fidele Jungens“ an, seit 2003 steht er als Erster Vorsitzender an deren Spitze. Ob Karnevalsumzug, Kirmes oder große Jubiläumsveranstaltungen: Halfen ist seit Jahrzehnten Motor und Ideengeber zahlreicher Aktivitäten. Darüber hinaus engagiert er sich in der Kirche, im Gesangverein und in zahlreichen weiteren örtlichen Organisationen. Landrat Boos würdigte insbesondere seine Verlässlichkeit und seine Bereitschaft, über Jahrzehnte Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Dr. Hans-Georg Hansen aus Andernach wurde für seinen langjährigen Einsatz in der Kommunalpolitik und sein besonderes Engagement für den Fairen Handel ausgezeichnet. Als ehemaliges Stadtratsmitglied und Beigeordneter hat er die Entwicklung seiner Heimatstadt mitgestaltet. Zugleich setzt er sich seit vielen Jahren für eine gerechtere Globalisierung ein. Als Leiter der Fairtrade-Steuerungsgruppe in Andernach sensibilisiert er für faire Produktions- und Handelsbedingungen und bringt Menschen und Organisationen zusammen. Damit zeigt er, dass kommunale Verantwortung weit über die eigenen Stadtgrenzen hinausreichen kann.

Hans-Egon Schwarz aus Nickenich blickt auf fast 46 Jahre kommunalpolitisches Engagement zurück. Von 1974 bis 2019 gehörte er dem Ortsgemeinderat an, rund 35 Jahre davon als Fraktionsvorsitzender der Wirtschaftlichen Arbeitervereinigung. Auch die Bewahrung der Heimatgeschichte liegt ihm besonders am Herzen. Als Gründungsmitglied des Geschichtsvereins Nickenich engagierte er sich für die Pflege der örtlichen Mundart, wirkte an einem Buch über das Nickenicher Platt mit und gibt bis heute regelmäßig den Anzeiger des Geschichtsvereins heraus. Sein jahrzehntelanger Einsatz für Politik, Geschichte und Brauchtum wurde mit dem Wappenteller gewürdigt.

Wolfgang Treis aus Mayen erhielt die Auszeichnung für sein vielseitiges Wirken in Politik, regionaler Entwicklung, Kultur und Sport. Von 2012 bis 2020 war er Oberbürgermeister der Stadt Mayen, seit 2014 gehört er dem Kreistag Mayen-Koblenz an. Darüber hinaus übernahm er als Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord sowie in zahlreichen kommunalen und regionalen Gremien Verantwortung. Auch im kulturellen Bereich und im Sport bringt er sich ein, unter anderem als Vorsitzender des TuS Mayen. Landrat Boos würdigte seine Bereitschaft, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und die Entwicklung der Region aktiv mitzugestalten.
Mit dem Großen Wappenteller des Landkreises Mayen-Koblenz wurden drei weitere Persönlichkeiten für ihre herausragenden Verdienste geehrt:

Winfried F. Erbar aus Mülheim-Kärlich steht seit Jahrzehnten für gelebtes Ehrenamt in seiner ganzen Vielfalt. Ob Karneval, Feuerwehr, Kommunalpolitik oder soziale Beratung – Erbar engagiert sich mit außergewöhnlicher Ausdauer für seine Mitmenschen. Seit 1967 gehört er der Freiwilligen Feuerwehr an, seit 1978 ist er in der Mülheimer Karnevals-Gesellschaft aktiv, die er viele Jahre als Präsident führte. Seit 2009 gehört er dem Stadtrat an und ist heute Erster ehrenamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Zudem unterstützt er seit 1993 Menschen als ehrenamtlicher Rentenberater. Für sein jahrzehntelanges Wirken und seine Verdienste um das gesellschaftliche Leben erhielt er den Großen Wappenteller.

Andrea Nahles aus Weiler wurde für ihren herausragenden politischen und beruflichen Lebensweg sowie ihre anhaltende Verbundenheit mit ihrer Heimat ausgezeichnet. Ihre politische Karriere begann im Landkreis Mayen-Koblenz, wo sie 1989 den SPD-Ortsverein Weiler mitgründete und später zehn Jahre dem Kreistag angehörte. Von dort führte sie ihr Weg in den Deutschen Bundestag, an die Spitze der SPD und als Bundesministerin für Arbeit und Soziales in die Bundesregierung. In ihrer Amtszeit wurden unter anderem der gesetzliche Mindestlohn eingeführt und wichtige Rentenreformen umgesetzt. Seit August 2022 steht sie als Vorstandsvorsitzende an der Spitze der Bundesagentur für Arbeit. Trotz ihrer bundesweiten Verantwortung sei Nahles ihrer Heimat und den Menschen in der Region stets eng verbunden geblieben, betonte Landrat Boos. Mit dem Großen Wappenteller würdigte er nicht nur ihre politischen Leistungen, sondern insbesondere auch ihre Bodenständigkeit, Nahbarkeit und ihren Einsatz für die Menschen in Mayen-Koblenz.

Helmut Stumm aus Burgen erhielt den Großen Wappenteller für seine besonderen Verdienste um das kulturelle und gesellschaftliche Leben seiner Heimatgemeinde. Bereits als Erster Beigeordneter und später als Ortsbürgermeister übernahm er kommunalpolitische Verantwortung. Sein besonderes Engagement gilt jedoch der Kultur. Mit der Kulturwoche Burgen und dem 1998 ins Leben gerufenen Kulturpreis „Burgener Rebstock“ hat er das kulturelle Leben der Gemeinde nachhaltig geprägt. Seit 2014 organisiert er die Verleihung des Kulturpreises eigenständig und trägt damit dazu bei, dass Kunst und Kultur auch im ländlichen Raum eine lebendige Bühne erhalten. Sein Einsatz hat Burgen weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt gemacht.
Abschließend dankte Landrat Marko Boos den Geehrten für ihre besonderen Leistungen und ihre Verbundenheit mit dem Landkreis. Sein Dank galt ausdrücklich auch den Familien und Angehörigen, die das oft jahrzehntelange Engagement unterstützen. „Wir können stolz darauf sein, solche Persönlichkeiten in unserem Landkreis zu haben. Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich für andere einsetzen und unsere Heimat mit ihrem Engagement prägen“, betonte Boos. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgten der zwölfjährige Geigenschüler Nils Thießen und Klavierdozent Harald Meyer von der Kreismusikschule. Mit einem gemeinsamen Erinnerungsfoto und einem anschließenden Empfang klang die Feierstunde aus.


